D3 aktualisiert: 23.12.2015
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Abkürzungen

       
      D1 Da du weisst - Das Schicksal
      D2 Das schlaue Füchslein - Das Tüchlein
      D3 Das versunkene Kränzchen - Die Abencérages
      D4 Die Abendhexe - Die Prager Musikakademie
      D5 Die Sache Makropulos - Die Seele und der Körper
      D6 Die sieben Raben - Dívča, dívča, laštovička
      D7 Divím se milému - Dyž jsem šel okolo vrat
       
Was Zahl Jahr Das versunkene Kränzchen (Vínek stonulý) ['wiinegg 'stonulii] (The drowned wreath) (JW IV/6)  
      Chor für Männerstimmen
T     Volksliedtext in Sušil 1860, Nr. 214
K   1873 bis 1876
A     war laut Helf 333 ursprünglich im Archiv von > Svatopluk (Chorvereinigung in Brünn), ist aber jetzt verschollen
M     Kopierte Stimmen, nicht dat, JA A 23.461
ED 1 1937 Melpa Prag+Brünn, mit tschech Text unter dem Titel "Ohlas národních písni" (Widerhall von Volksliedern), ediert von Vilém Steinman, zusammen mit > "Ich muss staunen" (JW IV/5) und > "Wahre Liebe" (JW IV/8)
  2 1976 EdS 5951, H 5951, ediert von Jan Trojan
  3 1983 JGA C/1, EdS/BÄRENREITER Prag/Kassel, BA 6847, "Männerchöre I", S. 22-24, ediert von Leoš Faltus und Petr Oliva mit tschech, dt (Ue Bedřich Eben), engl (Ue John Clapham)
D     2 min 30 sec, 40 Takte
UA     nicht bekannt
TT 1 1948 Moravan, Josef Veselka, SUP P mono
  2 1973 Prager Philh Chor; Josef Veselka; PANTON LP st
  3 2001 QVOX - The Male Voice Quartet; ARCO DIVA CD
L 1 1939 Helfert 333
  2 1983 JGA C/1, Seite XIV
       
T    
dt Ue von Bedřich Eben, JGA C/1
An dem Steine, wo die reine Lilie gedeiht, windet Kränzchen aus den Pflänzchen eine schöne Maid. Gib es nicht dem jungen Burschen, er bringt dir Verdruss, binde es ins weisse Tüchlein, wirf es in den Fluss.
Fliesst das Wasser, schwimmt das Kränzchen, ist dem Ufer nah, willst du es, mein liebes Mädchen, gleich hast du es da. Fliesst das Wasser, sinkt das Kränzchen, das nie wiederkehrt. Ach, du bist, mein liebes Mädchen, seiner doch nicht wert.
       
      Zweistrophiges Chorlied, wobei der B-Teil der zweiten Strophe leicht variiert wird. Auffällig ist die Sechszehntel-Figur im 5. Takt, die dann in der zweiten Strophe eine Intensivierung erfährt. Der Aufschwung zu den beiden Schlusstakten nimmt die Schlusspassage vor dem "Amen" in > "Vater unser" (JW IV/29) vorweg.
       
      Das versunkene Kränzlein > Das versunkene Kränzchen (JW IV/6)
      Das weisst du > Da du weisst (JW IV/28, Nr. 1)
      Dass wieder Krieg ist > Zu Felde ziehen (JW IV/17, Nr. 3)
      Death (Tod) > Sonate 1.X.1905 (JW VIII/19), > Der Tod (JW X/3)
       
      Debussy, Claude (22.08.1862-25.03.1918)
      franz Komponist und Musikschriftsteller. Im März 1921 hat J das Orchesterwerk "La mer" von Debussy ausführlich analysiert, im November des gleichen Jahres war J in der Prager EA der Oper "Pelléas et Mélisande" (in frz Sprache). In seinem Brief vom 05.11.1921 an den Dirigenten Otakar Ostrčil schrieb er: An Debussys Musik müssen sich schillernde Farben, leuchtender Glanz anknüpfen, nicht flache, grobe Formen.(L 2) Er übte auch Kritik an der Regie. J erwähnt Debussy auch in zwei Feuilletontexten, im Nachtrag zu Brods Buch über Adolf Schreiber: Und gibt es bei uns noch immer nicht genug Nachahmer Mahlers, Straussens, Schönbergs, Debussys? Alle laufen ihnen doch nach. (MdL 132) - und in seiner Promotionsrede, als er den Dr. h.c. der Universität Brünn erhielt: In meinem Werk ist der Akkord verträumt. Ich weiss, dass er Ausdruck eines Zusammentreffens von Affekten - nicht nur von Tonaffekten - ist, dass er sich wie eine Blüte im kahlen Frost niederschlägt. Es genügt nicht, wenn er bloss in Dur und Moll atmet. Die Moderne eines Schreker, Schönberg, Debussy fühlt das ebenso. (MdL 162-164). 
      Am deutlichsten sind die Einflüsse von Debussys Musik in der Oper > "Das schlaue Füchslein" (JW I/9) zu spüren, vor allem in den instrumentalen Passagen der Tier-Ballette. Auch im Bläsersextett > "Die Jugend" (JW VII/10) ist Debussys Einfluss hörbar, dort aber vor allem der Klang französischer Bläser-Ensembles.. In der Sinfonie > "Die Donau" (JW IX/7) weisen die beiden ersten Sätze Anklänge an Debussy auf. Ganztonleitern, Pentatonik, aber auch die spezielle Verwendung der Blasinstrumente rufen diesen Anklang oft hervor, was aber auch ohne Debussys Einfluss in Js Musiksprache schon vorhanden war.
      Miloš Štědroň hat zusammengestellt, welche Debussy-Werke J gehört hat:
    1908 diverse Klavierstücke, eventuell auch "Pelléas und Mélisande" in Prag, in dt Sprache!
    1912 Reflets dans l'eau - in Brünn
    1919 L'après-midi d'un faune - in Brünn
    1920 Children's Corner - in Brünn
    1921 Pelléas et Mélisande - in Brünn
    1922 Sonate für Fl, Vla, Hrf und Préludes (Ausschnitt) - in Brünn
    1924 La mer, in Prag am 09.03., Nocturnes - in Brünn am 05.10. und Sonate für Vc + Klavier - in Prag am 25.10.
    1925 Children's Corner, Préludes I+II, Violinsonate, Images I - in Brünn am 04.06.; Violinsonate - in Brünn am 24.09.
    1926 Reflets dans l'eau, Jardins sous la pluie - in Brünn am 04.06.
    1927 Lieder - in Prag am 25.03., Nocturnes (Nuages, Fêtes) mit Berliner Philh. W. Furtwängler - in Brünn am 19.05.
L 1 1948 Korr2 60
  2 1968 Štědroň, Miloš: Janáček - Verismus a Impresionismus (J - Verismus und Impressionismus). In: CMM II/1968/69, 125-154, tschech, mit dt Zusammenfassung; dt Ue von Knaus - Sammlung Knaus
  3 1969 Štědroň, Bohumír: Die Ansprache LJs anlässlich seiner Promotion zum Ehrendoktor der Masaryk-Universität in Brünn. In: Spff 1969, 121-125 + 11 Seiten Beilage Faksimile (= I 1)
  4 1978 Racek, Jan: Janáčkův impresionismus (Js Impressionismus). In: opmus 5/6 1978, 161-165
  5 1979 MdL 132, 164, 191
  6 1982 Tyrrell, John: The cunning little vixen. In: Begleitheft zu CD DECCA 417 129, dt Ue von Gerd Uekermann
  7 1999 Wingfield, Paul: Janáček, musical analysis, and Debussy's 'Jeux de vagues'. In: Janáček studies, edited by Paul Wingfield, Cambridge University Press 1999, 183-280
I 1 1969 Faksimile der Promotionsrede am 28.01.1925, in: Spff 1969, H 4, S. 125 Beilage 11 Seiten
  2   Foto Theaterzettel "Pelléas a Mélisanda" am "6.II.1921" in Brünn. In: Paris81, mit falscher Jahrzahl 1912
  3 2003 Faksimiles, 6 Seiten von Js Struktur-Analyse von "La mer". In: Lit II 269-272
      J hat mehrmals darauf hingewiesen, dass er vor Debussy postuliert habe, dass jeder Akkord auf jeden folgen kann; auch im Brief an Jan Mikota, wo er sich über den Eintrag in Riemann-Einsteins Musiklexikon ärgert: Die akkordische Freiheit habe ich schon vor Debussy verkündet und ich brauche wahrlich nicht den französischen Impressionismus.
       
