G1 Stand: 25.02.2016
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Abkürzungen

Was Zahl Jahr Gabel, Eva
      Slowakische Fabrikarbeiterin und Volkssängerin, sie lebte in der Nähe von Brünn; im Jahre 1909 sang sie der Ethnografin Františka Kyselková und Leoš Janáček einige Lieder vor, die dann auf einem Phonografen aufgezeichnet wurden. Diese Aufnahmen sind erhalten > TT 1). J bearbeitete sechs von diesen Liedern und gab sie unter dem Titel > "Sechs Volkslieder, die Eva Gabel sang" (JW V/9) heraus.
ED 1 1922 P HM Prag HM 231, mit Texten in tschech und dt; in der Sammlung > "Sechsundzwanzig Volksballaden"
  2 1950 P HM Prag HM 1033, mit tschech Text, hrg von Fr. A. Kypta, "Dvacet šest lidových balad" (26 Volksballaden), Nr. 11-16
  3 1990 P Masters Music Publication, Boca Raton, Florida, Edition M 1810, Nr. 5-10, Reprint von E 2)
TT 1 1998 Nejstarší zvukové záznamy moravského a slovenského lidovího zpěvu (Die ältesten Tonaufnahmen von mährischen und slowakischen Volksgesängen) (aus der folkloristischen Tätigkeit von Leoš Janáček und seinen Mitarbeitern), CD mit umfangreichem Textbuch und zahlreichen Fotos, publ Janáček Stiftung Brünn 1998 - Eva Gabel ist auf den Tracks 1, 8, 10 und 11 zu hören
       
      Gallant's young wife, The > Kleine Königinnen (JW IV/20, Nr. 7)
      Gamekeeper, The > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 27)
       
    Ganztonleiter 
      Die erweiterte lydische Tonleiter, die in der Volksmusik Mährens eine Rolle spielt, führt zur Ganztonleiter. Sie beginnt mit drei Ganztonschritten, zum Beispiel b - c - d - e, dann dazu ges und as. J setzt sie oft als kontrastierendes Element ein, vor allem in der Oper "Das schlaue Füchslein". Tyrrell (L 2) weist auf das Lied der Fuchskinder hin, dem sofort eine Variante in Ganztönen entgegengesetzt wird, worin die Füchsin ihre Kinder auf die Falle des Försters aufmerksam macht. Der gefährlichen Welt (mit Ganztönen) steht die Fantasiewelt der Fuchskinder gegenüber. 
      Kurz vor der Arbeit am "Schlauen Füchslein" hat J Debussy "La Mer" analysiert und in Prag "Pelléas et Mélisande" gehört. J legt Wert darauf, dass ihm in seiner "Jenufa" schon 1894 - und unabhängig von Debussy - die Ganztonleiter ins Gehege gekommen sei (vgl "Jenufa", 2. Akt, Partitur UE 30 145, Seite 334, Ziffer 111: ...und doch bin ich schon am Ende angelangt.
      Glinka, > Mussorgsky, > Rebikov, > Charpentier und > Debussy hatten schon vor J Ganztonleitern verwendet. J schätzte Ravels "Shéhérazade" nicht, wegen der zu vielen Ganztonleitern (Maurice Ravels "Shéhérazade", Ouvertüre zu einer nicht geschriebenen Oper, UA 1898).
L 1 1958 Vogel 402ff
  2 1962 Sádecky, Zdeněk: Ganzton-Charakter in der musikalischen Sprache von Janáčeks "Schlauem Füchslein", in: Sborník praci, Prag 1962, S. 95-163
  3 1982 Tyrrell, John: Covertext zum "Schlauen Füchslein" Mackerras DECCA CD
       
      Gazdina roba > Die Geliebte des Grossbauern (JW XI/8)
      Geboren ist Herr Jesus Christ > Christus, der Herr, ist geboren (JW VIII/20)
       
      Gedda, Nicolai (geb. 11.7.1925 Stockholm)
      schwedischer Tenor russischer Abstammung
TT 1 1963 Glagolitische Messe, Leonard Bernstein/New York Philharmonic; COLUMBIA LP st
  2 1984 Tagebuch eines Verschollenen, zus. mit Věra Soukupová und Josef Páleníček, SUP LP st; CD publ 1995
       
      Geistliche Werke > Werkverzeichnis
      Geistreiche Arbeit (Duchaplná práce) > Feuilleton 1888 (JW XV/84)
       
      Gellner, František (1881 - 1914 an der Front verschollen)
      tschech Schriftsteller; einer der Librettisten der Oper > "Der Ausflug des Herrn Brouček auf den Mond" (JW I/6). Von ihm blieben in der endgültigen Form Oblačný's lange Rezitation und der Studenten-Chor am Aktende.
L 1 1950 Korr5, 48-50, vier Briefe von 1912 und 1913
  2 1992 Tyrrop, 181-184
  3 2006 Tyrr-Bio1, 786-787
I 1 1950 Foto, in: Korr5, 80
       
      Gemischte Chöre (> Drei gemischte Chöre)
      Unter dem Titel "Smíšené sbory" (Gemischte Chöre) sind 1951 drei Werke von J publiziert worden, die dann 1978 unter dem Titel "Tři smíšené sbory" (Drei gemischte Chöre) erschienen sind. Diese drei Chöre > "Herbstlied" (JW IV/14); > "Die Wildente" (W IV/18); > "Unser Lied" (2) (JW IV/21) sind hier aber unter den Einzeltiteln aufgeführt.
ED 1 1951 P ORBIS-Prag, E O 514, "Smíšené sbory"(Gemischte Chöre), rev von Bohumír Štědroň, mit Vorwort tschech, Liedtexte tschech
  2 1978 P EDITIO SUPRAPHON PRAHA, Bärenreiter-Verlag Kassel, H 6154, "Tři smíšené sbory" (Drei gemischte Chöre), rev von Jan Trojan, mit Vorwort tschech, dt; Liedtexte tschech, dt
       
      Gemischte Chöre
      Da im Werkverzeichnis der vokalen Werke nicht nach Besetzung unterschieden wird, sondern nach geistlich und weltlich, werden hier alle gemischten Chöre in einer Übersicht dargestellt:
     
