B1 aktualisiert: 24.09.2016
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Abkürzungen

      B1 Bába leze do bezu - Berghaus
      B2 Berlin - Bring the dew
      B3 Brod - Bystra voda
       
      Bába leze do bezu > Kinderreime (2) (V/17, Nr. 13)
       
Was Zahl Jahr Bach, Johann Sebastian (21.03.1685 Eisenach - 28.07.1750 Leipzig) 
      Komponist - L.J. schrieb in seiner Autobiografie: Mit Kreide auf den Tisch geschmierte Klaviertasten. Auf denen lernten die Finger nach Bachs Präludien und Fugen laufen. Es war peinlich, nach lebendigen Tönen war ich doch gierig! (BE 11). Dies bezieht sich auf seinen ersten Studienaufenthalt in Prag 1874. Bei seinem zweiten in Leipzig 1879 vermerkte er: Bach wird da viel kultiviert (ZdBr 41). Er hat sich in seinen Klavierstunden mit dem "Wohltemperierten Klavier", den "Inventionen" und den Orgelfugen beschäftigt. Die "C-Toccata" schlug er seinem Lehrer, Wilhelm Rust, vor, da er sie schon früher einmal einstudiert hatte. Die Bach'schen Orgelfugen sind ihm abhanden gekommen (ZdBr, 115) - ein zweites Mal will er sie nicht kaufen.
      Nur eine Bemerkung aus seinen letzten Lebensjahren ist erwähnenswert: Die "Glagolitische Messe" kommt ohne Anklänge an das Bach'sche Fugengeflecht aus. (MdL 181) > Glagolitische Messe (JW III/9)
       
      Bakala, Břetislav ['baggala, 'brschetislaf] (12.02.1897 Fryšták - 01.04.1958 Brünn)
      Schüler von J an der Orgelschule in Brünn 1912-15, dann am Konservatorium 1919-20 und als Kompositionsschüler an der Meisterschule 1922-23 in Brünn. Er war auch Dirigent an der Brünner Oper 1929-31 (vor Otto > Ackermann) und leitete die posthume Uraufführung von Js letzter Oper > "Aus einem Totenhaus" (JW I/11). Dessen Schluss hat er, in der Meinung, J hätte ihn noch nicht definitiv fertiggestellt, überarbeitet und ins Positive gewendet. Über seine Arbeit am Brünner Theater hat J an Emil Hertzka geschrieben: "Dirigent F. Neumann stellt sich nur zum Pult - und dirigiert. Das Herausarbeiten der Soli, Chöre usw. ist die Arbeit des B. Bakala" (JUE, 243). In Kiew (UdSSR) hat Bakala J-Konzerte veranstaltet; er wollte auch "Jenufa" aufführen. Zdeněk > Nejedlý habe dies jedoch verhindert (Aussage von Igor Belsa, Kongress Brünn 1984). 
      Ausserdem hat er im Jahre 1924 Js > "Suite op.3" entdeckt. J widmete ihm das > "Tagebuch eines Verschollenen", weil Sie es aus der Truhe hervorgeholt haben (Vogel, 348); er hat das Werk auch 1921 uraufgeführt. In seinem Nachlass sind die Skizzen zum > " Violinkonzert" entdeckt worden. Die Klavierauszüge zu > "Taras Bulba", > "Kat'a Kabanova" und > "Aus einem Totenhaus" sind von ihm eingerichtet worden, dann aber auch zum Sextett > "Jugend", zu den Kantaten > "Die Schenke in den Bergen" und > "Das ewige Evangelium". Die > "Elegie auf den Tod der Tochter Olga" hat Bakala ebenfalls uraufgeführt.
      Bakala hat 1927 von J Fantasien aus seinen Opern für Klavier und kleines Orchester erbeten, um sie am Rundfunk aufführen zu können: Js Brief vom 13.8.1927 an die UE (L 4); J aber lehnte dies ab.
      Von 1932-55 war er Chef des Sinfonieorchesters des Brünner Rundfunks.
      Bakala hat verschiedene Werke modellhaft aufgeführt - vgl. TT:
UA 1 1921 "Tagebuch eines Verschollenen"; (JW V/12) Karel Zavřel, Tenor; Břetislav Bakala, Klavier; Ludmila Kvapilová-Kudláčková, Alt
  2 1930 "Elegie auf den Tod der Tochter Olg" (JW IV/30) 20.12.1930 Brünn, Rundfunk
  3 1934 13.03.1934 "Schicksal" (Osud) (JW I/5), Rundfunkproduktion, noch nicht vollständig - erst am 18.09.1934 dirigierte Bakala die vollständige Oper im Rundfunk
TT 1 1949 Taras Bulba, Sinf.orchester des Brünner Rundfunks, SUP P
  2 1950 Sinfonietta, Tschech. Philh.; SUP LP m, CD publ 2002
  3 1951 Glagolitsche Messe, Sinf.orchester des Brünner Rundfunks, SUP LP m, CD publ 2002
  4 1952 Taras Bulba, Radio-Sinf.orchester Brünn, PANTON CD publ 1993; MULTISONIC CD publ 1993
  5   Lachische Tänze, Sinf.orchester des Brünner Rundfunks, SUP LP m
  6 1953 Das schlaue Füchslein, Sinf.orchester des Brünner Rundfunks, PANTON LP m, publ 1983
  7   Šárka, Radio-Sinf.orchester Brünn, MULTISONIC CD publ 1992 (World Première)
  8 1954 Die Donau, Radio-Sinf.orchester Brünn, MULTISONIC CD publ 1993
  9   Amarus, Radio-Sinf.orchester Brünn, PANTON CD publ 1993
  10 1955 Sinfonietta, Radio-Sinfonieorchester Prag; PANTON CD publ 1993; MULTISONIC CD publ 1993
  11 1956 Sinfonietta, Brünner Philh., ETERNA LP m
L 1 1965 Štědroň, Bohumír: Břetislav Bakala - člověk a umělec (Mensch und Künstler ) in: Statní filh. Brno, Brünn 1965
  2 1969 opmus 77, Sondernummer Bakala, Brünn 1969 - Sammlung Knaus
  3 1984 Covertext von Zdeněk Zouhar zu TT 6, tschech, engl, dt 
  4 1988 JUE, 320
       
