K3 aktualisiert: 08.02.2016
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Abkürzungen

      K1 KŠan - Keulentanz
      K2 Kilian, Jiří - Koukol
      K3 Kout - Kytice
       
      Kout, Jiří (geb. 26.12.1937 Prag)
      Tschech Dirigent, in der Schweiz wohnhaft, der Janáčeks Opern weltweit dirigiert. Er ist Chefdirigent des Sinfonieorchesters St. Gallen.
      Jenufa in Duisburg 1982, Stuttgart 1986, London 1993, Genf 2001, Berlin + San Francisco 2002, Bilbao 2004, Prag 2005
      Schicksal in Duisburg 1986
      Kát'a Kabanová in Berlin 1986, Paris 1988, Paris-Bastille 1990, Berlin 1994, Leipzig 1995, Berlin 1997, Tel Aviv 2001, Glyndebourne 2002
      Das schlaue Füchslein in Berlin 1999
      Die Sache Makropulos in Berlin 1990 und Los Angeles 1992
      Aus einem Totenhaus in Saarbrücken 1991
      Sinfonietta in Tokyo 2003
TT 1 2005 Jenufa, Prag, Nat. theater, Live Recording 01.10.2005, VLTAVA CD, nicht im Verkauf, Sammlung Knaus
       
      Kouzlo > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 2)
       