Komp.jahr JW Titel
1874 II/1 Graduale "Speciosus forma", Motette für gem. Stimmen und Orgel
1875 II/2 Introitus in festo Ss. Nominis Jesu, Motette für gem. Stimmen und Orgel
  II/3 Exaudi Deus (1) Motette für gem. Stimmen und Orgel
  II/4 Exaudi Deus (2) Motette für gem. Stimmen
  II/5 Benedictus, Motette für gem. Stimmen und Orgel
  II/6 Communio "Fidelis servus", Motette für gem. Stimmen
1875? - 1878 II/7 Regnum mundi, Motette für gem. Stimmen
1875? - 1879 II/8 Exurge Domine, Motette für gem. Stimmen
1875? - 1879 II/9 Graduale in festo purificationes BVM 'Suscepimus', Motette für gem. Stimmen
1877 IV/12 Festlicher Chor, zur Grundsteinlegung der Lehrerbildungsanstalt, für Soloquartett Männerstimmen, Männer- und Frauenchor
1880 IV/14 Herbstlied, für gem. Chor
1885 IV/18 Die Wildente, für gem. Chor
1890 III/1 Unser Lied (1), für gem. Chor und Orchester
  IV/21 Unser Lied (2), für gem. Chor
1891 III/2 Mückenhochzeit, Volkslied-Arrangement für gem. Stimmen und Orchester
1892 III/3 Ich hab Grünes gesät, Volkslied-Arrangement für gem. Chor und Orchester
1893 III/4 Wenn wir zum Fest gehen, Volkslied-Arrangement für gem. Chor und Orch.
1894 IV/23 Schon scheint die Sonne in den Bergen, für Baritonsolo, gem. Chor und Klavier
1896 III/5 Hospodine! (Herr, erbarm dich!), für Soli, gem. Doppelchor, Blechbläser, Harfe und Orgel, 2. Version mit gem. Chor
1897 III/6 Amarus, Kantate für Soli, gem. Chor und Orchester
1899 IV/27 Hochwalder Lieder, Volkslied-Arrangements für gem. Chor
1901-06 IV/29 Vater unser (1), für Tenor solo, gem. Chor, Klavier und/oder Harmonium
1903 IV/30 Elegie auf den Tod der Tochter Olga, für Tenor solo, gem. Chor und Klavier
1904 II/14 Ave Maria (Zdrávas Maria), für Tenor, gem. Chor, Violine und Orgel
1906 IV/29 Vater unser (2), für Tenor solo, gem. Chor, Harfe und Orgel
1908 IX/5 Messe Es-Dur, für Soli gem. Chor und Orgel (unvollendet)
1914 III/8 Das ewige Evangelium, Legende für Soli, gem. Chor und Orchester
1926 III/9 Glagolitische Messe, für Soli, gem. Chor, Orgel und Orchester
       
      Bearbeitungen:
     
1877 XII/2 Antonín Dvořák: Klänge aus Mähren (1-4), für gem. Chor und Klavier
1884 XII/2 Antonín Dvořák: Klänge aus Mähren (5-6), für gem. Chor und Klavier
1901 XII/4 Messe nach Liszts "Orgelmesse", für gem. Chor und Orgel
       
      Gesamtausgabe > Kritische Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janáček
       
      Gesang
      Janáček war während gut 30 Jahren Gesangslehrer in Brünn:
      1873-1876 Leiter des Männerchors "Svatopluk"
      1876-1888 Leiter des Chores der "Brünner Beseda"
      1878-1904 Musiklehrer an der K.K. tschechischen Lehrerbildungsanstalt
      1888-1896 Gesangslehrer am Altbrünner Untergymnasium
      1899 gab er seine > "Anleitung zum Gesangsunterricht" heraus, es war sein Lehrmittel der neunziger Jahre
L 1 1947 Štědroň, Bohumil: Janáček, učitel zpěvu (Janáček, der Gesangslehrer) in: Jahrbuch der Pädagogischen Fakultät, Brünn 1947, S 235-6
  2 1980 JGA H/2 SUPRAPHON/BÄRENREITER Prag/Kassel, "Anleitung zum Gesangsunterricht", H 6338
       
      Gesangbücher (Kancionálky) > Feuilleton 1886 (XV/58)
      Gesangsverein mährischer Lehrer PSMU > Sängervereinigung mährischer Lehrer PSMU
       
      Gesellschaft zur Erforschung des Kindes
      1921 gegründet von O. Chlup (1875-1965), Edward Babák (1873-1926) und František Pražák (1885-1947). J interessierte sich für Babáks Forschungen im Bereich der Gene und der Gentechnik. In dieser Zeit kümmerte sich J vor allem um den erst 7-jährigen Rudolf > Firkušný, dessen frühreifes Talent als Pianist er rasch erkannt hatte. J publizierte einige Feuilletons zum Thema Kindersprache.
L 1 1903 Janáček, Leoš: Sprechmotive der Kindersprache (Nápěvky dětské mluvy). In: Český lid, 1903-1906 in 7 Folgen; Reprint ediert von Věra Stará, Ostrava 1960; Lit I, 313-328, (Differenzen in den Daten zu den Quellen, z.B. erst 1904-06) (XV/169)
    1981 Gregor, Vladimír: Leoš Janáček a společnost pro výzkum dítěte v brně (LJ und die Gesellschaft zur Erforschung des Kindes), in opmus 9/81, S. 265-267 mit dt Zusammenfassung (Gregor war Mitglied dieser Gesellschaft)
       
      Girl was mowing the grass, A > Volksnokturnos (JW IV/32, Nr. 1)
      Girl was sitting, The > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 17)
      Girl was weeding, weeding flax, The > Mährische Volkslieder (JW VIII/23, Nr. 6)
      Girl went into the wood, The > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 5)
      Glagolitic Mass > Glagolitische Messe (JW III/9)
       
      glagolitisch
      "Glagolitisch" heisst die Schrift der altbulgarischen Sprache, die zur Kirchensprache aller Slawen geworden ist.
      Die beiden Slawenapostel > Cyrill und Method, die in Südrussland vom Chan der Chasaren zur Christianisierung herbeigerufen wurden, hatten derartigen Erfolg, dass sie vom Slawenfürsten Rostislaw nach Mähren eingeladen wurden, die Bibel in ihre Muttersprache zu übersetzen. Da aber kein Alphabet vorhanden war, stellte Cyrillus aus griechischen und lateinischen Zeichen ein eigenes Alphabet zusammen und erfand zur Wiedergabe von rein slawische Lauten neue Schriftzeichen. Damit war das Kyrillische Alphabet geboren. Und mit diesen Zeichen schrieb er nun die neu in seine Muttersprache - das Altbulgarische - übersetzte Bibel nieder.
      J hat den Messe-Text in dieser Übersetzung vertont > Glagolitische Messe (JW III/9) (siehe unten)
      Weitergehende Informationen > Wikipedia - Glagolitische Schrift
       