      Defiance (Trotz) > Capriccio (JW VII/12)
       
      Deine Augen schön (Krásné oči tvé) ['ggraassnee 'otschi 'twee] (Your lovely eyes) (JW IV/17, Nr. 4)
      Chor für Männerstimmen
T     Text von Jaroslav Tichý aus "V bouři a klidu" (In Sturm und Ruhe), Brünn 1884
K   1885 nach dem 01.11.
A     nicht bekannt
ED 1 1886 Karl Winkler Brünn; P+Stimmen, mit tschech Text, unter dem Titel "Mužské sbory" (Männerchöre: Drohung, O Liebe, Zu Felde ziehen, Deine Augen schön)
  2 1924 HM Prag HM 318; P, mit tschech + dt Text (Ue Max Brod) unter dem Titel "Čtveřice mužských sborů" (Vier Männerchöre: Drohung, O Liebe, Zu Felde ziehen, Deine Augen schön)
  3 1957 SNKLHU Prag; P, mit dt Text (Ue Max Brod) unter dem Titel "Vier Männerchöre"
  4 1983 JGA C/1, EdS/BÄRENREITER Prag/Kassel, BA 6847, "Männerchöre I", S. 73-78, ediert von Leoš Faltus und Petr Oliva 
W     Herrn Antonín Dvořák gewidmet, als Beweis unbegrenzter Verehrung
D     3 min, 63 Takte
UA   1906 26.05., Pilsen, Smetana-Chor Pilsen, Dirigent: Josef Branžovský
TT 1 1977 Prager Philh. Chor, Josef Veselka; SUP LP st
  2 1995 Mährischer Lehrerchor+ Lubomír Mátl; NAXOS CD, publ 2001 (auf dem Cover "Máti") > naxosmusiclibrary
L   1983 JGA C/1 "Männerchöre" Vorwort
      Der Chor gehört zu jenen vier Chören, die J an Antonín Dvořák zur Begutachtung geschickt und ihm auch gewidmet hat. Im Brief vom 13. September 1886 gibt Dvořák zu, dass er ein bisschen ratlos war: "Gleich als ich sie erhielt, habe ich sie einigemale fleissig durchgelesen und muss Ihnen aufrichtig gestehen, dass ich über eine Stelle, besonders was die Modulation betrifft, verblüfft war und mir keinen Rat wusste ... aber als ich sie mir einmal, zweimal und zum drittenmal durchgespielt hatte - hat sich mein Ohr doch gewöhnt und ich sagte mir: No, es kann auch so sein, aber wir könnten darüber noch streiten. Aber was liegt daran, Ihre Chöre sind eine wirkliche Bereicherung unserer kargen Literatur (auf diesem Gebiet), kurz sie sind originell, es atmet aus ihnen (was die Hauptsache ist) der wahre slawische Geist und es ist dies keine Liedertafel und es sind dort Stellen, die zauberhaft wirken werden und allzugern möchte ich sie so bald als möglich hören". Ue Bohumír Štědroň, BE 48)
      Wenn man die beiden Übersetzungen von Brod und Eben vergleicht, so zeigt sich der Unterschied in der sprachlichen Sicherheit. Brod trifft sowohl mit seiner Wortwahl die originale Betonung der tschechischen Worte als auch den Inhalt mit einer zwar überhöhten Sprache, dennoch aber wirkt sie ungekünstelt und bleibt ohne die Verrenkungen, wie sie bei der Versifizierung nach der wörtlichen Übersetzung oft vorkommen.
       
T    
dt Ue von Max Brod, in L 2+3   dt Ue von Bedřich Eben in L 4
Die Donner stöhnen, wilde Blitze flackern wie schnelle Gedanken, wenn der Kopf verwirrt. Aus dunkler Wolkenwand dringt Regenschauer, wie junger Liebe Sturm zu Tränen wird, der jähen Winde Heulen klingt von der Ferne, zum Himmel stürmt es, rüttelt alle Sterne.   Es stöhnt der Donner, Blitze folgen Blitzen, dem Nachsinnen gleich, im bewegten Haupt. Das dunkle Firmament in Tränen ausbrach, wie ein Paar Augen, das an Liebe glaubt. Dazu der Winde schauderhaftes Klagen, im Groll der Elemente wildes Jagen.
Doch lieblich strahlen, engelsreine Zier, wie Friedenstauben still zwei schöne Augen mir. Und im Gewitter denk ich wohl, ob jemals über mein Grab ein Wort der Klage schallt. Der Todesengel küsst mir auch die Stirne und der Choral des Lebens leis' verhallt. Erinn'rung flicht, so fremd sind die Gestalten. Vergass mich alles? Will mich nichts behalten? Nur du erstrahlst in engelsreiner Zier, und ruhig winken deine Augen mir.   Mir winken freundlich lockend aus den Höh'n zwei Friedenstauben, Deine Augen schön. Während des Tosens denk' ich nach, wer mir am Grabe einst eine Träne bloss vergiesst! Der Cherubim des Todes küsst die Stirne, der meines Lebens Denkchoral beschliesst. In ferne Träume, liebliches Gedenken, mein Geist voll Andacht lässt sich tief versenken, da lächeln mir zu meinem Aufersteh'n zwei klare Sterne, Deine Augen schön!
       
      Deinem Schicksal entgehst du nicht > Niemand entgeht dem Schicksal (JW IV/9)
       
      Deklamation
      J widersprach der Theorie > Hostinskys, dass die Betonung eines Wortes oder die Intonation eines Satzes mit der Musik übereinstimmen müsse. Oft zieht er auch die Betonung der leichten Taktzeit vor. Manchmal verlängert er die melodische Linie der letzten Silbe um eine Oktave oder Sexte. Dies steht nicht im Widerspruch zur Sprechmelodie, denn er adaptierte ja nicht sklavisch genau Sprechmotive zu musikalischen Motiven; es war für ihn Motivmaterial zur Verarbeitung. Wenn schon die Wortmelodie des Liedes nicht die erforderliche dramatische Geschmeidigkeit hat, so hat sie erst recht nicht die grob zurecht gezimmerte Sprachmelodie der schriftsprachlichen Prosodie (BE,85)
      "Die Quantität des Wortes bedeutet ihm mehr als die Qualität, die Intonation der lachischen Mundart mit der Betonung auf der vorletzten Silbe hielt er mit Vorliebe ein" (Ste-Gen,16)
      In den ersten Chorliedern deklamiert er noch recht häufig gegen die Sprache, die Prägnanz der melodischen Linie ist ihm wichtiger. Ein Beispiel dafür:
      "O Liebe" (Ó lásko) (JW IV/17- Nr. 2, 1885) T. 1-2:
      deklamation klicken zum anhoeren
      Sichtbar aber wird das Bemühen, mit freier Taktwahl sich den metrischen Eigenheiten der gesprochenen Sprache zu nähern; ein Beispiel dazu ist der Chor > "Niemand entgeht dem Schicksal" (JW IV/9) on 1878, wo die Taktstriche fehlen. 
      Der eigentliche Durchbruch der Auffassung, dass die Akzentuierung in der musikalischen Deklamation vor der Silben-Quantität kommt, geschah zwischen 1870 und 1880. In der selben Zeit wandte sich Dvořák (und nach ihm auch Janáček) folkloristischen Texten zu und vertonte sie ihrer natürlichen Deklamation gemäss. Dies wurde dann auch für Janáček zum "Vorbild für eigene Lösungen des Wort- Ton-Verhältnisses" (Vysloužil). Dies führte zu sog. > "Widerhall"-Chören oder "Anklangschöre".  
      J deklamiert später noch manchmal inkonsequent: 'Jenufa, aber auch Je'nufa!
      Zu berücksichtigen ist aber, dass er oft die Gesetzmässigkeiten seines regionalen lachischen Dialektes in der Deklamation berücksichtigte.
L 1 1958 Vogel 19, 202
  2 1968 Ste-Gen, 101-110
  3   Fukač, Jiři: Zur Frage der Stil-Bedeutung der Sprachmotive LJs in acta janáčkiana I/68,  S.53
  4 1969 Vysloužil, Jiří: Zur Vers- und Prosavertonung in der tschechischen Musik. In: Koll69, 67-76
  5 1983 Vysloužil, Jiří: Eine Skizze zum Vokalstil von A. Dvořák und L. Janáček in Spff H 18, 1983, S.7-24
       
      vgl Literatur unter >Sprechmelodie
       
      Dělám, dělám, kázání > Kinderreime (1) (JW V/16, Nr. 4), > Kinderreime (2) 8JW V/17, Nr. 9)
      Dem Kampfhahn vom Dalibor (Bojovnému kohoutu z Dalibora) > Feuilleton 1888 (JW XV/89)
      Dem Schicksal entgehst du nicht > Niemand entgeht dem Schicksal(JW IV/9)
      Denkmäler > Janáček, Denkmäler
       