      Bakešová, Lucie ['baggeschowaa, 'lutsi-e] (1853-1935) (bei Vogel 137: bis 1933)
      Sammlerin von Volksliedern und -tänzen, Vertreterin der mährischen musikfolkloristischen und ethnografischen Bewegung; war Tochter des Archäologen und Ethnografen J. Wankl (Vogel, 137) und arbeitete mit J zusammen für die Ethnografische Ausstellung in Prag 1895. J hatte sie im Verein > Vesna im Jahre 1889 kennengelernt. Mitarbeiter von L.B. war Martin > Zeman. Die Zusammenarbeit Js mit ihr war nicht immer einfach, da sie zwar sehr effizient vorbereitete, aber durch ihr Gross-Aufgebot an Mitwirkenden das Budget arg strapazierte (L 2).
L 1 1894 Leoš Janáček: Musik auf der Ethnografischen Ausstellung, in:Lidové noviny II, 130-133, 10.+14.6.1894; dt. Ue in: Feuill, 51-53 
  2 2001 Sedláčková, Simona: Vzajemná korespondence Lucie Bakešová s Leošem Janáčkem (Die Korrespondenz zwischen Lucie Bakešová und Leoš Janáček) Masaryk-Universität Brünn 2001
  3 2006 Tyrr-Bio1, 415-417
I 1   Foto, in: iconogr, 23
  2   Foto, in: obraz, 10, gleiches Foto wie 1)
  3   Foto, in: Vysl 512
       
      Balada > Ballade, > Volksballaden
      Balada blanická > Blanik-Ballade (JW VI/16)
      Balada (Richtárová Kačenka) > Vier Balladen (JW V/7, Nr. 3)
      Balady, Čtyři > Vier Balladen (JW V/7)
      Balady, Dvě > Zwei Balladen (JW V/8)
      Ballada > Ballade (JW VII/7)
      Ballad lidových, 26 > Sechsundzwanzig Volksballaden
      Ballad of Blaník > Blanik-Ballade (JW VI/16)
       
      Ballade (Ballada) ['ballada] (JW VII/7)
      ursprünglich 3. Satz der Violinsonate, später dann als selbständiger Satz gedruckt herausgegeben; in der endgültigen Anordnung steht sie nun an zweiter Stelle in der > "Sonate für Violine und Klavier" (JW VII/7)
K   1914  
A     Skizze "Ballade", JA A 30381, aus dem Nachlass von J. Gregor
M 1   Abschrift nach A mit vielen Änderungen von Js Hand, JA A 23431
  2   Abschrift nach M 1) mit Berücksichtigung der Änderungen, JA A 11449
ED 1 1915 A. Švarc, Kutna Hora (Kuttenberg) A.Š.H.K. 244 "Tschechische Musik"
  2 1988 mit ganzer Sonate JW VII/7 in JGA E/1, SUPRAPHON/BÄRENREITER, Prag/Kassel, "Kompositionen für Violine und Klavier"
D     4 min 30 sec, 138 Takte
UA   ? nicht bekannt
TT     > "Sonate für Violine und Klavier" (JW VII/7)
L   1967 Němcová, Alena: Janáčkova houslová sonáta (J.s Violinsonate - Enstehung des Werks) CMM 1967, LII 289-300 (mit dt Zusammenfassung)
I   1988 Faksimiles in JGA E/1
       
      Balladen > Vier Balladen (JW V/7), > Zwei Balladen (JW V/8)
      Ballads > Vier Balladen (JW V/7), > Zwei Balladen (JW V/8)
       