      Glagolitische Messe (Glagolská mše) ['glagolksggaa 'msche] (Glagolitic Mass) (JW III/9)
      auch "Festliche Messe"
      für Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester
T     altkirchenslawisch = glagolitisch, revidiert von Miloš Weingart
K   1926 02.08. - 15.10., in Luhačovice und Brünn, Orgelsolo am 20.12.1926, spätere Revisionen: Dez. 1926, 29.05.1927, 01.09.1927, November - Dezember 1927
A 1   P, dat "Luhačovice 5.8.1926" und Datum der Beendigung 15.10.1926, JA A 7447
M 1   Abschrift der Partitur von Václav Sedláček, dat 20.12.1926, bei UE Wien mit Abschrift des Textes
  2   Abschrift der Partitur von Jaroslav Kulhánek, dat 01.09.1927, JA A 49.308 
  3   Abschrift des Klavierauszugs mit Vokalstimmen von Ludvík Kundera mit Korrekturen von Janáček; nur das Orgelsolo wurde von Václav Sedláček kopiert. Das Ganze wurde als Druckvorlage für UE 1928 gebraucht, zusammen mit einem maschinengeschriebenen Blatt des Altslawischen Texts, Archiv UE Wien in Wiener Stadtbibliothek 
ED 1 1928 KlA UE Wien UE 9544, eingerichtet von Ludvík Kundera, dt. Text von Rudolf St. Hoffmann
  2 1929 P UE Wien UE 9541, eingerichtet von Ludvík Kundera, dt. Text von Rudolf St. Hoffmann
  3 1930 KlA UE Wien UE 9544, eingerichtet von Ludvík Kundera, engl. Text von Rosa Newmarch, dazu lateinischer Text mit Bemerkungen von Miloš Weingart 
  4 1954 KlA UE Wien UE 9544, eingerichtet von Ludvík Kundera mit glagolitischem und dt. Text. Nachwort von Jaroslav Vogel, Bemerkungen von Miloš Weingart zum lateinischen Text, dt 
  5 1969 KlA UE Wien UE 9544a, mit engl und lateinischem Text
  6 1970 StudienP UE Wien UE 13366, mit glagolitischem und dt Text von Rudolf St. Hoffmann 
  7 1989 Orgelsolo UE Wien UE 18 604, Orgelpart ediert von Daniel Schlee
  8 1992 Orgelsolo Nr. VII, in JGA F/2 BA 6852
  9 2001 StudienP UE Wien, "Erstfassung (1926-1927)", UE 31 141, Leihmaterial, rekonstruiert im Zustand vor Janáčeks Revision von Paul Wingfield 
  10 2009 StudienP UE Wien UE 34 298 "Erstfassung (1927)" herausgegeben von Paul Wingfield, mit umfangreichem Vorwort (dt, engl, frz) und 5 Appendizes (alternative Passagen der bisher gebräuchlichen Fassung), 239 Seiten
  11 2011 JGA B/5-I, Bärenreiter Prag H 7935 BA 6862, publ 12/2011, mit umfangreichem Vorwort von Jiří Zahrádka, dt Ue von Kerstin Lücker; engl Ue von Adam Prentis; frz Ue von Marianne Frippiat; russ Ue von Ekaterina Bobrakowa-Timoschkowa, mit Kritischem Bericht in tschech und dt Sprache; total 199 Seiten
  12 2011 JGA B/5-II, "Fassung September 1927", Bärenreiter Prag H 8020 BA 6863, mit Verweis "Ein Vorwort und der Kritische Bericht finden sich in Band B/5-I: Mša glagolskaja, H 7935." publ 06/2012, 179 Seiten
  13 2012 KlA Bärenreiter BA 6862-90, von Martin Zehn "Fassung letzter Hand"
  14 2013 StudienP Bärenreiter Urtext TP 862, "Fassung letzter Hand", basierend auf JGA B/5-I
W     Dr. Leopold Prečan, Erzbischof von Olomouc (Olmütz)
B     4 Fl, auch Picc - 2 Ob - EHr - 3 Kl, auch BKl - 3 Fag, auch KFag 
      4 Hr - 4 Tromp - 3 Pos - Tuba
      Timpani - Slzg (Kl. Trommel, Triangel, Tamtam, Becken, Glocken) - 2 Hrf - Celesta - Orgel - Streicher 
      Sopran, Alt, Tenor, Bass, gemischter Chor 
D     1256 Takte; Wingfield-Version + 93 Takte (= ED 10) (+ 30 Takte im "Veruju", + 14 Takte in "Svět", + 49 Takte Intrada zu Beginn)
  (VIII)   (Intrada)
  I   Einleitung (Úvod) (Präludium) 77 Takte
  II   Herr, erbarme dich (Gospodi pomiluj) (Kyrie) 90 Takte
  III   Ehre (Slava) (Gloria) 228 Takte
  IV   Ich glaube (Věruju) (Credo) 399 Takte
      - Gekreuzigt (Raspět že zany (= Cruzifixus) T. 233
      - Auferstanden (I voskrse) (= Et resurrexit) T. 257
      - Amen (Amin) T. 385
  V   Heilig (Svet) (Sanctus) 206 Takte
      - Hochgelobt (Blagosloven) (= Benedictus) T. 104
      - Hosanna (Osanna vo výšnich) (= Hosjanna) T. 144 (+ vide Mackerras)
  VI   Lamm Gottes (Agneče božij) (Agnus dei) 53 Takte
  VII   Orgel solo (Varhany solo) 154 Takte
  VIII   Intrada 49 Takte
UA   1927 5.12.1927, Brünn, Beseda, Ltg.: Jaroslav Kvapil, Chor der Brünner Beseda + Orchester des Nationaltheaters Brünn. Bei der Uraufführung wurde die Intrada am Anfang und am Schluss gespielt; ausserdem waren einige Passagen noch anspruchsvoller (I, II, IV) und V umfangreicher. Vgl. ED 9. Die Solisten waren: Alexandra Čvanová (Sopran), Marie Hloušková (Alt), Stanislav Tauber (Tenor), Ladislav Němeček (Bariton) und Bohumil Holub (Orgel).
WA 1 1928 08.04., Prag, Brünner Philh. Chor, Tschech. Philharmonie, Ltg.: Jaroslav Kvapil; gleiche Solisten wie UA
  2 1929 28.02., Berlin, Hochschule für Musik, Ltg.: Alexander von Zemlinsky
  3   08.04., Genf, IGNM-Festival, Brünner Philh. Chor, Orchestre de la Suisse romande, Ltg.: Jaroslav Kvapil. Hier wurde die Intrada nur am Anfang gespielt; die Messe endete mit dem Postludium für Orgel solo
  4 1930 Herbst, New York, Ltg.: Arthur Bodansky
  5   23.10., Norwich, Ltg.: Sir Henry Wood; vgl. JUE 351
TT 1 1951 Břetislav Bakala, Orch. des Brünner Rundfunks, ULTRAPHON P, SUP LP, CD publ. 2002 > naxosmusiclibrary
  2 1960 nur IV und V, Rafael Kubelík, Schweizer Festspielorchester, RELIEF CD, publ. 1988
  3 1963 Leonard Bernstein, New York Philh., COLUMBIA LP st, SONY CD
  4   Karel Ančerl, Tschech. Philh., SUP LP m, LP st, CD publ. 1988, 1994
  5 1964 Rafael Kubelik, Orch. des Bayer. Rundfunks, DGG LP st, CD publ. 1989, 1993, 2002
  6 1973 Rudolf Kempe, Royal Philh. Orchestra, DECCA LP st, CD publ 1990, 1997
  7 1978 Václav Neumann, Tschech. Philh., PANTON LP st, CD publ. 1991 + RCA Video + Laser-Disc
  8   Ladislav Slovak, Slowak. Philh., OPUS LP st, CD publ 1990, 1994
  9 1979 František Jílek, Brünner Philh., SUP LP st
  10 1981 Simon Rattle, City of Birmingham Orch., EMI LP st, CD publ 1988
  11 1984 Sir Charles Mackerras, Tschech. Philh., SUP LP st, CD Svet: + 14 Takte bei Takt 183, Part. S. 140; Vorstufe zu > TT 18
  12 1985 Klaus Tennstedt, London Philh.Orch., BBC LEGENDS CD publ 2007 > naxosmusiclibrary
DVD 13 1987 Václav Neumann, Tschech. Philh., ARTHAUS 101 535 DVD publ 2010 - Live-Mitschnitt
  14 1988 Michael Gielen, SWF-Sinfonieorch. Baden-Baden, INTERCORD CD
  15 1990 Michael Tilson Thomas, London Symph. Orch., SONY CD
  16   Robert Shaw, Atlanta Symph. Orch., TELARC CD
  17 1991 Kurt Masur, Gewandhausorch. Leipzig, Prager Radiochor, PHILIPS CD
  18   Charles Dutoit, Orch. symphonique et Choeur de Montréal, DECCA CD
  19 1994 Sir Charles Mackerras, Dänisch-Nationales Radiosinf.orchester und Chor, CHANDOS CD "Urfassung", rekonstruiert von Paul Wingfield
     