      Den pensionierten Lehrern zum 50. Jahrestag der Reifeprüfungen (Pensistům učitelům po 50 letech maturit) ['pensistuum 'utschiteluum po 'padesaati 'letech 'maturit] (To teacher-pensioners on 50 years after matriculation)  (JW IX/12)
      Chor für Männerstimmen
K   1928 um den 6.Juli 1928, Datum auf Kopie; unvollendet
T     anonym
A     nicht vorhanden
M     Kopie von Metoděj Janíček, datiert 6.Juli 1928; auf einem J-Autograph von ?1876 mit der Kopie eines unbegleiteten Chorals von Lodovico Viadana und Giovanni Croce. JA A 33.823
ED 1 2011 JGA C/2, Männerchöre II - Supplementi, Bärenreiter Praha, S. 221
D     1 min, 27 Takte, Fragment, von Jaroslav > Procházka 1979 entdeckt
TT 1 1998 Brünner Philh. Chor, Petr Fiala, SUP CD
      kurzer, stark akzentuierter, ungemein schwierig zu singender Chor, mit solistisch abgesetzter Gruppe, harmonisch komplex - beim Chor "Die Tschechische Legion" (JW IV/42) von 1918 anschliessend
       
      Der Altertümliche I (Starodávný I)
      Volkstanz-Arrangement für Orchester, in verschiedenen Werken verwendet
      > Anfang eines Romans (JW I/2, Nr. 3)
      > Walachische Tänze op. 2 (JW VI/4, Nr. 6)
      > Lachische Tänze (JW VI/17, Nr. 4)
      > Walachische Tänze (JW X/20, Nr. 8)
       
      Der Altertümliche II (Starodávný II)
      Volkstanz-Arrangement für Orchester, in verschiedenen Werken verwendet
      > Rákoš Rákoczy (JW I/3, Nr. 6a)
      > Lachische Tänze (JW VI/17, Nr. 4)
      > Walachische Tänze (JW X/20, Nr. 8)
       
      Der Altertümliche [III] (Starodávný III)
      Volkstanz-Arrangement für Klavier 2- oder 4-händig
      > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 6)
       
      Der Altertümliche [IV] (Starodávný IV)
      Volkstanz-Arrangement für Klavier
      > Auf der alten Burg Hukvaldy (JW VIII/30)
       
      Der Altertümliche [V] (Starodávný V)
      Volkstanz-Arrangement für Singstimme und Klavier
      > Fünf mährische Tänze (JW V/6, Nr. 1
       
      Der aufgezwungene Bräutigam (Ženich vnucený) ['schenich 'wnutsenii, sch=sth] (The enforced bridegroom) (JW X/2)
      Chor für Männerstimmen
T     Serbischer Volksliedtext; wird bei Helfert zitiert > Helf 333, nach einem gedruckten Programm des > "Svatopluk"
     
Originaltext bei Helf 333 dt Rohübersetzung

Oj, holube, můj holube, nepadej mi na maliny! Až maliny budou zraly, padnou samy, padnou samy jako slzy nevěstiny, která jde za nemilého, za ženicha vnuceného.

Oh, Taube, meine Taube, falle mir nicht in die Himbeeren! Wenn die Himbeeren reif sind, fallen sie von selbst, fallen selbst wie die Tränen der Dirne, welcher der Liebste gegangen ist, als aufgezwungener Bräutigam.
K   1873 27.04., Datum der ersten Aufführung, wird bei Helfert erwähnt > Helf 329+333
A     nicht vorhanden
M     nicht vorhanden
UA   1873 27.04., Brünn, Svatopluk, Dirigent: LJ, laut Rezension in der Zschr "Dalibor" (Helf 200)
      Bohumír Štědroň glaubt, dass er mit dem Chor > "Niemand entgeht dem Schicksal" (JW IV/9) identisch ist
       
      Der Ausflug des Herrn Brouček auf den Mond (Výlet pana Broučka do měsíce) ['wiilet 'pana 'broutschgga do 'mnjessiitse] (The excursion of Mr Brouček to the moon) (JW I/6)
      erster Teil der Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" (JW I/7) ; der zweite Ausflug führte ins XV. Jh. der Hussitenkämpfe. J arbeitete von 1908-17 am ersten Teil, erst dann entschloss er sich, einen zweiten Teil anzuschliessen. Bei der UA 1920 in Prag wurden beide Teile gespielt, hingegen erlebte Brünn im Mai 1926 nur den ersten Teil, die vollständige Oper realisierte Brünn erst 1937.
      UE Wien hat den ersten Teil Ausflug als selbständige Oper herausgegeben, die einen Epilog von 10 min und das alternative Ende des 2. Aktes von 5 min enthält- total 85 min -UE 32434; Partitur und Aufführungsmaterial sind aber nur leihweise erhältlich.
ED 1 2007 P + Stimmen, UE 32434 + Zusatzmaterial UE 32435, 32438; hrg von Jiří Zahrádka; dt Ue: Robert Brock, Alena Wagnerová, Ute Becker; engl Ue: Norman Tucker, John Tyrrell; Leihmaterial: www.universaledition.com
      In dieser Form ist die Oper 2003 in Prag "uraufgeführt" worden.
UA   2003 20.12., Prag Nationaltheater, Dirigent: Charles Mackerras, Regie: Jiří Nekvasil
WA   2010 17.11., Brünn, Nationaltheater, Dirigent: Jaroslav Kyslink, Regie: Pamela Howard
      Details zum ersten Teil > "Die Ausflüge des Herrn Broucek" (JW I/7)
       
      Der Ausflug des Herrn Brouček ins XV. Jahrhundert (Výlet pana Broučka do XV. století)
      zweiter Teil der Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" (JW I/7), der erst im Jahr 1917 entstand, nachdem der erste Teil nach langwieriger Arbeit endlich fertig geworden war. Die erfolgreiche Aufführung der "Jenufa" in Prag (26.05.1916) und die sich abzeichnende Loslösung vom Habsburger Reich hatten einen kreativen Schub ausgelöst und ihn aus der depressiven Phase herausgeholt. Für diesen zweiten Teil hat UE Aufführungsmaterial hergestellt - UE 32898, mit der ausdrücklichen Bemerkung: "Dieser 2. Teil der Brouček-Oper darf nur in Verbindung mit dem 1. Teil gespielt werden".
ED 1 2007 P + Stimmen, UE 32898 + Zusatzmaterial UE 32899, 32901; hrg von Jiří Zahrádka; Leihmaterial: www.universaledition.com
      Details zum zweiten Teil > "Die Ausflüge des Herrn Broucek" (JW I/7)
       
      Der Dudelsack > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 8) 
       
      Der Eifersüchtige (Žárlivec) ['schaarliwets] (The jealous man) (JW IV/19)
      Chor für Männerstimmen
T     slowakischer Volkstext (mährische Slowakei, Gebiet von Břeclav)
K   1888 14.05.
A     nur autografische Skizzen, nicht dat, JA A33.827
M     Abschrift, autorisiert, im Dvořák-Museum Prag, im Nachlass von Antonín Dvořák von Otakar Šourek 1940 entdeckt. J hatte laut Korrespondenzkarte vom 15.05.1888 die drei Chöre an Dvořák geschickt.
ED 1 1959 SNKLHU Prag, H 2446, revidiert von Miroslav Venhoda, "Drei Männerchöre" (Tří mužské sbory) zusammen mit Nr. 1 "Abschied" und Nr. 2 "Das Täubchen"; mit Vorwort und dt Ue von Kurt Honolka, engl Ue von John Clapham
  2 1983 JGA C/1, EdS/BÄRENREITER Prag/Kassel, BA 6847, "Männerchöre I", S. 81-86, ediert von Leoš Faltus und Petr Oliva 
MT     Bärenreiter H 2446 www.baerenreiter.com
D     6 min, 90 Takte
UA   1941 09.04., Vizovice, PSMU, Dirigent: Jan Šoupal
TT 1 1977 Prager Philh. Chor, Josef Veselka; SUP LP, CD publ 1995
  2 1995 Mährischer Lehrerchor, Lubomír Mátl; NAXOS CD publ 2001 (auf dem Cover "Máti") > naxosmusiclibrary
  3 2004 QVOX The Male Voice Quartet, ARCO DIVA, CD
L 1 1906 Janáček, Leoš: Úvod k Její pastorkyňa (Einleitung zu "Jenufa"). In: Dalibor 10.11.1906, Lit I, 345-346; (JW XV/184); Verweis auf den Chor "Der Eifersüchtige" (JW IV/19) und Bezug zum Orchestervorspiel "Eifersucht" (JW VI/10)
  2 1940 Šourek, Otakar: Die Auffindung eines unbekannten Chores von Janáček. In: "Venkov", 29.12.1940 (Tageszeitung)
  3 1968 Ste-Gen 11-20
  4 1981 Ewans 13-14
I   1968 Faks einer Abschrift, datiert 14.05.1888, Ste-Gen Beilage 1+2
       