      Kovařovic, Karel (09.12.1862 Prag - 06.12.1920 Prag)
      Tschech Komponist und Dirigent; 1885-86 Kapellmeister in Brünn, 1886-87 Opernchef in Pilsen, 1900-1920 Opernchef am Prager Nationaltheater; 1897-1902 war er auch Musikredaktor der Prager Zschr "Zláta Praha" (Ste-Gen, 167). Für J war Kovařovic von Bedeutung, als dieser nach jahrelanger Zurückhaltung endlich die Oper > "Jenufa" (JW I/4) zur Aufführung in Prag annahm: 12 Jahre nach der UA in Brünn wurde sie 1916 am Prager Nat.theater gegeben.
      J hatte ihn am 29.04.1882 kennengelernt, als J die Chorvereinigung der Brünner Beseda dirigierte und Kovařovic als Solist auf der Harfe auftrat. Kovařovic besprach fast 4 Jahre später das Jubiläumskonzert der Brünner Beseda, das J geleitet hatte, sehr positiv (L 5). 1887 hingegen rezensierte J die Oper "Ženichove" ("Die Freier" oder auch "Die Bräutigame") von Kovařovic in "Hudební listy" (L 1) ungnädig und kritisierte sie scharf: Welche Melodie blieb Ihnen haften? Wenigstens welches Motiv? Weshalb ist die Oper dramatisch? Ich hätte nicht geschrieben 'in Musik gesetzt' sondern: 'Macháčeks Lustspiel usw' mit Musik zusammen vorgeführt". Diese Kritik hat wohl Kovařovic' Verhalten gegenüber Js "Jenufa" beeinflusst und verhärtet.
      Interessant ist, dass beide, unabhängig voneinander, gleiche Texte vertont haben: "Když mě nechceš?" (Magst du mich nicht?), auch Lermontovs Gedicht "Smrt" (Der Tod) und "Naše píseň" (Unser Lied), aber auch "Královničky" (Kleine Königinnen) und "Moravské národní tance" (Volkstänze in Mähren). Den Vorschlag, zwei seiner "Lachischen Tänze" als Einlage in einem Ballett von Kovařovic zu verwenden, lehnte J ab.
      Weiter rezensierte J 1899 Kovařovic' Oper "Psohlavci" ("Die Hundsköpfe") kritisch, dass die Melodien nicht ursprünglich seien - J kritisierte die Art und Weise, wie Volksmelodien zitiert wurden (L 2). Dann setzten Js Bemühungen um die Aufführung der Oper "Jenufa" am Prager Nationaltheater ein - dieser Briefwechsel ist publiziert (L 3); zusätzliche Briefe hat Bohumír Štědroň bekannt gemacht (L 6). Kovařovic lehnte ab, da ihm die Musik in ihrer Eigenständigkeit fremd war, ebenso hielt er die Instrumentierung für ungenügend, da sein Ideal im spätromantischen Orchestersatz, im Stile von Wagner und Richard Strauss, lag. Aus diesem Grund ergänzte er ausgiebig mit Füllstimmen und -akkorden. Einen Teil davon hat J widerwillig akzeptiert, weil er die Bereitschaft von Kovařovic zur Einstudierung nicht gefährden wollte. Erst in den Fünfziger Jahren sind die Retuschen rückgängig gemacht worden (vgl "Jenufa"-Partitur 1969, UE 13 980 und 1993, UE 30 145). J beklagte sich direkt bei ihm über die Nichtberücksichtigung eines tschechischen Komponisten (Vogel, 209).
      Beim Tod von Karel Kovařovic (Krebs) hat sich J anerkennend über ihn geäussert: Auch ich bin ihm schliesslich durch meine Pastorkyňa für meinen Erfolg dankbar und will seiner nur im Guten gedenken. (Vogel, 337)
      Nach dessen Tod entbrannte ein unschöner Streit darüber, der auf juristischer Ebene ausgefochten werden musste (J wehrte sich dagegen, dass Kovařovic' Witwe noch Tantiemen für diese Retuschen erhielt) (L 3).
L 1 1887 Janáček, Leoš: Eine originelle Neuheit. Zuerst: Die Bräutigame. Komische Oper von Karel Kovařovic (Púvodní novinka. Poprvé: Ženichové. Komická opera uvedl Karel Kovařovic). In: Hudební listy 15.01.1887; dt Ue in BE, 44; in Ort, 54; engl Ue in: Zeman, 148; harte Kritik an Kovařovic' Oper, die später zur hartnäckigen Weigerung von Kovařovic führte, Js Oper "Její pastorkyňa" in Prag aufzuführen. (JW XV/70)
  2 1899 Janáček, Leoš: Tschechische Musikströmungen (Český proudy hudební). In: Hlídka 1899, 362-368, Lit I, 276-282; über die Oper "Psohlavci" (Die Hundsköpfe) von Karel Kovařovic, mit Musikbeispielen (JW XV/161)
  3 1950 Korr7, Korespondence Leoše Janáčka s Karlem Kovařovicem a ředítelstvím Národního divadla (Korrespondenz Leoš Janáčeks mit Karel Kovařovic und der Direktion des Nationaltheaters) Prag 1950, 119 Seiten, tschech
  4 1953 Brod-Br, 128 (Brief vom 31.10.1923); vgl. auch Vogel 312
  5 1959 BE 31-32 Konzert vom 10.01.1886
  6 1968 Ste-Gen, 111-114, 164-205, besonders auch 166/a5 und 169/a17
  7 1992 Tyrrell, John: Janáček's Operas, Faber&Faber London 1992, 49-60, 78-102, engl
  8 2006 Tyrr-Bio1, 613-618, engl
       
      13 Briefe von J an Kovařovic in Ste-Gen, die in Korr7 (L 3) nicht enthalten sind:
    1904 17.01. + 10.03., in: Ste-Gen 174
    1915 20.11., in: Ste-Gen 179
    1916 28.03., 04.06 (zweiter Brief vom gleichen Tag in Korr7, 33), 09.06., 17.10., 26.10. + 16.12. in : Ste-Gen 182-188
    1917 23.09., 18.11. + 26.11. in Ste-Gen 188-191
    1918 07.02. in Ste-Gen 192
  7 1988 JUE, div. Belegstellen, besonders 303ff
I 1   obraz 26
  2   Ste-Gen, Bilderbeilagen Abb. 31+ 32
       
       
      Koza bílá hrušky sbírá > Kinderreime (JW V/16, Nr. 6), > Kinderreime (JW V/17, Nr. 14)
      Koza leží na seně > Kinderreime (JW V/17, Nr. 16)
      Kozáček > Kosakentanz (JW VI/12)
       