      Ballett
      J selbst gab zu (in einem Brief von 1880 an Zdenka), dem Ballett gegenüber voreingenommen gewesen zu sein: Bis jetzt hatte ich gegen das Ballet vom Hören bloss ein grosses Vorurtheil u. war gegen dasselbe sehr eingenommen. Gestern sah ich zum erstenmahle ein solches u. ich muss sagen, dass es mir gefallen hat. (Zd-Br, 241 - Brief vom 1.06.1880)
      J hat sich zur Zeit seiner Beschäftigung mit der Volksmusik intensiv für den Volkstanz und den Tanz allgemein interessiert: > "Rákoš Rákoczy" (Ballettspiel mit Gesang) (JW I/2), > "Walachische Tänze op.2" (JW VI/4). Diese beiden für Ballett konzipierten Werke werden heute ausserhalb Tschechiens kaum aufgeführt. Dafür werden heute die Streichquartette, die "Sinfonietta" und die Klavierstücke "Auf verwachsenem Pfade" öfter als musikalische Grundlage für Ballettchoreografien verwendet > Kylián, Jiří; > Šmok, Pavel
      Ballettkreationen:
    2008 Suite für Streichorchester JW VI/2, Choreografie: Karole Armitage, UA Bern, Stadttheater 02.11.2008
    2009 "Intime Briefe" - Streichquartett Nr. 2, JW VII/13, Choreografie: Heinz Spoerli, Opernhaus Zürich, 29.08.2009
DVD 1 1980 Sinfonietta, Nederlands Dans Theater, Jiří Kylián, ARTHAUS MUSIK 100 444 (+ Haydn, Carlos Chavez), publ 2006
  2 1986 Streichquartett Nr. 2, Rambert Dance Company, Christopher Bruce, ARTHAUS MUSIK 100 284 (+ Bill Withers, Folksongs), publ ca 2000; ARTHAUS MUSIK 100 285 (+ Bill Withers), publ 2006
  3 1997 Adagio (2. Satz) aus "Suite für Streicher" JW VI/2, Bayerisches Staatsballett, Hans van Manen, "Black Cake" DVD (+ Tschaikovsky, Stravinsky, Mascagni, Massenet) ARTHAUS MUSIK 100 422, publ 2009
       
      Bändertanz (Pentličkový) [pentlitschggovii]
      auch: "Tüchleintanz" (Šátečkový)
      > Lachische Tänze (JW VI/17, Nr. 1 = "Der Altertümliche I", 2. Teil) (Vogel 148f)
       
      Bandits' funeral > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 52)
      Barns owl has not flown away! The > Das Käuzchen ist noch nicht fortgeflogen (JW VIII/17, Nr. 10)
       
      Bärenreiter
      Der Verlag Bärenreiter Kassel verlegt die > Kritische Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janáček. Er hat ursprünglich mit dem Verlag SUPRAPHON in Prag zusammen das Projekt gestartet, übernahm dann kurz nach der Wende von 1989 den gesamten Buch- und Musiknotenbereich und verantwortet jetzt unter "Editio Bärenreiter Praha" die gesamte Produktion. Im Jahr 2001 ist die grosse Janáček-Biografie von Meinhard Saremba bei Bärenreiter erschienen, 2005 dann die auf Opern und Stösslová-Briefe bezogene Biografie von Jiří Ort. Der Verlagskatalog enthält den grössten Teil der Janáček-Werke, vor allem im Bereich vokale Musik. www.baerenreiter.com  
       
      Barth, Ruodi (19.06.1921 Basel - 19.06.1999 Basel)
      Bühnenbildner. Zusammen mit Bohumil > Herlischka realisierte er den ersten Zyklus mit Janáček-Opern ausserhalb von Js Heimatland, in Düsseldorf/Duisburg 1977/78
L 1 1982 Düsseldorf, 25 Jahre Deutsche Oper am Rhein, mit vielen Illustrationen
  2 1989 Ein Magier der Bühne. Der Regisseur Bohumil Herlischka. Mit vielen Illustrationen
I     vgl L 1) + 2)
       