T    
dt Ue von Kurt Honolka ED 1)   dt Ue Bedřich Eben ED 2)
Dort auf der Bergeshöh', was schimmert weiss wie Schnee? Nein, was weiss dort schimmert, ist ein weisses Ruhebette. Und darin liegt der junge Hirt mit Wunden, seinen blut'gen Kopf mit Linnentuch verbunden. An der einen Seite liegt sein blanker Säbel, an der andern sitz ein Mädel. In der einen Hand hält sie ein weisses Tüchlein, in der andern Hand ein grünes Birkenzweiglein. Mit dem Tüchlein tut sie ihm die Stirne streichen, mit dem Birkenzweig die Fliegen ihm verscheuchen.    Auf dem Berg, in dem Tal, sitzen die Gänse dort? Blüht dort der weisse Klee? Liegt dort schon Schnee? Eine weisse Schlafstatt aufgeschlagen, darauf liegt der Bursche, hat den Kopf zerschlagen. Auf der einen Seite liegt aus Stahl der Säbel, auf der andern Seite sitzt sein liebes Mädel. In der Hand hält sie ein Tüchlein rot vom Blute, in der andern hält sie eine grünes Rutelein. Mit dem Tüchlein wischt sie ihm die Stirn verschwiegen, mit der grünen Rute scheucht sie weg die Fliegen.
"Liebster, stirbst mir nicht, und du erholst dich nicht, dein Mund verrät mir nicht, wie lang du leben wirst. Liebster, du stirbst mir nicht, und du gesundest nicht, wie lang du leben wirst." "Liebste, den Säbel dort sollst du mir nun reichen, dass ich im Spiegel seh' meine Wangen bleichen." Sie reicht den Säbel ihm und springt davon geschwind: "Der dir, Liebste mein, der dir den Rat jetzt gab, der hat dich, Liebste mein, der hat dich lieb gehabt."   "Du sagst mir nichts davon, ob du am Leben bleibst, ob du sterben wirst oder den Tod vertreibst!" "Reich mir den Säbel dort, der als Spiegel diene, dass ich mal sehen kann, wie mir bleicht die Miene"! Sie hielt das Schwert bereit, bracht' sich in Sicherheit. "Wer gab Liebste, dir, wer gab dir diesen Rat, der hat dich lieb gehabt!"
"Keiner gab den Rat mir, hab mich selbst entschieden. Denn in deinem Herzen steht Verrat geschrieben." "Ich hätt' den Kopf, mein Lieb, dir abgeschlagen dann, damit dich keiner mehr, wenn ich tot bin, lieben kann."   "Keiner hat, mein Liebster, mir den Rat gegeben, doch vor deiner Falschheit musste ich erbeben." "Liebste mein, ich schlüg' den Kopf dir ab, dass dich nach meinem Tod niemals ein andrer hab'!"
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      J gruppiert den Text: Die 12 Strophen werden zu 3 Blöcken zusammengezogen - 1. Teil 3/2-Takt; 2. Teil 6/4-Takt; 3. Teil 3/4-Takt
      Der Chor ist schwierig zu intonieren, da stark chromatisch; er weist schon auf die Chorballaden voraus > "Kantor Halfar" (JW 33, > "Marycka Magdonová" (JW IV/34+35) und > "Siebzigtausend" (JW IV/36 ). Der Bariton übernimmt keine eigentliche Solostimme, wird aber doch oft vom übrigen Chor abgehoben.
      Das Volkslied wurde von J in die Sammlung "Blumenstrauss mährischer Volkslieder" (Kytice z národních písní moravských) > Volksmusik-Editionen (JW XIII/1) aufgenommen, die J zusammen mit František Bartoš herausgab. In den Nummern 1 (Abschied) und 2 (Das Täubchen) dominiert die treue Liebe, hier in der Nr. 3 die Eifersucht, die zum Bruch führt. Es handelt sich um eine gewichtige Vorstufe zur Kantate > "Amarus" (JW III/6) und zur Oper > "Jenufa" (JW I/4).
       
     
1894 zitierte er das Anfangsmotiv in etwas abgewandelter Form im Vorspiel > "Eifersucht" (JW VI/10). dereifers3 klicken zum anhoeren
       
     

Auch die Takte 14 + 15 wurden im Vorspiel verwendet: erstmals in den Takten 53-55, dann wieder 112ff..

dereifers4

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      Ausserdem verwendete er die gleichen zwei ersten Textzeilen für ein neues Lied, das mit dem beinah gleichen Kopfmotiv begann, versah es mit einer Klavierbegleitung und nahm es in die Sammlung > "Lieder aus Detva" - Rebellenlieder, Balladen (JW V/11, Nr. 7):
      dereifers2klicken zum anhoeren
      Bohumír Štědroň betrachtet den Chor als ein Beispiel früher monothematischer Arbeit bei J (L 1).
L 1 1968 Ste-Gen 11-20
       
      Der Gesegnete (Požehnaný) ['poschehnanii, sch=sth] (JW VI/11)
      Arrangement eines walachischen Volkstanzes für Orchester
K   1899 vor dem 22.11., für die Slawische Beseda vom 10. Januar 1900 in Brünn
A     P, dat 21.11.1899, JA A 30.387
ED     nicht publiziert
UA   1900 10.01., Brünn, Besední dům, Tschech. Nationalorchester, Dirigent: Leoš Janáček
TT 1 1996 Leoš Svárovský, Brünner Philharmonie, Tschech. Philh. Chor Brünn, Petr Fiala; SUP CD
      Dieser "Požehnaný" ist nicht ganz identisch mit dem Tanz, der früher in zahlreichen Werken verwendet worden ist > Požehnaný ; erstens hat er eine 4-taktige Einleitung und zweitens ist das Hauptmotiv punktiert:
      dergesegnete klicken zum anhoeren
      Hier der "Požehnaný", wie er in den > "Lachischen Tänzen" (JW VI/17, Nr. 2) verwendet wurde, aber auch schon in > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 10), > Walachische Tänze op. 2 (JW VI/4, Nr. 5), > Suite op. 3 (JW VI/6, Nr. 3), > Tschechische Tänze (JW VI/9, Nr. 2) und in > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 20):
      lach4   lach4
L 1 1967 Tyrrell, John: The musical prehistoriy of Janáček's Počátek románu and its importance in shaping the composers dramatic style. CMM 1967 LII, 254
  2  
I     Faksimile des "Požehnaný" 1899 in der TP "Lachische Tänze" Philharmonia Nr. 481, 1951
       