 

Heute gebräuch- liche Fassung

ED 11

Titel

 

Erstfassung 1927 Wingfield

ED 9+10

Veränderungen

 

 

 

1

Intrada

 

I

Úvod

Einleitung

2

Úvod

3er-, 5er-, 7er– Takte

II

Gospodij

Kyrie eleison

3

Gospodij

5/4-Takte im A-Teil Chor

III

Slava

Gloria

4

Slava

 

IV

Věruju

Credo

5

Věruju

Klarinetten hinter der Bühne + 5 Teile Pauken

V

Svět

Sanctus

6

Svět

+ 14 Takte

VI

Agneče boži

Agnus Dei

7

Agneče boži

 

VII

Postludium

Postludium

8

Postludium

 

VIII

Intrada

Intrada

9

Intrada

 

  20 1995 Eliahu Inbal, Dt. Sinf.orchester Berlin, Rundfunkchor Berlin, DENON CD publ. 1998
DVD 21 1996 Sir Charles Mackerras, Tschech. Philh. + Chor; SUP CD + DVD Live-Mitschnitt, Wingfield-Erstfassung,
  22 1997 Riccardo Chailly, Wiener Philh., Slowakischer Philh.Chor, DECCA CD
  23 1999 Leoš Svárovský, Brünner Philh. + Tschech. Philh. Chor Brünn, ULTRAPHON CD
  24 2000 Pierre Boulez, Chicago Symphony+Chorus; CSO CD; Erstfassung 1927; publ 2005 "A Tribute to Pierre Boulez"
  25 2003 Thomas Rösner, Orquesta Filharmonica Janacek Orfeo Catalá, Orfeo Chor Spanien, COLUMNA CD
  26 2004 Sir Charles Mackerras, Brünner Philh. + Chor; STÁTNÍ FILHARMONIE BRNO, CD ohne Nummer
  27   Petr Vronský, Janáček-Philh.Ostrava, Tschech. Philh. Chor Brünn, STYLTON CD
  28   Kurt Masur, London Philh.Orchestra, Tschech. Philh. Chor Brünn, LPO CD, publ 7/2007 > naxosmusiclibrary
  29 2005 Joachim Geiger, Berliner Symphoniker, Studio-Chor Berlin, Privataufnahme, CD; nicht im Handel, Sammlung Knaus
  30 2006 Christian Kroll, Philh. Orchester Regensburg, Konzertmitschnitt, Ohne Label - Sammlung Knaus
  31 2010 Marek Janowski, Rundfunksinf.orchester und Rundfunkchor Berlin, PENTATONE CD Erstfassung 1927, publ 2012
DVD 32 2012 Mariss Jansons, Chor+Sinfonieorch. des Bayer. Rundfunks, ARTHAUS DVD + Blu-ray; Aufnahme: Luzern KKL, publ 7/2013
CD 33 2014 Tomáš Netopil, Prager Radio-Sinfonieorchester, Prager Philh. Chor, SUPRAPHON CD Erstfassung 1927
CD 34 2015 Edward Gardner, Bergen Philharmonic and Choirs, CHANDOS CD
       
      Postludium (Orgelsolo) (VII) separat aufgenommen und publiziert:
TT 1 1971 Klaus Martin Ziegler, Bosch-Orgel, St.Martins-Kirche Kassel, PSALITE LP st
  2 1973 John Turner, Glasgow Cathedral, DECCA LP st
  3 1975 Albrecht Haupt, ?, AUDITE LP st
  4 1976 Wolfgang Wünsch, St. Pauls Kirche, Fürth (Bayern), ABANORI LP st
  5 1980 Jiří Ropek, ?, VISTA LP st
  6 1985 Rudolf Walter, Marien Orgel der Basilika, Altötting, CHRISTOPHORUS LP st
  7 1996 Jan Hora, Martinů-Saal, Palais Liechtenstein, Prag, VIXEN CD
  8 1997 Jaroslav Tuma, Smetana-Saal, Prag, SUP CD
  9   Martin Strejc, St. Barbora-Kirche, Kutná Hora, AMABILE CD
  10 1998 David Goode, Christ Church, Oxford, HERALD CD
  11 2002 Neva Krysteva, Bulgaria Concert Hall, Sofia, GEGAnew CD
  12 2006 Christopher Herrick, Meyerson Hall, Dallas, HYPERION CD
  13 2008 Iain Quinn; Norwich Cathedral, CHANDOS CD > naxosmusiclibrary
  14   Karel Paukert; AZICA Records CD > naxosmusiclibrary
  15 2011 Markéta Schley-Reindlová; AMBIENTE CD
  16 2013 Christian Schmitt; DG CD (zus. mit Magdalena Kožená - VOICE & ORGAN) > naxosmusiclibrary
       
L 1 1927 Janáček, Leoš: Mša glagolskaja (Die Glagolitische Messe), Feuilleton in: Lidové noviny 27.11.1927, in: Lit, 601-603; dt Ue in: MdL, 179-182; Feuill, 43-46 (Feuilleton JW XV/297)
  2   Dr. E.: Janáčeks fröhliche Messe, in: Anbruch 1927, 436-437
  3   Janáček, Leoš: Äusserungen zur "Glagolitischen Messe", im Artikel vom 06.11.1927 im "Wiener Journal", die wahrscheinlich Hans Heinsheimer in seinen Bericht "Bei LJ. Im Heim des grossen tschechischen Tondichters" eingebaut hat. In: JUE, 332-334
  4 1928 Janáček, Leoš: Interview für die Zschr "Literární svět", in: Lit, 616-618, auch in: MdL, 182-184, dt.> Feuilleton II (JW XV/306)
  5   Ritter, William: La "Messe Glagolitique de M. Leos Janacek". In: Gazette de Lausanne, 18.3.1928, frz.; Sammlung Knaus
  6 1929 Schrenk, Walter: Kodaly und Janáček in Berlin. In: Anbruch April 1929
  7   Stefan, Paul: Bericht über die Aufführung der "Glagolitischen Messe" in Genf, in: Anbruch Mai 1929, 212-214
  8 1956 Kont, Paul: Ich will den Leuten zeigen, wie man mit dem lieben Gott spricht - Anmerkungen zur Musik von L.J. in: PHONO 3/1956
  9 1974 Týnský, Richard: Neue Ansichten der Interpretation von J.s Glagolitischer Messe im Licht der Entdeckung und Erkennung von bisher verborgenen funktionellen Gegebenheiten des Werks. Separatdruck, Sammlung Knaus
  10 1990 Vysloužil, Jiří: K původu a vzniku, formě a ideji janáčkovy Glagolské Mše (Zu Ursprung und Entstehung, Idee und Form der Glagolitischen Messe von L.J.), in: CMM 1990; Sonderdruck in dt Sprache, in "Musik des Ostens 12, Bärenreiter Kassel 1992, 313-337 - Sammlung Knaus
  11 1992 Wingfield, Paul: Janáček - Glagolitic Mass, Cambridge 1992, 136 Seiten, engl
  12 1994 Jiránek, Jaroslav: LJ: Die Glagolitische Messe. In: Große Chorwerke, hg. v. Siegmund Helms und Reinhard Schneider. Gustav Bosse Verlag Kassel 1994, S. 139-163.
  13 2007 Tyrr-Bio2, 752-766
  14 2009 Wingfield, Paul: Vorwort zur StudienP UE > ED 10
       