      Bartók, Béla (25.03.1881 Nagyszentmiklós - 26.09.1945 New York)
      Ungarischer Komponist und Pianist; wie J, aber doch beinahe 20 Jahre später, sammelte Bartók Volkslieder. 1904 hat Bartók erstmals ungarische Volkslieder bearbeitet, 1907 sammelte er auf Reisen durch Siebenbürgen und 1908 durch die Slowakei Volkslieder. Bartók konnte schon einen Fonografen (Tonaufzeichnungsgerät) verwenden, während J noch mit Bleistift und Notenpapier arbeiten musste. (Honolka 66). Dies galt wohl für Janáčeks Sammlertätigkeit bis 1908, ab 1909 hatte auch er die Möglichkeit, mit einem Fonografen Aufnahmen zu machen (Tyrr-Bio1, 346).
      Am 10. Januar 1925 sind sich J und Bartók persönlich erstmals begegnet, in Prag (Obecní dům) und haben über Volkslieder diskutiert (L 4). J hat dann Bartók schriftlich gebeten, in Brünn aufzutreten - das Konzert mit Klavierwerken fand am 02.03.1925 statt. Später benutzte J die Gelegenheit, mit ihm nochmals ausgiebig zu diskutieren, als Bartók sein erstes Klavierkonzert in Prag spielte - am 16.10.1927. Vgl Brief J.s an Bartók vom 16.01.1925 (zit nach Miloš Štědroň, J und der Expressionismus, L 3).: Hochverehrter Herr! Der hiesige "Klub moravských skladatelu" bat mich, bei Ihnen anzufragen, ob Sie nicht geneigt wären, hier, in Brno - Brünn das prager Concerto zu wiederholen? Er bietet Ihnen eine Vergütung von 1000 Kčs, Reise II. Klasse, und die Hotelauslagen. Der Tag des Concertos sollte der 2. März oder der 16. März sein. Wollen Sie die Güte haben und mir ehestens antworten? Mich würde es freuen, Sie auch da begrüssen zu können. In alter Hochachtung .....
      Bartók zitiert im Vorwort zu seiner Sammlung "Slowakische Volkslieder" (1923) den Aufsatz von J "Über die musikalische Seite der mährischen Volkslieder" (JW XV/163)
L 1 1959 Bartók, Béla: Slowakische Volkslieder, Bratislava 1959, 61
  2 1960 Bartók, Béla: Ausgewählte Briefe, gesammelt und hrg von Janos Demeny, Budapest 1960, 129, 269
  3 1973 Štědroň, Miloš: J und der Expressionismus. In: LJG-MItt 1973/74, Nrn. 12-14
  4 2007 Tyrr-Bio2, 527
I 1 1988 1909-1912 Moravian and Slovak Folk Singing, CD-Booklet, Seite 95, mit Faksimile des Titelblatts von Bartóks Buch "Das ungarische Volkslied - Versuch einer Systematisierung der ungarischen Bauernmelodien", versehen mit der Widmung: "Herrn Dr. Leoš Janáček mit freundschaftlicher Ergebung. Béla Bartók."
       
      Bartoš, František ['bartosch, 'frantischegg, sch=stl] (16.03.1837 Mlatcov - 11.06.1906 Mlatcov)
      Dialektforscher, Ethnologe und Kenner des mährischen Volksliedes; wird als "tschechischer Folklorist" bezeichnet. Er führte die Sammlertätigkeit von František > Sušil weiter, vervollkommnete die Aufzeichnungen und publizierte sie mit systematischer Genauigkeit. J lernte ihn 1876 bei der Zusammenarbeit mit dem Frauenchor des Bildungsvereins > Vesna kennen - B. gehörte dem Vereinsvorstand an. Seit 1869 war B. Professor am Altbrünner Gymnasium, ab 1888 dessen Direktor. Von 1888 an arbeitete Bartoš eng mit J zusammen; er zeichnete aber lediglich die Texte auf, denn er war musikalisch nicht geschult - Musiker halfen ihm beim Notieren der Lieder, u.a. auch Josef Vorel, Zdenkas erster Klavierlehrer. Erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit von Bartoš mit J war die Ausgabe > "Kytice z národních písní moravských, slovenských a českých" (Blumenstrauss aus mährischen, slowakischen und tschechischen Volksliedern) 1890 (JW XIII/1). B. allein hatte zuvor schon zwei Sammlungen publiziert:
ED 1 1882 Bartoš, František: Neue mährische Volkslieder mit Gesängen, Brünn 1882 (Nové národní písně moravské s napěvy)
  2 1889 Bartoš, František: Volkslieder, neu gesammelt; Brünn 1889 (Národní písně nové nasbírané)
      Das gemeinsame Hauptwerk aber ist die grosse Sammlung mit 2057 Liedern, publiziert in zwei Teilen:
  3 1899 Mährische Volkslieder in neuer Sammlung I (Národní písně moravské v nové nasbírané I), zusammengestellt von František Bartoš und Leoš Janáček, publ im Verlag der Tschechischen Akademie Kaiser Franz Josefs für Wissenschaft, Literatur und Kunst 1899 (JW XIII/3)
  4 1901 Mährische Volkslieder in neuer Sammlung II (Národní písně moravské v nové nasbírané II), zusammengestellt von František Bartoš und Leoš Janáček, publ im Verlag der Tschechischen Akademie Kaiser Franz Josefs für Wissenschaft, Literatur und Kunst Prag 1901 (JW XIII/3)
      Diese Arbeit fiel in Js grosse Schaffenspause zwischen dem 1. und dem 2. Akt der Oper > "Jenufa" (JW I/4).
      Im Feuilleton "Die Note" (JW XV/286) gedenkt J der Zusammenarbeit mit Bartoš, vgl. L 1
L 1 1924 Janáček, Leoš: Autobiografie. František Bartoš, in: MdL, 43
  2 1926 Janáček, Leoš: Die Note (Nota) (JW XV/286), Feuilleton vom 28.07.1926, Originaltext in: Janáčkovy - Feuilletony z L.N., Brünn 1938 140-144 (aber ohne eingefügte Skizzen; dt Ue in: Feuill, 170-1'76 (mit den Skizzen)
  3 1928 Janáček, Leoš: Meine Lachei (Moje lašsko) (JW XV7310), in: MdL, 62. J zitiert hier František Bartoš: "Wenn das Tschechische noch keine Schriftsprache hätte, das Lachische würde ich zu seiner Schriftsprache machen".
  4 ? Briefwechsel Bartoš/Janáček, hrg. von Theodora Straková, publ ?, erwähnt in Fischm 31/a 35
I 1   iconogr, V, kleines Porträt
       