      Kozlík, Josef (1862-1924)
      war Schüler am Lehrerseminar von 1880-1884, wo Janáček ab Juni 1880 unterrichtete. Dort hat er wahrscheinlich die Manuskripte der Chöre > "An der Fähre" (JW IV/15) und > "Auf der grünen Tanne" (JW IV/11) von J erhalten, die er selbst angefertigt hatte (Vogel, 119). Beide Manuskripte wurden nämlich erst im Oktober 1956 in seinem Nachlass gefunden. 
      Kozlík hat auch Abschriften der beiden Chöre > "Schon scheint die Sonne in den Bergen" (JW IV/23) und > "Ruhe friedlich" (JW IV/24) gemacht, den Chor > "Warum neigt die Birke" JW IV/22 ediert und die > "Musik zum Geräteturnen" (JW VIII/13) zusammen mit František Kmoch für Blasmusik arrangiert. 
       
      Kožích ['ggoschich, sch=stimmlos] = Kožušek ['ggoschuschegg, sch=stimmlos, sch=stimmlos] = Křížový
      die drei Titel "Kožich" (Der Pelz), "Kožušek" (Das Pelzchen) und "Křížový" (Kreuztanz) werden meistens identisch verwendet; J hat den Tanz mehrfach eingesetzt.
      > Rákoš Rákoczy (JW I/2, Nr. 7)
      > Walachische Tänze op. 2 (JW VI/4, Nr. 3)
      > Mährische Tänze (JW VI/7, Nr. 1)
      > Tschechische Tänze (JW VI/9, Nr. 4)
      > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 13)
       
      Kožík, František (geb. 1909-1997)
      tschech Komponist und Schriftsteller, schrieb eine J-Biografie mit dem Titel "Po zarostlém chodničku" (Auf verwachsenem Pfade), worin er auch originale Zitate aus Äusserungen und Briefen von J einflocht, aber auch Erinnerungen von Personen, die J noch persönlich gekannt haben, so dass eine Art Biografie in Erzählform entstand. Kožík nennt es "Sbližení s L.J." (Annäherungsversuche an L.J.)
L 1 1967 Kožík, František: Po zarostlém chodničku (Auf verwachsenem Pfade), Prag 1967, 1972 und 1983, 312 Seiten, tschech, mit 17 Illustrationen (zwei falsch datierte Fotos, Nr. 1 und Nr. 3); neue Ausgabe: Evropsky Literarni Klub 2003, 371 Seiten, mit 44 Illustrationen und CD (Romance, Dumka, Violinsonate) (Foto Nr. 1 - jetzt IV/3 - noch immer falsch datiert, Nr. 3, jetzt IX ohne Datum)  
       
      Kožušek > Kožich
       
      Krafka, Karel (1921-1984)
      Cellist im Janáček-Quartett, Gründungsmitglied; er hat 1948 Janáčeks > "Presto" für Cello und Klavier (JW VII/6) uraufgeführt
       
      Krajcpolka > Fünf mährische Tänze (JW V/6, Nr. 5)
       
      Král, Alois (1877 Brünn - ?)
      Schüler von J und dessen Mitarbeiter in Březova für die Sammlung von Volksliedern in den Jahren 1898-1910. Er war selber Lehrer und entdeckte die Tropfsteinhöhlen von Demänov in der Slowakei. J war begeistert davon. Das Feuilleton "Studánky" (Brunnen) ist Alois Král gewidmet.
L 1 1922 Feuill 19-27, auch in MdL 56-61 (andere Ue), original in Lit I, 507-511; (JW XV/242)
       
      Královničky, auch Králky > Kleine Königinnen (JW IV/20)
       