I 1 1927 Programmaushang für UA am 05.12.1927, Sammlung Knaus
  2   Handschriftliche Beispiele von J.s Hand im Feuilleton L 1
  3   Herr, erbarme dich, Faksimile, Fotos - Sammlung Knaus
  4   Ehre, Faksimile, Musiknachrichten aus Prag
  5 1981 Einleitung, Faksimile, in: Paris 1981, S.61
       
      Entstehung:
      Im Jahre 1921 hat J den altkirchenslawischen Text in der Zeitschrift "Cyril" (XLVI, 1920, S. 49-50) kennengelernt; er war auch im Sammelwerk "Missae solemnes" (Ausgabe der Velehrader Akademie Prag) abgedruckt (Vogel, 438). Nach Js eigener Darstellung wäre die Skizze der Glag. Messe in nur drei Tagen entstanden, nach drei Wochen sei das Werk fertig gewesen.
      Vysloužil setzt die erste Fassung schon ins Jahr 1920, als J eine Missa brevis skizziert hatte. Sie basierte auf dem altkirchenslawischen Text, redigiert von Josef Vajs (Weiss) - diese Skizze liess er allerdings liegen. Er kam aber offenbar vom Text nicht los, nahm er ihn doch im Sommer 1926 wieder zur Hand (in Luhačovice strömt und strömt der Regen.....). Da er bei der Komposition den gedruckten Urtext nicht von Anfang an zur Hand hatte, musste er später noch Textkorrekturen vornehmen. Einige Abweichungen hingegen konnten nicht mehr berücksichtigt werden. Ausserdem hat er den Text mit tschechischem Wortakzent deklamiert und die für das Kirchenslawische eigentümlichen Nasalvokale vermieden (vgl. Vorwort von Weingart in ED 3 und 4)
      "Ich wäre von selbst kaum auf die Idee verfallen, diese Messe zu komponieren, wenn mir nicht der Prager Philologe Professor Weiss den Messetext fix und fertig bearbeitet geschickt hätte" (vgl. JUE 333, Heinsheimer). J hatte sich also nicht aus konfessionellen Gründen veranlasst gefühlt, diesen Text zu vertonen; der Grund war patriotischer Natur und lag in der für die Slawen historisch bedeutsamen Herkunft des "glagolitischen" Textes: "Ich wollte den Glauben an die Gewissheit des Volkes nicht auf der Grundlage der Religiosität festhalten, sondern auf jener der Moral und der Kraft, welche sich Gott als Zeugen anruft". (Vgl. L 2)
      Der glagolitische Text hätte laut Dekret von Papst Benedikt XV. vom 21. Mai 1920 die Anforderungen für eine - allerdings begrenzte - liturgische Verwendung erfüllt. (Vgl. Vysloužil, L 9)
      Bei der Uraufführung wurde das Werk mit der Intrada eröffnet (und auch abgeschlossen), dann erst folgte der Teil I "Einleitung" (Úvod).
      Werk:
      Die Einleitung schliesst mit seiner Fanfare direkt bei Smetanas Oper "Libuše" an, welche bei den Tschechen als Nationaloper gilt und bei allen bedeutenden Daten als Festoper gegeben wird. Dort wird in mehreren Tableaus die Frühgeschichte Prags dargestellt: Libuše (Libussa) ist die Gründerin der Stadt Prag und des ersten böhmischen Herrschergeschlechts.
       
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      Damit hat J die historisch-patriotische Zielsetzung deutlich genug dokumentiert. Er konnte aber die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er sei gegen Smetana eingestellt, nicht entkräften. Die ideologischen Kämpfe zwischen Alt- und Jung-Tschechen, bzw. zwischen Smetana- und Dvořák-Anhängern überdauerte auch Janáček und nahmen an Heftigkeit erst ab, als Vladimir Helfert an einer Janáček-Biografie zu schreiben begann, also erst in den Dreissiger Jahren.
      Schon mehr als 20 Jahre früher hatte er schon einmal eine ähnliche Beziehung zu einem patriotischen Signal hergestellt, in der kleinen Kantate > "Vater unser" (1901, JW IV/29)
       
      Der zweite Teil, "Gospodi pomiluj", wächst aus dem Sprechmotiv heraus, das einerseits mit der Eröffnungsfanfare verwandt ist und andrerseits in eine Begleitformel verwandelt diesen ganzen Teil monothematisch bewältigt:
     
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      In der von Wingfield rekonstruierten "Urfassung" steht der A-Teil im 5/4-Takt.
       
      Im dritten Teil "Slava" (Gloria) kommt es zur direkten Forderung "Sei uns gnädig", wenn das "Herr erbarm dich; auf nimm unser Flehen" (Pomiluj nas, primi mol'enija naša) mit niedersteigenden kanonisch geführten Terzengängen vertont und mit Paukentriolen gegen Blechbläsertriolen zum "Sei uns gnädig" übergeleitet wird - Takt 130 - 142. Das "Slava" schliesst mit einer überraschenden Tempoverschärfung zum "Amen", das vom ganzen Chor ungewöhnlich hastig ausgestossen wird und mit absteigenden Paukentriolen in anarchisch wirkende Fröhlichkeit ausmündet.
       
      Der vierte Teil "Věruju" (Credo) wird mit einem hüpfenden Motiv eröffnet, aus dem eine staccatierte Begleitfigur abgespaltet wird, der Choreinsatz "Věruju" (Ich glaube) wird legato dagegen gesetzt:
       
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      Und unversehens finden wir uns wieder im Motiv der Eröffnungsfanfaren, das hier zur Darstellung des Leben Jesu in einem umfangreichen instrumentalen Satz von 111 Takten gehört (Takte 120-130) und den "Glauben an das ewige Leben des Volkes" ausdrückt, "auf der moralischen, unzerstörbaren, die Gott zum Zeugen aufruft". Nach dem kurzen Orgelübergang (Takte 210-231) wird der Satz "Kreuztod erlitten" in sechs Presto-Takten hingeworfen (Raspět že zany, Takte 233-238), den Absatz "gelitten unter Pontius Pilatus" lässt er kurzerhand weg.
      Das Anfangsmotiv kehrt zurück, erfasst die Chorstimmen und verbreitert sich zur grossen Prophezeiung (Takte 336-340). Nach einer Generalpause preist der Solo-Tenor die apostolische Kirche, Chor und Solo-Bass verkünden ihren Glauben an die Zukunft und kurze Amen-Rufe beschliessen im Fortissimo das Credo. Hier hat die Rekonstruktion von Wingfield erhebliche Änderungen gebracht: die Klarinetten im Andante, ab Takt 121, werden hinter der Bühne geblasen. Im Konzert müsste dies mit einer zweiten Besetzung ausgeführt werden, weil den Ausführenden zu wenig Zeit bleibt, ins Orchester zurückzukehren. Ausserdem ist die Partie der Pauken stark ausgeweitet und erhält vier zusätzliche Einschübe von wenigen Takten.
      Der fünfte Teil, "Svet" (Sanctus), gipfelt im fünfmaligen Ausruf "Himmel und Erde sind voll Deines Ruhms" (Plna sut nebo zemlja); der vierte Ausruf bildet den Höhepunkt, beim fünften Mal ist die Energie verbraucht (Takte 45-91). Im abschliessenden Hosjanna (Osanna vo vyšních) hat Janáček in Rücksicht auf den Amateurchor der Brünner Beseda einen Sprung von 14 Takten zugelassen, der auch in Klavierauszug und Partitur berücksichtigt worden ist. Charles Mackerras hat diese Takte erstmals ausführen lassen (vgl. TT 11). Vysloužil spricht von 9 Takten (L 9).
      Der ruhige sechste Teil "Agneče Božij" (Agnus Dei) beschränkt sich auf die viermalige Anrufung "Sei uns gnädig", wobei der Themenkopf mit dem "Slava"-Motiv eng verwandt, ja beinahe identisch ist:
       