      Bartošová, Fedora ['bartoschowaa, 'fedora, sch=stl] (1884-1941)
      tschechische Schriftstellerin (weder mit František Bartoš verwandt, noch seine Gattin); sie half J bei der Ausarbeitung des Librettos zur Oper > "Schicksal" (JW I/5) und fertigte die ersten Texte zur nachfolgenden Oper > Die Ausflüge des Herrn Brouček" (JW I/7) an; war eine Freundin von Js Tochter Olga und zur Zeit der Zusammenarbeit mit J erst 19 Jahre alt! Sie vermittelte in einem Brief an Vladimír Helfert (1933) auch ein interessantes Bild von Js Arbeitsraum und seiner Art zu diskutieren (L 1, 114-115; Details zu ihrer Biografie, 114 Anmerkung 1)
L 1 1992 Tyrrell, John: Janáček's Operas, S. 114-128, diverse Briefe
  2 2006 Tyrr-Bio1, 566ff
I 1 1975 Begleitheft zur LP-Produktion > "Schicksal" SUPRAPHON
  2 1980 obraz 21
       
      Barvík, Miroslav ['barwiigg] (14.09.1919 Lužíce u Hodonína - 02.03.1998 Brünn)
      Direktor der Janáček-Oper in Brünn 1966-1972, Lektor und Dramaturg des Janáček-Theaters Brünn, Hauptherausgeber der Janáček-Ausgabe im Verlag Peters, Leipzig
L 1 1979 Barvík, Miroslav: Interpretationsprobleme der Musik von LJ in: Peters Jahrbuch 1979, 170-189
  2 1984 Zimmermann, Reiner: Zur Neuausgabe der Oper "Das schlaue Füchslein" von LJ durch Dilia Prag und Edition Peters Leipzig/Dresden, in: Kongressbereicht 1984 Brünn, "Janáček and their time", 283-287
       
      "Basta!" JW XV/281
      Feuilleton von 1925, worin J die Stadt Venedig und das IGNM-Festival schildert; er äussert sich auch über einige der aufgeführten Werke > Gruenberg, Louis: The Daniel Jazz Achtung: falsches Datum (3.-8.10.1925) für das Venedig-Festival ( Richtig ist: 3.-8.09.1925!
L   1925 "Basta!" - Die Stadt und der Veranstaltungsort des dritten IGNM-Festivals mit zeitgenössischer Kammermusik ("Basta!" - Město a místo třetího festivalu soudobé hudby komorné). In: Lidové noviny 08.11.1925; Lit 1, 566-570; dt Ue in Feuill, 137-142; in MdL, 167-171; Js Erinnerungen an den Besuch in Venedig (03.-08.09.1925)
       
      Bauerntanz (Sedlačka) > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 17)
      Bear was sitting on the tree trunk > Kinderreime (JW V/17, Nr. 19)
       
      Bearbeitungen
      > Grieg, Edvard > Edvard Grieg: Landerkennung op. 31 (JW XII/3)
      > Haydn, Joseph > Joseph Haydn: Gott erhalte den Kaiser! (JW XII/1)
      > Liszt, Franz > Messe nach Liszts 'Orgelmesse' (JW XII/4)
      > Tschechische mehrstimmige Kirchengesänge aus dem Freiberger Kanzional (JW XII/5)
      Die Bearbeitungen im Bereich des Volksliedes sind umfangreicher. Bedeutsamer für die J-Rezeption sind aber Bearbeitungen von J-Werken durch fremde Hand:
      > Anzellotti, Teodoro > Auf verwachsenem Pfade I+II (JW VIII/17) > In Erinnerung (JW VIII/9), > Mährische Tänze (JW VIII/18), > Eine Erinnerung (JW VIII/32)
      > Austbø, Håkon > "Auf verwachsenem Pfade" (JW VIII/17, Nr. 15)
      > Bakala, Břetislav > "Aus einem Totenhaus" (JW I/11), > Sonate 1.X.1905
      Breiner, Peter > Orchestersuiten aus Js Opern > Jenůfa, Die Ausflüge des Herrn Brouček, Kát'a Kabanová, Das schlaue Füchslein, Die Sache Makropulos, Aus einem Totenhaus
      Bresnick, Martin > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
      > Brod, Max > "Das schlaue Füchslein" (JW I/9)
      > Burghauser, Jarmil > "Auf verwachsenem Pfade" (JW VIII/17) > "Lachische Tänze" (JW VI/17) > " Klaviertrio" (JW X/22)
      > Chlubna, Osvald > " Die Donau" (JW IX/7), > "Aus einem Totenhaus" (JW I/11)
      > Emerson, Lake & Palmer > "Sinfonietta" (Fanfaren) (JW VI/18)
      Faltus, Leoš > "Mährische Volkstänze"
      Heucke, Stefan > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
      > Jílek, František > Suite zur Oper "Schicksal" (JW I/5)
      Keulen, Geert van > "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V(12)
      > Kovařovic, Karel > "Jenufa" (JW I/4)
      Matthieu, Chantal > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
      Sádlo, Miloš > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
      Sedláček, Václav > "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V/12)
      Serebrier, José > "Die Sache Makropulos" (JW I/10)
      Smetáček, Václav > Suite zur Oper "Das schlaue Füchslein" (JW I/9)
      Smetana, František > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
      Štědroň, Miloš > "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V/12)
      > Talich, Václav > Suite zur Oper "Das schlaue Füchslein" (JW I/9)
      > Tognetti, Richard > " Streichquartett Nr. 1" (JW VII/8)
      Verbey, Theo > Sonate 1.X.1905 (JW VIII/19)
      Zítek, Ota > "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V/12)
      Zürcher Oboenquartett > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
       