      Der goldene Ring (Zlatý kroužek) ['slatii 'ggrouschegg] (The golden ring) (JW VIII/33)
      eigentlich "Das goldene Ringlein"; definitiver Titel nach ED 2)
      Klavierstück Nr. 13 im Album für Kamila Stösslová > Stücke aus dem Album für Kamila Stösslová (JW VIII/33)
K   1928 07. oder 08.08.1928, datiert Písek
ED 1 1994 Leoš Janáček: Památník pro Kamilu Stösslovou (Album für Kamila Stösslová), hrg von Jarmila Procházková, dt Ue von Dana Mestek, Brünn 1994
  2   Leoš Janáček: Klavírní miniatury I - Intimní skici (Klavierminiaturen I - Intime Skizzen), EDITIO MORAVIA + UE 1994, UE 30191 mit den Stücken 3, 5, 12, 13
UA   2014 28.03., Lars David Kellner, Kleines Theater in Haar (bei München), auf dem Harmonium "Max Horn, Modell Tannhäuser"
TT 1 1995 Marián Lapšanský, KIavier; SUP CD
  2 2000 Thomas Adès, EMI CD
  3 2003 Steffen Schleiermacher, MDG CD (unter "Czech Avantgarde 1918-1938 - Piano Music")
  4 2004 Håkon Austbø, BRILLIANT CD
  5 2008 Lada Valešová, AVIE CD > naxosmusiclibrary
  6 2012 Lars David Kellner (München) LC 05699 CD zu beziehen bei: www.larsdavidkellner.de
  7 2013 Cathy Krier (geb. 1985 Luxembourg) CAvi CD
  8   Sarah Lavaud (geb. 1982, Frankreich) EDITIONS HORTUS CD "Dans les brumes" > naxosmusiclibrary
       
      Der Herr auf Neuschlössel > Rákoš Rákoczy (JW I/2) 
      Der Jungfernkranz >Das Kränzlein (JW IV/31)  
      Der kleine Gärtner > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 11) 
      Der Kobold > Der Wildfang (JW XIV/12) 
       
      Der Kranz (Vínek) ['wiinegg] (The wreath) (JW IV/31)
      auch: "Der Jungfernkranz" (Ste-Gen 58), auch "Das Kränzlein"
      Chor für Männerstimmen
T     Volkspoesie
K   1904 oder 1906? - bei Ste-V 60 wird 1893 angegeben, bei Proch-V 1908
A     autografische Skizze auf Antonín Pustkas Sammlung von Volksliedern
M     Kopie, autorisiert, datiert mit möglicherweise 1893, JA 34.468; deshalb verzeichnet die erste Edition dieses Datum der Entstehung
ED 1 1923 HM Prag, als Nr. 3 der Sammlung "Čtyři lidové múžské sbory" (Vier volkstümliche Männerchöre), zusammen mit Nr. 1 >"Das Pflügen" (Orání, JW IV/1), Nr. 2 > "Warum neigt die Birke" (Což ta naše bříza, JW IV/22) und Nr. 4 > "Das Federbett" (Perina, JW IV/38)
  2 1929 HM Prag, dito
  3 1948 HM Prag, HM 237, dito, mit 1893 datiert
  4 2011 JGA C/2 Männerchöre II, Bärenreiter Praha, S. 11 - 17 neu unter dem Titel "Der Kranz"
D     3 min, 86 Takte
UA   1925 17.10., Brünn PSMU (JW, 132)
TT 1 1961 Moravan, Josef Veselka; SUP LP m
  2 1977 Prager Philh. Chor, Josef Veselka; SUP LP st
  3 1995 Mährischer Lehrerchor, Lubomír Mátl; NAXOS CD publ. 2001 > naxosmusiclibrary
L 1 1908 Brief Js an Artuš Rektorys vom 26.09:1908, in: Korr4, 95
  2 1962 Novák, Přemysl: Vzník Janáčkova sboro Vínek (Die Entstehung von Js Chor Das Kränzchen) in: HR, 1962, 367-70
  3 1968 Ste-Gen, 58 mit Hinweis auf neue Datierung
       
T    
Originaltext   dt Ue Knaus
Na bruntálských horách seje tam syneček hrách! Jeho galanečka zavracá tam krdel krav.   In den Bruntaler Bergen sät dort das Söhnchen Erbsen! Seine Schönste treibt dort eine Herde Kühe zusammen.
Kdýž je zavratila hořce zaplakala bodej by tě synku nebyla poznala.   Als sie beisammen waren, begann sie bitterlich zu weinen, hätte sie doch, dich Söhnchen, nicht kennen gelernt.
Rozhodil čtyři sta, rozhodil po stole! Na, to ty máš děvče, to ty máš za svoje, na, to ty máš děvče.   Er warf vierhundert hin, warf sie auf den Tisch! Na, da hast du das Mädchen, das hast du für dich, hier, da hast du das Mädchen.
Chot' by si rozhodil ještě třikrát teho, již mi nezaplatíš vinku zeleného!   Auch wenn du mir noch dreimal davon hinwerfen würdest, den Brautkranz wirst du mir nicht mehr bezahlen.
       
      Die Machart des Chores weist eher in Richtung Bezruč-Balladen, etwa auf > "Marycka Magdonová" (JW IV/34), deshalb ist die Entstehungszeit 1906 oder später wahrscheinlicher als 1893. Ausserdem wird man in den Takten 30-32 an den Chor > "Der Eifersüchtige" (Žárlivec, JW IV/19 Nr. 3) erinnert und an das Jenufa-Vorspiel > "Eifersucht" (Žárlivost, JW VI/10) oder an den hohen Tenorpart von Laca in > "Jenufa" (JW I/4, Partitur 1. Akt, Ziff. 20)
      Vom Schwierigkeitsgrad her ist er weniger anspruchsvoll als "Maryčka Magdonová", verlangt aber doch eine selbständig geführte Tenor-Solo-Gruppe, die immer wieder das a'' erreicht.
       
      Der Kuckuck > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 8), > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 32), > Volkstänze in Mähren (JW VIII,/10, Nr. 4)  
       
      Der lebende Leichnam (Živá mrtvola) ['schiiwa 'mrtwola, sch = sth] (The living corpse) (JW IX/6)
      auch: Die lebendige Leiche
      Oper, nicht vollendet
T     Leo Tolstoj
K   1916 Beginn im September, laut Datum auf Js Kopie des Schauspiels
A     Entwürfe zur 1. Szene, Partitur, nicht datiert, JA A 23.524 und Textbuch, undatiert, JA L IV, 3
B     3 Fl - 2 Ob - EnglHr - 2 Klar - BKlar - 2 Fag - KFag
      3 Hr - 3 Pos - Timp - Hrf - Celesta - Str
TT 1 1994 Fragment 1. Akt; Brünner Philh., Leoš Svárovský; SUP CD
L 1 1913 Der lebende Leichnam von Leo Tolstoi. Zwölf Bilder nach der Aufführung im Deutschen Theater von Max Reinhardt. Berlin 1913 - Sammlung Knaus
  2 1948 Vogel, Jaroslav: Janáček dramatik (Der Dramatiker Janáček), HM Prag 1948, S. 24 tschech
  3 1980 Straková, Theodora: Janáčkovy Opery Šárka, Počátek románu, Osud a hudebně-dramatická torza (Js Opern Šárka, Anfang eines Romans, Schicksal und musik-dramatische Torsi). In: CMM LXV 1980, S. 149-158 mit Bibliografie und dt Zusammenfassung
  4 1988 Melnikova, Marina: Russische Literatur in Js Opernschaffen. Dissertation Brünn 1988
I 1 1948 Faksimile einer Seite der Partitur, in: L 1, S. 24
      Tolstojs Drama in 6 Akten wurde am 23.09.1911 im Moskauer Künstlertheater uraufgeführt; 1900 war es geschrieben worden, 1911 publiziert. 1913 in Berlin durch Max Reinhardt aufgeführt, mit Moissi in der Rolle des Fedja.
      Die Handlung mag damals in der Situation für J grösseres Interesse beansprucht haben: Fedja Protasov verlässt Frau und Kind und folgt einer Zigeunerin (Vogel 352). Eine ähnliche Anlage wird später das > "Tagebuch eines Verschollenen" (JW V/12) aufweisen. eine Motivskizze zeigt eine gewisse Ähnlichkeit mit der Oper > "Šárka" (JW I/1) (Vogel 352). J hat nur die erste Szene in Partiturform skizziert.
       
      Der Letzte der Abencérages (Poslední Abencerage) [posslednii abenserache] (The last of the Abencérages) (JW XI/1)
      geplante Oper in 3 Akten nach Chateaubriands Erzählung "Les aventures du dernier des Abencérages" 1884-1885 - die "Abencerrajes" waren ein maurisches Adelsgeschlecht im Königreich Granada zur Zeit der Nasriden (14. und 15. Jh.)
T     F.R.Vicomte de > Chateaubriand (1868-1848), Textbuch Js Abschrift JA JK 37
K   1884 zwischen dem 16.08.1884 und dem 2301.1885 daran gearbeitet
A     Szenario, nicht datiert, im Tagebuch von 1885, mit Akt- und Szeneneinteilung sowie Angaben über die Rollentypen
L   1955 Straková, Theodora: Janáčkovy operní náměty a torsa (Js Opernsujets und Fragmente), in: Musikologie 1955, 417-449
I     Faks eines Textblattes mit Bemerkungen von LJ; in: Paris 81, S. 45
      Der Handlungsplan zeigt eine auffallende Ähnlichkeit mit der ersten Oper > Šárka (JW I/1), die zwei Jahre später entstand. am 03.12.1879 hatte J in Leipzig Cherubinis Ouvertüre zu "Les Abencérages" gehört und bemerkt dazu "brillantní" (brillant) (Helf 137).
       