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      Der siebente Teil, "Postludium", ist eine Passacaglia, die der Orgel vorbehalten bleibt. Das Motiv ist wiederum verwandt mit dem "Gospodi pomiluj"-Motiv aus dem zweiten Teil, vgl Musikbeispiel "II Gospodi pomiluj, Takt 1":
       
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      VIII Den Abschluss bildet die "Intrada", tänzerisch fröhlich, mit dem durchgehenden Paukenmotiv ans Aggressiv-Archaische grenzend. Die "Intrada" ist in der ersten Aufführung am Anfang und am Schluss gespielt worden, deshalb der merkwürdige Titel "Intrada" für das Schlussstück. Man hat sich mit der Erklärung beholfen, dass der Pantheist Janáček den Zuhörer damit in die freie Natur hinaus (oder besser hinein) geleiten wolle - oder wie bei Vogel, 448: In diesem Sinne ist das Nachspiel denn doch eine Intrada, der Eintritt in eine neue "Gewissheit", in ein durch den guten Genius des Slawentums neugestärktes Dasein.
      Paul Wingfield erwähnt unter dem gleichen Titel noch zwei weitere Messen von anderen Komponisten (L 10, Seite 4-5, Douša und Foerster), John Tyrrell jene von Košušníček (Tyrr-Bio2, 647) und Vysloužil jene von Hanuš (L 9, 317):
    1 Košušníček, Lád'a: "Misa glagolskaja" für gemischten Chor a cappella, 1907
    2 Douša, Karel: "Missa glagolskaja" op. 21a für gemischten Chor a cappella, 1920
    3 Foerster, Josef Bohuslav: "Glagolská mše" op. 123 für Chor und Orgel, 1923
    4 Hanuš, Jan: "Glagolitische Messe", 1985
       
Film   1954 Die "Glagolitische Messe" ist vom amerikanischen Underground-Filmer Kenneth Anger (geb. 1927 in Santa Monica, Kalifornien) in seinem Film "Inauguration of the Pleasure Dome" 1954 als ganzes Werk in der Aufnahme mit Karel Ančerl (1963 SUPRAPHON) verwendet worden. Der Film ist 1966 neu geschnitten worden und wohl dann neu mit Musik unterlegt worden. 1954 wäre nur die Aufnahme mit Břetislav Bakala vom März 1951 bei ULTRAPHON zur Verfügung gewesen. Momentan (Sept. 2010) auf YouTube in ganzer Länge abrufbar.
       
      Glagolská mše, oder Glagolskaja missa oder Glagolskaja mša > Glagolitische Messe (JW III/9)
      Glory to God > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (II/10, Nr. 8)
       
      Gluck, Christoph Willibald (02.07.1714 Neumarkt/Oberpfalz - 15.11.-1787 Wien)
      J beschäftigte sich 1887/88, zur Zeit seiner Arbeit an der ersten Oper > "Šárka" (JW I/1) mit Gluck und bereitete auch eine Aufführung einer Oper von ihm vor (Vogel 133). Die Geschichte der Oper ist die Mutter der Weisheit. Gluck, Mozart und Wagner und die modernen Komponisten waren immer bemüht, die Lebenswahrheit auch auf die Bühne zu bringen; also wirkliche Menschen und nicht Karikaturen, ihre wahres Leben und nicht die Karikatur ihres Lebens. (Janáček, in L 1)
L 1 1924 Kaprál, Václav: Janáčeks Verhältnis zur Oper. In: Hudebni Rozhledy I, 1924/25, 63ff, zit in BE 90
       
      Glück, Guido
      Musikkritiker; schrieb über Js Wortmelodie im Textbuch zur "Jenufa" UE 6004, das 1918 herauskam, ebenso in der Zschr "Der Merker" 1918, Nr. 1 und über J allgemein in der "Musikpädagogischen Zeitung" Nr. 1/2, 1927-28
       
      Glyndebourne-Festival > England
      Goat lies on the hay > Kinderreime (2) (JW V/17, Nr. 16)
      God reward you > Hochwalder Lieder (JW IV/27, Nr. 5), > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW V/4, Nr. 12)
      Golden Lane > Hradschiner Liedchen (IV/40, Nr. 1)
      Golden ring, The > Der goldene Ring (JW VIII/33, Nr. 13)
      Goldenes Ringlein > Der goldene Ring (JW VIII/33, Nr. 13)
       
      Goldschmidt, Harry (17.06.1910 Basel - 18.11.1986 Dresden)
      Schweizer Musikforscher, Schüler von Jacques Handschin, verfasste die umfangreiche Untersuchung über Beethovens "Unsterbliche Geliebte", Leipzig 1977. Er schrieb über J und Stravinsky (L 1). Er verneint den prinzipiellen Unterschied zwischen Smetana und Janáček und lässt nur einen historischen gelten, nämlich darin, dass das Bürgertum von 1848 ein anderes war als jenes nach 1918, als J die Oper "Die Ausflüge des Herrn Brouček" und die sinfonische Dichtung "Taras Bulba" publizierte. Andrerseits machte er einen Unterschied zwischen Strawinskis und Js Zuwendung zur Folklore. Im "Sacre" beschränke sich Strawinski auf die blinde Anbetung des nackten Vitalismus. J hingegen sei zwar nicht ganz vom idealistischen Antagonismus "Natur - Zivilisation" freizusprechen, er sei aber unberührt vom kosmopolitischen Folklorismus und verwende die Folklore im Sinne des psychologischen Realismus, z. B. in der Oper "Das schlaue Füchslein".
L   1977 Goldschmidt, Harry: Nochmals: Janáček und Strawinski (Diskussionsbeitrag). In: LJ a soudoba hudba (LJ und die zeitgenössische Musik) Kongressbericht Brünn 1958, 111-114
       
      Good hunting > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 31)
      Good night! > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17, Nr. 7)
      Gospodi pomiluj > Glagolitische Messe (JW III/9)
      Gospodine, pomiluj ny > Höre mich, Herr! (JW III/5)
      Gott erhalte den Kaiser > Joseph Haydn: Gott erhalte den Kaiser (JW XII/1)
       