      Bedrich Smetana über musikalische Formen (Bedřich Smetana o formách hudebních) > Feuilleton 1886 (XV/56)
       
      Beethoven, Ludwig van (17.12.1770 Bonn - 26.03.1827 Wien)
      J lernte Beethovens Klaviersonaten im Alter von 8 Jahren kennen; bei Pavel Křížkovský im Alt-Brünner Kloster wurden Beethovens Messen aufgeführt. Als 25-Jähriger leitete J in der Brünner Beseda die "Missa solemnis" (02.04.1879). An der Orgelschule in Brünn baute er diese Messe und die Klaviersonaten in seine Übungen zum Generalbass-Studium ein.
      Das Streichquartett op. 131 beurteilte J (1880) sehr positiv: der ... in Tönen sein innerstes Leben heraussagte - wo er sich gar nicht mehr darum kümmert, wie es vielleicht gefallen wird (ZdBr, 169). 1914 äusserte er sich über Beethovens Behandlung der Instrumente in der Kammermusik: Sogar in Beethovens Trios und Duos hat mich das Verschieben der Themen von der Violine auf das Klavier, das Cello und umgekehrt unliebsam berührt, früher - und noch heute; man findet auch in diesen Kompositionen manchmal nur Gewohnheitsarbeit. (L 4). Und dennoch hätte er mit seinem Weggang von Leipzig (im Februar 1880) noch um einen Tag zugewartet, wenn Beethovens 9. Sinfonie aufgeführt worden wäre: weil ich schon jetzt auf dieses Werk höchst gespannt bin u. es zu meinem Dirigenten-repertoir gehört. ( ZdBr, 172)
      Im Beitrag über Beethoven zu einer Umfrage in Berlin äusserte sich J erstaunlich distanziert: Schon mit fünfundzwanzig Jahren hatte ich Ludwig van Beethovens 'Missa solemnis' im kleinen Finger....ich mag nicht lügen: Beethovens Werke haben mich niemals begeistert, niemals in die Welt der Ekstasen versetzt. Allzubald hatte ich sie bis zum Grund durchmessen. (vgl. MdL, 185, "Was bedeutet uns Beethoven?") Und in seiner Dankesrede zur Ueberreichung der Ehrendoktorwürde formulierte er: Schon Ludwig van Beethoven hat in seinen letzten Sonaten das Mechanische, die Fesseln starrer Takte abgeschüttelt. (vgl. MdL, 162-164, "Spondeo ac polliceor!")
      In einer Studie über Naturalismus erwähnte J Beethovens Gewitter in der 6. Sinfonie als ein Beispiel für den Naturalismus; vgl. L 4
L 1 1927 Janáček, Leoš: Was uns Beethoven bedeutet. Antwort zur Umfrage "Über den Einfluss Beethovens auf die moderne Musik". In: Die literarische Welt 26.03.1927, dt; auch in: Prager Presse 27.03.1927 dt; tschech Ue von Arne Novák in Lidoví noviny 29.03.1927; Lit I, 589-591dt originaler Text; dt Rückübersetzung aus dem Tschechischen in MdL, 185-186 (Feuilleton JW XV/291)
  2 1970 Štědroň, Bohumír: L.J. und Ludwig van Beethoven, in: Bericht über den internat. Beethoven-Kongress, Dezember 1970 in Berlin
  3 1973 Štědroň, Miloš: J und der Expressionismus, in LJG-Mitt 1973/74, Nrn. 12-14
  4 1979 MdL, 162-164, 185
  5 1984 Janáček, Leoš: Einige Worte zur Instrumentierung anlässlich der Erstaufführung bei dem Konzert der Tschech. Philharmonie, in: JGA D/6, Des Spielmanns Kind, BA 6848, S. 83 dt Ue von I. Turnovská; Originaltext in Hudební revue Jan-Feb 1914, 203-205, auch in Lit I 412-414, dt Ue von Jan Gruna in MdL 113-115 (JW XV 206)
  6 1985 ZdBr 233
       
      Before your altar > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 9)
      Beginning of a Romance > Anfang eines Romans (JW I/3) > Wir stehen hier (JW VIII/25)
       
      Běhalková, Xaverie ['bjehalggowaa, ggsaweri-e]
      Ethnologin aus Tovačov; J arbeitete um 1890 herum mit ihr zusammen sowie mit Lucie > Bakešová und Martin > Zeman, um Volkstänze herauszugeben > Volkstänze in Mähren (JW VIII/19)
       