      Der Löwe mit der weissen Mähne 
    1986 Titel des Janáček-Biografie-Films von > Jireš, Jaromil
       
      Der Mund (Ústa) [uusta] (Mouths) (JW XV/246) 
      Feuilleton in Lidové noviny vom 05.07.1923 - über die Beziehung von Artikulation von Silben und Wörtern zum zeitlichen Ablauf, mit diversen Sprechmotiven, u.a. mit "Prosím vás, nevyhanějte mne! Dyt' je zima!" (Bitte, werft mich nicht hinaus! Weil es so kalt ist!), das J zu einem kleinen Klavierstück von 5 Takten gestaltete.
T     Lit I 523-526 mit originalen Notenbeispielen; dt Ue in Feuill 105-109, gedruckte Notenbeispiele
A     nicht vorhanden, nur Faksimile und autorisierte Abschrift, JA
ED 1 1994 Editio Moravia + UE, UE 30191, Seite 2, "Melodie"
TT 1 1995 Marián Lapšanský, SUP CD "Intime Skizzen - Melodie"
  2 2004 Håkon AustbØ, BRILLANT CLASSICS CD "6 miniatures (1911-1927) - Melodie"
       
      Der närrische Vagant > Des Narren Irrfahrt (JW IV/43)
       
      Der Pelz (Kožich, Kožuch) 
      auch "Das Pelzlein" (Kožušek) oder "Kreuztanz" (Křížovy)
      Volkstanz, den J in verschiedenen Werken verwendet hat:
      > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr 7)
      > Walachische Tänze op. 2 (JW VI/4)
      > Mährische Tänze ( JW VI/7, Nr. 1)
      > Tschechische Tänze I (JW VI/9, Nr. 4)
      > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 13)
       
      Der Pflug (Pluh) [pluch] (The plough) (JW XIV/13
      Chor für Männerstimmen
T     von Petr > Bezruč, aus den "Slezské písně" (Schlesische Lieder)
K   1920 geplant
A     verloren
       
      Der Speck > Rákoš Rákoczy (JW I/2) 
       
      Der Tod (Smrt) ['smrt] (Death) (JW X/3)
      Melodrama für Rezitator und Orchester, Fragment
T     Michail Jurjewitsch > Lermontov
K   1876 vor dem 27.07., nur 1. Teil
A     verschollen
ED     keine
UA   1876 13.11., Brünn, Beseda; Rezitation: Antonín Peka, Ltg.: Leoš Janáček - Rezension in "Moravské orlice" vom 16.11.1876, vgl. Helf 342
       
      Der Tod > Sonate 1.X.1905 (JW VIII/19) 
      Der trübe Birkenbaum > Warum neigt die Birke (JW IV/22) 
      Der unselige Krieg > Zu Felde ziehen (JW IV/17, Nr. 3) 
      Der Unterrock (Kanafaska) > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 11) 
      Der Walache (Valach) > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 11)  
      Der wandernde Wahnsinnige > Des Narren Irrfahrt (JW IV/43)
       
      Der Weg ins Bewusstsein (Cesta do vědomí) (A journey into consciosness) JW XV/300
      Feuilleton, geschrieben "Dem Gedenken E. Babáks" 1926
A     BmJA LS 81
ED 1 1927 Památce E. Babáka, Brünn 1927
  2 1974 in: Theorie 2, S. 329-331
L 1 2011 Janáček, Leoš: Vollständige Harmonielehre, übersetzt und kommentiert von Kerstin Lücker, 520 Seiten, Verlag Frank&Timme, Berlin 2011, S. 20-22
       
      Der welkende Kranz > Das versunkene Kränzlein (JW IV/6)
       
      Der Wildfang (Divoška) ['diwoschgga] (The tomboy) (J XIV/12) 
      auch das "Teufelsmädchen" oder "Der Kobold" (Šotek)
      Opernentwurf nach der Komödie "Ta třetí" (Das Dritte) von Viktor Krylov
K   1920 26.10.
A     nicht vorhanden, nur Libretto mit Js Anmerkungen, datiert 26.10.1920, in JA JK 6
L 1 1955 Straková, Theodora: Janáčkovy operní náměty a torsa (Js Opernentwürfe und Torsi) in Musikologie 1955, 417-449
  2 1978 Peduzzi, Lubomír: Janáček, Haas a Divoška (J, Haas und "Der Wildfang") in opmus 8/78
      Nach Theodora Straková (L 1) hat J mit seinen Schülern daran gearbeitet, als Beispiel für Opernkomposition. Lubomír Peduzzi (L 2) weist nach, dass J damit eine "Hausaufgabe" gestellt und einzelne korrigiert habe.
       
      Deset českých církevních zpěvu z Lehnerova mešního kancionálu > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10) 
      Desiderius, Dr. > Boettinger, Hugo
      Desire > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 20)
       
      Des Narren Irrfahrt (Potulný šílenec) ['potulnii 'schiilenets, sch=stimmlos] (The wandering madman) (JW IV/43)
      auch "Der närrische Vagant" oder "Der wandernde Wahnsinnige" (im Inserat von HM 1927 in "Der Anbruch"), aber schon 1934 wird der Titel "Des Narren Irrfahrt" publiziert (im Inserat von HM)
      Chor für Männerstimmen mit Sopransolo
T     Rabindranath > Tagore, aus der Sammlung "Der Gärtner", Nr. 66, tschech, dt Ue F. Balej, tschech+dt Text in ED 3
K   1922 am 12.11. beendet
A   1922 P, dat 12.11., JA A 7452
M 1   Abschrift, autorisiert, JA A 34.457
  2   Abschrift, korrigiert März 1925 von Ferdinand Vach und Otakar Nebuška, JA A 34.458
ED 1 1925 P, HM Prag HM 332, mit tschech und dt Text; dt Ue Friedrich Adler
  2 1952 P, NHV Orbis Prag
  3 1976 P, EdS Prag H 6003, mit tschech und dt Text; dt Ue Friedrich Adler
  4 2011 JGA C/2, Männerchöre II, Bärenreiter Praha, S. 148-162, 165 Takte
D     5 min 30 sec, 166 Takte
UA   1924 21.09., Rosice bei Brünn, PSMU, Ferdinand Vach, Eliška Janečková, Sopran
WA 1 1924 11.10., Brünn, PSMU, Ferdinand Vach
  2   08.12., Prag, Mozarteum, Prager Lehrerchor, Method Doležil, J anwesend
TT 1 1948 PSMU, Jan Šoupal, SUP P
  2 1956 PSMU, Jan Šoupal, SUP P
  3 1961 MORAVAN, Josef Veselka, SUP P, LP m
  4 1969 PSMU, Antonín Tučapský, SUP LP st; SOMM CD publ. 1995
  5 1977 Prager Philh. Chor, Josef Veselka LP st, CD publ 1995
  6 1983 MORAVAN, Jan Řezníček, PANTON LP st
  7 1993 Niederländischer Kammerchor, Reinbert de Leeuw, PHILIPS CD
  8 1995 Mährischer Lehrerchor, Lubomír Mátl; NAXOS CD publ 2001 (auf dem Cover "Máti") > naxosmusiclibrary
  9 2003 Mährischer Lehrerchor, Lubomír Mátl, NADACE Leoš Janáček CD
  10 2009 SWR Vokalensemble, Marcus Creed, SWR2 DOWNLOAD 21.02.2011
  11 2015 Collegium vocale Gent, Rapp Elizabeth (Sopran), Paul Bentley-Angell (Tenor), Felix Rumpf (Bariton), Ltg: Reinbert de Leeuw, tschech. gesungen, ALPHA CD > naxosmusiclibrary
       