      Gozenpud, Abram (?)
      russischer Musikologe in St. Petersburg. Nach seiner Aussage am Kongress in Brünn 1978 soll sich J auch über Karl Marx geäussert haben. Näheres nicht bekannt.
L 1 1978 Gozenpud, Abram: K otázce myšlenkových shod Tarase Bulby a Výletu pana Broučka do XV. století (Zur Frage der gedanklichen Übereinstimmung von Taras Bulba und dem Ausflug des Herrn Brouček ins XV. Jahrhundert), in: Kongressbericht 1978 Brünn, S. 235-244
  2 1980 Gozenpud, Abram: Janáček a Musorgski. In: opmus 4/1980; dt Ue von Jakob Knaus in LJG-Mitt Nr.43-45, 1984/1-3
       
      Graduale in festo Purificationes B.V.M. (Suscepimus) (JW II/9)
      Motette für gemischte Stimmen
T     lateinisch, aus "Graduale romanum",
K   1875 ?, für Festgottesdienst zu Lichtmess (2. Februar); nach Proch-V "um 1873 ?"; nach Ste-V "um das Jahr 1870"; Korrekturen 1879 und 1887
A     P, mit Korrekturen von J, dat 28.01.1887, JA A 23.508; von Bohumír Štědroň im Archiv des Augustiner Klosters Alt-Brünn gefunden, zusammen mit "Regnum mundi" (JW II/7) und "Exurge Domine" (JW II/8)
M     St, Abschriften, dat 1879 und 1887, JA
ED 1 1971 EdS + UE Mainz H 4698/UE 14983, hrg von Jan Trojan
  2 2007 JGA J/1, edition janáček, H 0012, "Liturgische Kompositionen"; hrg von Leoš Faltus und Kateřina Hnátová, Vorwort von Kateřina Hnátová und Alena Němcová, tschech, dt, engl, frz; Brünn 2007, 74 Seiten - hier unter dem Titel "Graduale Suscepimus"
D     2 min, 30 Takte
UA   1879 ? - die Abschriften von 1879 und 1887 deuten darauf hin, dass sie für eine Aufführung am 2. Februar hergestellt worden sind
WA   1887 ?
TT 1 1995 Choir of Gonville&Caius College, Cambridge; Geoffrey Webber; ASV CD
  2 1998 Prager Kammerchor; Roman Válek; SUP CD (Entstehungsjahr 1874 angegeben)
  3 2011 Českokrumlovský městský pěvecký sbor; Šárka Kodýmová; PERCHTA CD
L   2006 Tyrr-Bio 110-111 - nach Tyrrell gehört der Chor stilistisch zu den Stücken, die J in seinem Notizbuch 1874-75 aufgeschrieben hat
I     P, Titelblatt und 2 Seiten Abschrift mit Korrekturen "Leo Janáček 28.I.1887", Faksimiles (grosse Fotos) - Sammlung Knaus
      Es handelt sich um eine frühe geistliche Komposition "im Geist von Witts Reform auf den Kirchenstil des XVI. Jahrhunderts und auf den gregorianischen Gesang" (Vogel 82).
       
      Graduale "Speciosus forma" (JW II/1)
      Motette für gemischte Stimmen und Orgel
T     lateinisch, aus dem "Liber usualis"
K   1874 29.12., in Prag, während des Studiums an der Prager Orgelschule
A   1874 dat 29.12.1874, JA A 31.221
ED 1 2001 EDITIO JANÁČEK Brünn 2001, Faksimile-Edition H 0003, S. 1-3 "Sborník skladeb z pražských studií" (Sammelband mit Kompositionen aus den Prager Studien), hrg von Theodora Straková und Jiří Zahrádka, mit Vorwort von Theodora Straková, tschech, dt, engl, frz
  2 2007 JGA J/1, edition janáček, H 0012, "Liturgische Kompositionen"; hrg von Leoš Faltus und Kateřina Hnátová, Vorwort von Kateřina Hnátová und Alena Němcová, tschech, dt, engl, frz; Brünn 2007, 74 Seiten
D     1 min 30 sec, 13 Takte
TT 1 1998 Prager Kammerchor, Roman Válek; SUP CD. Dreiteilig: Takte 1-5 Frauenstimmen, Takte 6-10 Männerstimmen, Takte 11-13 gemischte Stimmen
  2 2007 Prager Philh Chor, Gerd Albrecht, im WDR-TV-Janáček-Porträt von Thorsten Fricke und János Darvas, Erstausstrahlung in ARTE 28.07.2007
L   2006 Tyrr-Bio 110-111 - nach Tyrrell gehört der Chor stilistisch zu den Stücken, die J in seinem Notizbuch 1874-75 aufgeschrieben hat
       
      Green wood > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 27)
      Greeting to the Holy Body of God, A > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 13)
       
      Gregor, Bohumil (14.07.1926 Prag- 04.11.2005 Prag)
      tschech Dirigent, ab 1949 Assistent bei Zdeněk Chalabala in Brünn, lernte auch von Karel > Ančerl. Er war Janáček-Spezialist mit internationalem Ruf; er bemühte sich um die Entfernung von fremden Eingriffen in Js Opernpartituren und um die Erarbeitung neuer fremdsprachiger Übersetzungen der Operntexte.
      1947 dirigierte er erstmals eine Oper am "Smetana-Theater" in Prag (heute Staatsoper), 1958 wurde er Opernchef in Ostrava, seit 1963 ist er ständiger Dirigent am Nationaltheater in Prag, während einiger Zeit war er dort Chef der Oper. Er dirigierte die meisten Gastspiele mit Janáček-Opern im Ausland.
      Seine Produktionen auf TT:
TT 1 1964 Aus einem Totenhaus, GA; SUP LP st; EURODISC LP st
  2 1965 Die Sache Makropulos, GA; SUP LP st, CD publ 1994; EPIC LP st; CBS LP st
  3 1969 Die Sache Makropulos - Finale; SUP LP st; BASF/ACANTA LP st
  4 1969 Jenufa, GA; SUP LP st; ANGEL/EMI LP st, CD publ 1995; ELECTROLA LP st
  5 1970 Das schlaue Füchslein, GA; SUP LP st, CD publ 1996; EURODISC LP st
L 1 1990 Porträt in: Opernwelt 3/1990
       
      Greissle, Felix (1894-1982)
     

Notenstecher, Korrektor und Bearbeiter von Klavierauszügen beim Wiener Verlag Universal Edition; sein Name wurde auf Theaterzetteln während der Zeit der Nationalsozialisten anstelle von Max Brod als Übersetzer des "Jenůfa"-Librettos genannt, da Brod als Jude nicht mehr genannt werden durfte. Auch die UE-Ausgabe des Librettos von 1935 nennt Greissle als Übersetzer, obwohl der Brod-Text unverändert vorliegt - UE 10.730. Die Ausgabe von 1969, mit der gleichen Nummer UE 10 730, nennt Max Brod wieder.