      Behind our back yard > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 34)
      Beim Pflügen  > Das Pflügen (JW IV/1)
      Belegrad > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 46)
      Beginning of a Romance > Anfang eines Romans (JW I/3) > Wir stehen hier (JW VIII/25)
      Belegrad, Belegrad, turecké pomezí > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 46)
      Belgrade  > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 46)
      Belgrade, Belgrade, the Turkish borderland > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 46)
      Believers be joyful >Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 8)
       
      Bělohlávek, Jiří ['bjelochlaawegg, 'jirschii] (geb. 24.02.1946)
      tschech Dirigent, der heute (2007) weltweit am meisten J-Aufführungen dirigiert, sowohl im Bereich der Oper als auch bei den Orchesterwerken. Er war eigentlich als Nachfolger von Václav > Neumann als Chefdirigent bei der Tschechischen Philharmonie vorgesehen gewesen, musste dann aber nach Neumanns Tod (02.09.1995) zurückstehen, als das Orchester Gerd > Albrecht wählte. 1998 trat dann Albrecht überstürzt zurück; jetzt aber war Bělohlávek schon am Nationaltheater engagiert und hatte die Philharmonie Prag gegründet, deshalb kam dann Vladimír Ashkenazy zum Zug. Bělohlávek dirigiert regelmässig an den Festivals von Glyndebourne, Luzern, Edinburgh, Salzburg, ist ständiger Gast beim BBC-Orchestera in London und tritt mit den New York Philharmonic und dem NHK-Sinfonieorchester in Tokyo auf. Nach dem Tod von Sir Charles Mackerras im Sommer 2010 ist Jiří Bělohlávek zu seinem Nachfolger als Präsident der Dvořák-Society gewählt worden - die Dvořák-Society fördert alle slawischen Komponisten, also auch, und ganz besonders Janáček.
TT 1 1977 Sinfonietta, Brünner Philharmonie, PANTON LP st
  2   Taras Bulba, Brünner Philharmonie, PANTON LP st
  3 1990 Sinfonietta, Tschech. Philharmonie, CHANDOS CD
  4 1991 Suite "Das schlaue Füchslein", Tschech. Philharmonie, CHANDOS CD
  5   Eifersucht JW VI/10, Tschech. Philharmonie, CHANDOS CD
  6   Taras Bulba, Tschech. Philharmonie, CHANDOS CD
  7 1992 Des Spielmanns Kind JW VI/14, Tschech. Philharmonie, CHANDOS CD
  8 1999 Suite "Aus einem Totenhaus", Prager Sinfoniker, SUP CD
  9 2007 Die Ausflüge des Herrn Brouček, GA; BBC Symphony Orchestra, DGG CD
DVD 10 2008 Kat'a Kabanová, GA; Orquesta e coro Teatro Real Madrid, mit Karita Mattila; FRA MUSICA DVD + Blue-ray
       
      Belveder > Hradschiner Liedchen (JW IV/40, Nr. 3)
      Belvedere > Hradschiner Liedchen (JW IV/40, Nr. 3)
       
      Benedictus (JW II/5)
      Motette für Sopran und gemischten Chor, mit Orgel
K   1875 während des Studiums an der Prager Orgelschule
A   1875 dat 17.02., JA A 31.221(erst 1958 entdeckt)
D     1 min, 15 Takte
ED 1 2001 EDITIO JANÁČEK Brünn 2001, Faksimile-Edition H 0003, S. 8-9 "Sborník skladeb z pražských studií" (Sammelband mit Kompositionen aus den Prager Studien) , hrg von Theodora Straková und Jiří Zahrádka, mit Vorwort von Theodora Straková, tschech, dt, engl, frz
  2 2007 JGA J/1, edition janáček, H 0012, "Liturgische Kompositionen"; hrg von Leoš Faltus und Kateřina Hnátová, Vorwort von Kateřina Hnátová und Alena Němcová, tschech, dt, engl, frz; Brünn 2007, 74 Seiten
TT 1 1998 Dagmar Mašková, S; Prager Kammerchor; Josef Kšica, Orgel; SUP CD
       
      Bequemlichkeit der Erfindung (Pohodlí invenci) > Feuilleton 1888 (XV/88)
       