T    
dt Ue von Friedrich Adler ED 3
Seht, ein Narr!
Irrend umher, der Narr, suchte er den Stein der Weisen: wild und wirr flog sein Haar, ausgebleicht, grau vom Staube; dürr und hager sein Leib, fest schloss die Lippen er als Türe seines Herzens, flammend die Augen wie Schein des Leuchtkäfers, der da sucht sein Liebchen.
Vor ihm schwoll der grenzenlose Ozean.
Schwatzhaft sprachen alle Wellen von dem Reiche heimlicher Schatzkammern, höhnisch verlachend die kindische Torheit, die ohne Ahnung, was der Rede Sinn. Schon schwand die Hoffnung ihm, dennoch nicht Ruhe gönnt er sich. Suchen war Ziel und Zweck ihm allen Seins, - so wie der Ozean hebt seine Arme himmelan, so wie die Sterne geh'n, schauend stets nach einem Ziele, das unerreichbar - so auch der arme Narr, der mit verstaubtem Haar ruhelos dahinzog, suchend den köstlichen, mächt'gen Zauberstein.
Einmal am Weg traf ich ihn, ein Junge vom Land, und fragte ihn: "Sage mir, wie du kamest zu der Goldkette am Halse?" Starr blieb der Arme. - eine Kette war's von Eisen, und die ward zu Golde! er schlug die Stirn sich wund! Wo, ja wo hat er diese Glück gefunden, ohne es zu wissen?
Er hob immer schon Kiesel am Wege auf, und er berührte damit die Kette nur, weg warf er den Stein dann, ohne erst nachzuschau'n, ob gescheh'n das Wunder war. So fand der Narr und ach, verlor den Stein der Weisen!
Westwärts neigte sich die Sonne schon, golden war rings der Himmel. Und der Narr suchte nun fort den Stein, den er verloren hat, mit der erloschenen Kraft, mit tief gebeugtem Leib, das Herz im Staube, wie ein Baum, der entwurzelt ward.
      Die zwei letzten Zeilen sind auf Janáčeks Grabstein auf dem Zentralfriedhof in Brünn eingraviert: se silou uhaslou a srdcem v prachu jako strom, jenž byl vyvrácen.
       
      Dieser letzte A cappella-Chor für Männerstimmen (die Fragen des Knaben werden von einem Frauensopran eingeflochten) bedeutet eine weitere Auffächerung der Einzelstimmen in motivischer und harmonischer Hinsicht. Der Text wird derart aufgesplittert, dass ein dichtes Textgewebe und eine dem Sprechchor angenäherte Faktur entsteht. Der Chor hat keine schon vorgezeichnete Tonart. J bevorzugt freie Tonalität, belebt mit expressionistischen Schreien und peitscht die Ausdrucksmittel auf bis an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Der Solosopran wirft kurze Lacher ein. Polyrhythmische Gebilde herrschen vor. Der Stimmumfang verlangt drei Oktaven, vom h1 der Tenöre zum H1der Bässe. Der Chor beginnt in Es-Dur, schliesst in H-Dur (auch die Harmonie findet den Weg - wie der Narr - nicht zurück).
       
      Des Spielmanns Kind (Šumařovo dítě) ['schumarschowo 'diitje, sch=stimmlos] (The fiddler's child) (JW VI/14)
      auch "Das Kind des Spielmanns" oder "Dorfgeigers Kind"
      Ballade für Orchester nach dem Gedicht von Svatopluk Čech
T     "Šumařovo dítě" abgedruckt in "Lumír" 1873, auch in "Básně Svatopluka Čecha" (Gedichte von Svatopluk Čech), Prag 1874; tschech Text und dt Ue (Prosa) in ED 2, in ED 4 nur tschech!
K   1913 28.04.
A     P, undatiert, JA A 31.216, Faksimile in ED 4
M     P, Abschrift von Vojtěch Ševčík, undatiert, JA A 23.480, Faksimile in ED 4
ED 1 1914 TP, Klub der Kunstfreunde in Brünn, Janáček zum 60. Geburtstag gewidmet
  2 1924 TP, HM Prag, HM 296, "Dorfgeigers Kind", Js Revision berücksichtigt
  3 1949 TP, HM Prag, HM 1036, ediert von Otakar Šourek
  4 1984 JGA D/6, EdS+ BÄRENREITER Prag+Kassel, H 6798, ediert von Jarmil Burghauser und Radomil Eliška, Vorwort von Jiří Vysloužil, mit Faksimile des Autografs und der ersten Abschrift, mit Js Bemerkungen tschech, dt (> L 1); Gedichttext von Svatopluk Čech nur tschech!
  5 2010 P + St, Kalmus Music Publishers A7036, Reprint von 3), nur USA-Markt
MT     Bärenreiter Kassel www.baerenreiter.com
W     Dr V. Zemánkovi věnováno (Dr. Vilém Zemánek gewidmet); Zemánek, damals Chefdirigent der Tschech. Philharmonie, hat J um ein neues Orchesterwerk gebeten. Die Widmung ist allerdings nur in ED 1 vermerkt
B     2 Fl - 2 Ob - 2 Klar - BKlar -2 Fag - 
      3 Hr -2 Tromp - 3 Pos - Tuba - Timpani - Glocken - Cmbal - Triangel - Hrf - Vl solo - Str
D     12 min, 503 Takte
UA   1917 14.11., Prag, Tschech Philh., Otakar Ostrčil; J anwesend - die ursprünglich vorgesehene UA am 15.03.1914 mit J als Dirigenten war nicht zustande gekommen, da die Vorbereitungen mit zwei Proben zu kurz gewesen waren.
W 1 1923 14.01., Prag, Tschech Philh., František Stupka; J anwesend
  2 1924 03.05., London, Queen's Hall, New Queen's Hall Orchestra, Sir Henry Wood
  3   08.12., Prag, Smetana-Saal, Tschech Philh., Václav Talich; J anwesend
  4 1925 01.11., Brünn, František Neumann; J anwesend
TT 1 1957 Břetislav Bakala, Brünner Philh; SUP LP m
  2 1966 Jiří Waldhans, Brünner Philh; SUP LP st
  3 1979 František Jílek, Brünner Philh; SUP LP st
  4   Gennady Roshdestvensky, BBC Symphony Orchestra, ICA CLASSICS CD > naxosmusiclibrary
  5 1984 James Conlon, Orchestre philh. de Rotterdam; Rundfunkmitschnitt Lille 23.10.1984, Sammlung Knaus
  6 1992 Jiří Bělohlávek, Tschech Philh; CHANDOS CD > naxosmusiclibrary
  7   František Jílek, Brünner Philh; SUP CD
  8 1996 Andrew Davies, Royal Stockholm Philh. Orchestra; FINLANDIA CD publ 1998
  9 2004 Ilan Volkov, BBC Scottish Symphony Orchestra; HYPERION CD
  10 2013 Tomas Netopil, Rundfunk-Sinfonieorchester Prag, CD
  11 2014 Edward Gardner, Bergen Philharmonie, CHANDOS CD
       
L 1 1914 Janáček, Leoš: Šumařovo dítě. Několik poznámek o instrumentaci k prvému provedení na koncertě České filharmonie (LJ: Des Spielmanns Kind. Einige Bemerkungen über die Instrumentation zur ersten Aufführung im Konzert der Tschech Philharmonie. In: Hudební revue Jan-Feb 1914, 203-205; Lit1, 412-414; dt Ue in MdL 113-115 (gekürzt), vollständig in JGA D/6, 83
  2 1917 Helfert, Vladimír: Rezension in "Národa" 22.11.1917, erwähnt in Korr6, S. 30/a4
  3 1959 Vogel 258-263
  4 1985 Kulka, Jiří: Musica-aesthetical analysis of "The fiddler's child". In: Leoš Janáček Society-Newsletter , Nr. 1, 25-31
  5 1999 Macdonald, Hugh: Narrative in Janáček's symphonic poems. In: Janáček studies, hrg. von Paul Wingfield, Cambridge University Press 1999, 36-55
  6 2006 Tyrr-Bio1, 806-811, 818-821
I   1991 Titelblatt von ED 1, in: Simeone 168
       
      Destinn, Emmy (Ema Destinnová) (26.02.1878 Prag - 28.01.1930 Budweis)
      tschech Sopranistin, die eigentlich Emilie Pavlína Kittlová hiess; sie interessierte sich 1917 für die Rolle der Jenufa; die Sängerin Gabriela > Horvátová hatte ihr den KlA gezeigt (Susskind 48). Js Briefwechsel mit Emmy Destinn umfasst 4 Briefe von LJ und 2 Briefe von ihr. Es gibt von ihr keine Aufnahmen mit J-Werken auf TT, auch nicht auf der aufgeführten DVD
L 1 1950 Korr6, 38, 42, 92-97
  2 1974 Vaclav Holzknecht/Bohumil Trita: Ema Destinnová. Prag 1974, 306 Seiten, tschech, engl, dt, mit 204 Illustrationen und Diskografie
DVD   2005 Emmy Destinn - The greatest Czech Sopran. SUP DVD
       