Felix Greissle war ab 1920 Privatschüler von Arnold Schönberg und heiratete 1921 dessen Tochter Trudi. 1938 emigrierte er in die USA und wurde dort Lektor des New Yorker Musikverlages G. Schirmer.

libretto1

 

 

       
L 1 2007 Krämer, Markus: "Eine Art von stählerner Romantik" - Zur Jenůfa-Rezeption im nationalsozialistischen Deutschland. In: Programmheft "Jenůfa" Köln 2007, 24-28
       
       
      Grey falcon flew away, A > Unser Lied (1) (JWIII/I)
       
      Grieg, Edward (15.06.1843 Bergen - 04.09.1907 Bergen)
      norwegischer Komponist; J erlebte ihn selbst am 29.10.1879 in Leipzig, als Grieg sein Klavierkonzert im Gewandhauskonzert spielte; J konnte allerdings nur eine Probe besuchen > L 1)
      1902 bearbeitete Janáček die Kantate "Olaf Trygvason" von Grieg für Soli, gemischten Chor und Klavier (original mit Orchester, komponiert 1873) > Edvard Grieg: Landkjending op. 31 (JW XII/3)
L 1   ZdBr 65, 259
       
      Grill, Leo (1846 - 1919)
      Professor für Theorie am Konservatorium Leipzig 1871-1907, war Schüler von Franz Lachner in München gewesen
      J hat 1879/80 bei Grill studiert und für ihn eine Reihe von Übungsaufgaben und Kompositionen geschrieben. Ihm attestierte er, dass er der einzige sei, der systematisch vorwärts gehe, alle andern würden herumlavieren. Ich will fest üben und mir selbst der beste Lehrer sein, schrieb J an Zdenka, seine damalige Freundin und spätere Gattin (am 03.02.1880). > "Lied für Grill" (JW X/9)
L 1 1985 ZdBr 165
I 1 1968 Porträt in: Hochschule für Musik Leipzig 1843-1968, Leipzig 1968, S. 48
       
      Grow green, green grass in the wood > Antonín Dvořák: Sechs Klänge aus Mähren (JW XII/2, Nr. 6)
       
      Gruenberg, Louis (03.08.1884 Brest-Litowsk - 09.06.1974 Los Angeles)
      russischer Komponist, studierte in New York und bei Busoni in Berlin; schrieb (laut Riemann 1959) 4 Sinfonien und eine Oper "The Bride of Gods" (Text von Busoni), 2 Klavierkonzerte, Violinkonzert (für Heifetz), Cellokonzert sowie Klavier- und Kammermusik.
      Als J am IGNM-Festival in Venedig teilnahm (03.-08.09.1925), wurden neben Js erstem Streichquartett (JW VII/8) auch Werke von Strawinsky, Schönberg, Roussel, Honegger, Hindemith aufgeführt - und der "Daniel-Jazz" von Gruenberg. J missfiel diese Art von Fröhlichkeit; er schrieb noch im gleichen Jahr sein Feuilleton mit dem Titel "Basta" für "Lidové noviny": Die grösste Willenskraft wurde für das Heitere in der Musik verschwendet. In seinem ganzen Leben habe ich keine gemeinere und theoretisch ratlosere Komposition als dieser "The Daniel Jazz" von Louis Gruenberg gehört ... A. Schönberg hielt sich in seiner Serenade op. 24 nur an das Wiener Mandolinen- und Gitarren-Geklimper, Louis Gruenberg in "The Daniel Jazz" nur an die Trompete und die "Batterie" - und deshalb rochen diese Werke nur nach Gasthaus und ihre Heiterkeit erstarb.
TT 1   "The Daniel Jazz" für Singstimme und 8 Instrumente op. 21 - HARMONIA ENSEMBLE/ Giuseppe Grazioli, mit Sopran; AS LP, Prod.jahr ca 1990; mit engl. Text, CD 500 Sammlung Knaus
  2 1998 "The Daniel Jazz" für 2 Vl, Vla, Vc, Klar, Tromp, Klavier, Slzg; mit Tenor besetzt; The New York Virtuosi/Kenneth Klein; Paul Sperry, Tenor; ALBANY TROY740
L 1 1959 Feuill 137-142, "Basta" Feuilleton 1925 (JW XV/281) > Feuilleton II
  2 2010 Text von Vachel Lindsay > www.seomraranga.com - > Geschichte von Daniel in der Löwengrube (parodistisch)
       
      Grundlagen, an denen sich der Unterricht an den slawischen Lehrerseminarien in Brünn orientiert > Feuilleton I 1877 (JW XV/20)
      Grüne Saat ich säte > Ich habe Grünes gesät (JW III/3)
      Guelder-rose, The > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 42)
      Guelder-rose, why don't you bloom > Hochwalder Lieder (JW IV/27, Nr. 6) > Hochwalder Volkspoesie in Liedern (JW V/4)
       
      Gülke, Peter (geb. 1934 Weimar)
      dt Musikwissenschafter und Dirigent
      Sein "Versuch zur Aesthetik der Musik Leoš Janáčeks" hat nach der Publikation in Westeuropa eine Reihe von Arbeiten ausgelöst und die Diskussion auf eine höhere wissenschaftlich-aesthetische Ebene gebracht. Es ist Musik, die den Hörer erreichen will, bevor sie zur Form erstarrt. (L 2, S. 503)
L 1 1968 Gülke, Peter: Versuch zur Aesthetik der Musik Leoš Janáčeks. In: Deutsches Jahrbuch der Musikwissenschaft für 1967, Leipzig 1968, S. 5-39; abgedruckt in: LJG-Mitt Nr. 16+17, Zürich 1974/75 und dann in Musik-Konzepte 7, Edition Text+Kritik München 1979, 4-40
  2 1973 Gülke, Peter: Protokolle des schöpferischen Prozesses - Zur Musik von Leoš Janáček. In: Neue Zeitschrift für Musik 1973, 407-412 und 498-503
       
      Gute Nacht! > Auf verwachsenem Pfade (JW VIII/17)
       
      Gutheim, Karlheinz (1905 Essen - 02:03.1987 München)
      Übersetzer von Operntexten, u.a. einer individuell gestalteten Übertragung von Js Oper > "Die Ausflüge des Herrn Brouček auf den Mond und ins XV. Jahrhundert" (JW I/7) für die dt EA in München 1959. Die Handlung des ersten Teils hat er ins Jahr 1920 verlegt und als moderne utopische Mondfahrt mit Astronauten und Raketen gestaltet. Seit 1994 liegt sie auf TT vor.
      Die Städtischen Bühnen Münster haben 1965 Gutheims Textfassung nochmals verwendet. Die Übersetzung von Robert Brock wird heute aber vorgezogen.
TT 1 1959 Die Ausflüge des Herrn Brouček, GA, in dt Sprache, Textfassung Karlheinz Gutheim, Dirigent: Joseph Keilberth; Brouček: Lorenz Fehenberger, Mazal: Fritz Wunderlich; ORFEO CD publ 1994
L 1 1959 Gutheim, Karlheinz: Anmerkungen zum Komponisten Janáček. In: Progr.heft Brouček, Bayer. Staatstheater April 1954 - Sammlung Knaus
  2 1964 KlA "Die Ausflüge des Herrn Brouček", UE Wien 1964 UE 13886
  3 1994 Unger, Anette: Die erste Münchner Mondfahrt. Zur Münchner Produktion, in: Booklet zu TT 1)
  4 1994 Zwei Rezensionen zur Münchner Produktion, in: Booklet zu TT 1)
       
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