      Berg, Alban (09.02.1885 Wien - 24.12.1935 Wien)
      österreichischer Komponist; J setzte sich für Bergs Oper "Wozzeck" ein, die bei ihrer Aufführung in Prag am 11.11.1926 unter Tumult abgebrochen werden musste. Er unterschrieb einen Aufruf, der sich gegen die Verunglimpfung Bergs zur Wehr setzte. Im März 1928 sagte er in einem Interview: Unrecht, schreiendes Unrecht tut man dieser Oper und Alban Berg an! Das ist ein unerhört tiefer Dramatiker voll echter Lebenswahrheit. Schreibt keine einzige Note mehr. Und jede seiner Noten war in Blut getaucht! (Literarní svět, 08.03.1928 - MdL 184) (JW XV/306)
      Am 03.04.1927 war J im Konzert, wo František Neumann Bruchstücke aus "Wozzeck" dirigierte; am 02.07.1927 hörte J am IGNM-Festival in Frankfurt Bergs Kammerkonzert für Geige, Klavier und 13 Blasinstrumente.
      Im "Wozzeck" wird in den Partien von Wozzeck und Hauptmann die gesprochene Sprache auf eine Weise umgesetzt, die in die Nähe von Js Sprachbehandlung gerät. Die Quart-Quint-Schritte von J finden ihre Entsprechung in Bergs Quart-Melodik. Ebenso verwandt erscheinen die stilisierten Volkslieder, im "Wozzeck" das Lied der Marie oder des Andres, bei J Kudrjaschs Lied in "Kát'a Kabanová" (JW I/8) oder das Lied der Häftlinge in der Oper "Aus einem Totenhaus" (1. Akt, Ziff. 16, JW I/11). Die Lazarett-Szene im "Totenhaus" (3. Akt, Ziff. 110) erinnert an den "Schnarch-Chor" im "Wozzeck" (2. Akt, 5. Szene).
      Berg seinerseits war von der "Jenufa" (JW I/4) stark beeindruckt. Der Anfang seines Violinkonzerts ist deutlich an Jenufas Gebet im 2. Akt (6. Szene) angelehnt. Arnold Whittall (L 5) setzt J und Berg folgendermassen in Beziehung: "Wie Janáček verhalf Berg einer Musik, die zugleich mit ihrer technischen Fortschrittlichkeit einen mitleidsvollen sozialen 'Kommentar' impliziert, dazu, ihre Berechtigung zu erweisen: Er trug zur Legitimierung einer Musik bei, in der das 'Niedrige' und das 'Erhabene' zusammengehen, sich sogar zusammenschliessen". 
      Soma Morgenstern erwähnt, dass Alban Berg zweimal nach Bratislava gereist sei, um die Oper "Aus einem Totenhaus" zu hören. > L 6) S. 299
L 1 1928 Janáček, Leoš: Zwei Interviews (Dva interviewy). In: Literární svět 08.03.1928 (JW XV/306); Lit 1, 616-618; dt Ue in MdL, 182-184; in: Ort, 41; über Js Werke und zeitgenössische Musik
  2 1973 Štědroň, Miloš: J und der Expressionismus, in: LJG-Mitt 1973/74, Nrn. 12-14
  3 1981 Knaus, Jakob: Bergs "Wozzeck" in Prag - Materialien zur Alban-Berg-Rezeption, Neue Zürcher Zeitung 13./14.Juni 1981
  4 1988 JUE, 300, 306 (2 Briefe 20.02. und 25.02.1927 an UE)
  5 2000 Whittall, Arnold: Berg und das 20. Jahrhundert. In: Alban Berg, hrg von Anthony Pople, Laaber Verlag 2000
  6 2009 Morgenstern, Soma: Alban Berg und seine Idole. Erinnerungen und Briefe. Zu Klampen Verlag, Springe 2009 (2. Auflage)
       
      Beránku tichý >Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 8)
       
      Berghaus, Ruth (02.07.1927 Dresden - 25.01.1996 Zeuthen bei Berlin)
      Regisseurin, seit 1964 beim Berliner Ensemble, 1971-77 dessen Intendantin, mit Paul Dessau verheiratet. Inszenierte 1982 Js Oper "Die Sache Makropulos" in Frankfurt (28.03.1982, Dirigent: Michael Gielen, Bühnenbild: Erich Wonder, Elina Makropulos: Anja Silja). Kritik und Publikum waren begeistert, die szenische Abstraktion brachte eine völlig neue Sicht: "Eine Utopie der Zwanziger Jahre, die heute unmerklich Wirklichkeit wird....Formalisierte Gänge und Aktionen der Figuren, die ohne inneren Kontakt zueinander verlaufen, aber choreografisch abgezirkelt ein kunstvolles Mit- und Gegeneinander ergeben" (NZ für Neue Musik, 5/82).
      Am Zürcher Opernhaus inszenierte sie "Kát'a Kabanová" (08.10.1994): "Ohne Pause und Umbauten ziehen Ruth Berghaus und ihr Bühnebildner Erich Wonder Janáčeks Katja Kabanová in Zürich durch. Packend und konzentriert, als Psychothriller, erzählen sie in knapp eindreiviertel Stunden die Geschichte von Liebestraum, Ehebruch und Freitod einer unangepassten Frau. Die hermetische Künstlichkeit, die irritierenden Verschlüsselungen mancher Berghaus-Inszenierung scheinen aufgebrochen. Die metaphernreiche, dem Ausdruckstanz entliehene Gebärdensprache wirkt diesmal stimmig und sinnstiftend." (Gerhard Persché in Opernwelt, Dez. 1994)
L 1 1989 Neef, S.: Das Theater der Ruth Berghaus, Berlin 1989
  2 1990 Bertisch, K.: Ruth Berghaus, Berlin 1990
  3 2005 Holtz, Corinne: Ruth Berghaus. Europäische Verlagsanstalt 2005, ISBN 3434505474 - J erwähnt auf S. 217-218, 379, 385
       
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