      Destiny > Schicksal (JW I/5)
      Detva > Lieder aus Detva (JW V/11)
      Detvan brigand songs > Lieder aus Detva (JW V/11
      Detvánské zbojnické balady > Lieder aus Detva (JW V/11) 
       
      Deutsche Sprache
      J wurde in Brünn, an der Realschule, Deutsch unterrichtet, das heisst also von seinem 14. Altersjahr an. Er pflegte die deutsche Sprache anscheinend weiter und war in der Lage, sich sehr differenziert auszudrücken. Aus Leipzig und Wien schrieb er an seine Freundin Zdenka Schulz hunderte von Briefen ausschliesslich in deutscher Sprache. Er schreibt Deutsch in Rücksicht auf seine deutsch-sprechende Freundin, obwohl ihn dies einige Überwindung gekostet haben mag, da er wegen seiner betont pro-slawischen Haltung (> Panslawismus > Patriotismus) einen anti-deutschen Reflex unterdrücken musste. Probleme der deutschen Sprache werden in den Briefen auch nie angeschnitten. Seine Leistungen im Fach "Deutsche Sprache" wurden als "lobenswert" bezeichnet.
      In seinen Deutsch geschriebenen Briefen an Zdenka - in der alten Sütterlin-Schrift - werden zwar verschiedene Unzulänglichkeiten sichtbar: Er hat manchmal Schwierigkeiten mit der Wortstellung im Satz oder mit bestimmten Wendungen; z.B. schreibt er meistens "ich bin gern, dass...." statt "ich bin froh, dass..." oder "ich denke auf Dich..."; er verwechselt häufig "das/dass", er schreibt immer "gewiess", "interressant", "errinnern" oder "bärenbeissig", hingegen macht er auffallend wenige Tempus-Fehler. Er kennt sprichwörtliche Wendungen und beherrscht viele komplizierte Konstruktionen. In ganz wenigen Fällen muss er sich mit der Muttersprache Tschechisch behelfen.
      Später hat er, wenn es sein musste, Deutsch gesprochen. Hingegen hat er seiner Freundin Zdenka vor der Hochzeit verboten, deutsche Bücher zu lesen, damit sie die tschechische Sprache vermehrt verwenden musste. Auch von der Schwiegermutter erwartete er, dass sie mit ihm Tschechisch spreche. Er hat sich dann mit ihr geeinigt, dass er weiterhin Tschechisch spreche, sie aber Deutsch. Mit Max > Brod hat er sich meist Tschechisch unterhalten, im Briefwechsel von 1917-1928 hat Brod Deutsch geschrieben, J hingegen Tschechisch. Die Briefe an Otto > Klemperer aber sind alle Deutsch geschrieben. In einem Brief an Václav Mikota fragt er betr. den Programmzettel des Verlags Hudební matice für Venedig, warum "das aufdringliche Deutsch" gebraucht werde und warum denn "Hochwald" geschrieben würde und nicht "Hukvaldy" - "Nicht ein einziger Deutscher ist dort" (L 5). Alle Briefe (über 250) an die UE hat J Deutsch geschrieben! > L 3
L 1 1985 Knaus, Jakob: "Intime Briefe" 1879/80 aus Leipzig und Wien, kommentiert und ergänzt, Zürich 1985, 280 Seiten, mit Register und 7 Illustrationen, hrg von der Leoš Janáček-Gesellschaft
  2 1981 Briefwechsel Klemperer/Janáček, in: LJG-Mitt, Nr. 36, 1981-2, kommentiert von Jakob Knaus
  3 1988 Janáček, Leoš: Briefe an die Universal Edition. Hrg und kommentiert von Ernst Hilmar, Tutzing 1988, 385 Seiten ( = JUE)
  4 2001 Zd-Mem, LJG-Mitt Nr. 77, 2001-3, Seite 3
  5 2007 Tyrr-Bio2, 553
I 1 2008 Faksimile des Briefes vom 15.07.1926 aus Hukvaldy - Sammlung Knaus, in: Progr.heft "Kát'a Kabanová", Köln 2008, Seite 17
       
      Deutschland
      Nach der Wiener Premiere der "Jenůfa" (16.02.1918) hat es sich gezeigt, dass die Verbreitung von Js Opern über den deutschen Sprachraum in Gang kam. Die ins Deutsche übersetzte "Její pastorkyňa" durch Max Brod (und Hugo Reichenberger) wurde rasch von andern Theatern angefordert. Köln unter Otto Klemperer führte sie noch im gleichen Jahr auf, dann folgten Frankfurt, Berlin, Freiburg und dazwischen die Met New York (1924)! Bis zu Js Tod (August 1928) sind 48 Inszenierungen an deutschsprachigen Theatern zu verzeichnen.
      Übersicht über die Erstaufführungen von Js Opern an deutschen Bühnen (+ Dirigent, Regisseur):
    1918 16.02., "Jenůfa" JW I/4, Köln, Otto Klemperer, Fritz Rémond; zweite deutsch-sprachige Inszenierung nach Wien
    1922 08.12., "Kát'a Kabanová" JW I/8, Köln, Otto Klemperer, Felix Dahn; erste Inszenierung nach Brünn und Prag
    1927 13.02., "Das schlaue Füchslein" JW I/9, Mainz, Paul Breisach, Paul Weissleder; erste Inszenierung nach Brünn und Prag
    1929 14.02., "Die Sache Makropulos" JW I/10, Frankfurt am Main, Joseph Krips, Hans Esdras Mutzenbecher; erste Inszenierung nach Brünn und Prag
    1930 14.12., "Aus einem Totenhaus" JW I/11, Mannheim, Joseph Rosenstock, Richard Hein; erste Inszenierung nach Brünn
    1958 26.10., "Schicksal" (Osud) JW I/3, Stuttgart, Hans Schwieger, Peter Stanchina; erste Auff. nach Brünn
    1959 19.11., "Die Ausflüge des Herrn Brouček" JW I/7, München, Joseph Keilberth, Wolf Völker; erste Inszenierung nach Brünn, Prag und Ostrava
    2001 17.02., "Šárka" JW I/1, Giessen, Stefan Malzew, Christian Marten-Molnár; zweite ausländische Inszenierung nach Edinburgh
       
      Dež viš > Da du weisst (JW IV/28, Nr. 1)
       
      Dialogformen
      Dialogisierende Monologe aus der russischen Literatur sind vor allem in der Oper > Aus einem Totenhaus (JW I/11), aber auch in "Das schlaue Füchslein" (JW I/9) anzutreffen (2. Akt, Erzählung des Füchsleins von der Flucht, oder 3. Akt Harašta)
L   1971 Štědroň, Bohumír: LJ als Kritiker der Brünner Oper. In: LJG-Mitt Nr. 5-8 
       
      Diary of one who disappeared, The > Tagebuch eines Verschollenen (JW V/12)
      Diary of one disappeared and never heard of again, The > Tagebuch eines Verschollenen (JW V/12)
       
      Diatonik
      J schreibt auffällig oft längere Abschnitte, die diatonisch durchgehalten werden, im deutlichen Unterschied zu anderen Komponisten um 1900. Preys Folgerung daraus (L 1, 446): "Janáček verwendet einen traditionellen Akkord, der Erwartungen hinsichtlich des Fortgangs der Musik hervorruft, ohne ihn der Tradition gemäss weiterzuführen und die Erwartungen hinsichtlich der Weiterführung zu erfüllen, d.h., er verwendet einen traditionellen Akkord ohne seine traditionelle Funktion.....Durch den Fortfall der Funktionsharmonik verliert die Harmonik allerdings ihre Fähigkeit, die Musik syntaktisch zu gliedern. Deswegen werden bei Janáček Schlusswirkungen so häufig durch auffällige Wiederholungen und Verkürzungen erzeugt."
L   1988 Prey, Stefan: Diatonik bei Janáček. In: MUSICA 9/10 1988, 442-447 mit Notenbeispielen (Vorspiel zum 3. Akt "Jenufa")
       
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