      Krammel, Karel (17.09.1897 Brünn - 1981 Olmütz)
      Schüler von J an der Brünner Orgelschule (16.09.1914 - 01.04.1915); es existieren noch zwei handgeschriebene Zeugnisse (deutsch) von Karel Krammel, die J unterschrieben hat (I 1). Das dritte Zeugnis trägt schon den neuen Namen: "Konservatorium für Musik und Dramatik" und ist von J und Jan Kunc unterzeichnet, mit Datum vom 20. Juni 1920.
      Krammel war Pianist und Musiklehrer; er spielte auch Klarinette, Saxofon und Geige. Im 4. Jahrgang hatte er den Dirigentenkurs absolviert. Er fertigte eine Abschrift der > "Lachischen Tänze" (JW VI/17) für Klavier 4-hd an.
      Krammels Tochter Valerie Brazda-Krammel, geb. 1922, ist ein Patenkind von Janáček. J hat zu Valeries Vater (ca 1920) gesagt: Sie haben als Musiker zu früh geheiratet. Später hat dann Krammel bei J angefragt, ob er Pate des ersten Kindes sein würde. (Information von Dalibor Brazda, Dirigent bei SUPRAPHON)
I 1 1912 Drei Zeugnisse: 1912/13, 1. Jahrgang; 1913/14, 2. Jahrgang; 1919/20, 4. Jahrgang, unterschrieben von J und Jan Kunc (Kopien von Dalibor Brazda, auf CD 539 in Sammlung Knaus)
       
      Kränzlein > Das Kränzlein (JW IV/31)
      Krásné oči tvé > Deine Augen schön (JW IV/17, Nr. 4)
       
      Krásnohorská, Eliška (1847 - 1926)
      Librettistin von Bedřich Smetana (Oper "Der Kuss" u.a.); bürgerlicher Name: Alžběta Pechová (JW 116)
      J hat Texte von ihr vertont: > "Warum neigt die Birke" (JW IV/22), > "Abschied" und "Das Täubchen" (JW IV/19, Nr. 1 und 2)
       
      Krenn, Franz (1816 - 1897)
      Organist und Komponist, ab 1869 Professor für Harmonielehre in Wien. Js Lehrer in Wien im Frühjahr 1880: Krenn aus der Composition ist ein Mensch mit guten Ansichten aber zu wenig gründlicher Kenntnis. Ich will auch nur weiter auf Grundlage Grill's arbeiten und mich nicht durch diese Wagnerschen Schwülste beeinflussen lassen. (L 1) > Grill war einer von Janáčeks Lehrern in Leipzig.
L 1 1985 ZdBr 199; Brief vom 03.04.1880
       
      Křenek, Ernst (23.08.1900 Wien - 22.12.1991 Palm Springs, USA)
      österreichischer Komponist, der über Js Oper "Aus einem Totenhaus" (JW I/11) einen Aufsatz schrieb (L 2) und die Aufführung an der Krolloper für die FAZ (Frankfurter Allg. Zeitung) rezensierte. Křenek hebt die Eigenständigkeit des Werks hervor, vor allem in der Behandlung der Sprache. Er verweist auf Mussorgsky und die Pimen-Erzählung in "Boris Godunov", aber auch auf Monteverdi. Aufmerksam beschreibt er die Instrumentation und ihre "koloristischen Kühnheiten". J erwähnt in seinem Interview für die Zschr "Literarní svět" Křeneks Oper "Jonny spielt auf": Sieh da, die Kunst auf der Strasse. Die Strasse macht Kunst - 'Jonny spielt auf'. Schall und Rauch, meine Herren!" (Februar 1928, MdL 184)
      In Wien (1963) hat der Tenor Julius Patzak Janáčeks "Tagebuch eines Verschollenen" mit Ernst Křeneks "Reisetagebuch aus den österreichischen Alpen" kombiniert.
L 1 1926 Křenek, Ernst: Musik in der Gegenwart. Vortrag, gehalten am 19.10.1925 auf dem Kongress für Musikästhetik in Karlsruhe. In: 25 Jahre Neue Musik - UE Jahrbuch, UE Nr. 8500, Wien 1926, 43-59
  2 1931 Křenek, Ernst: Theater und Musik in Janáčeks "Aus einem Totenhaus". Erstdruck in Progr.heft der Städt. Bühnen Düsseldorf 1931. Auch in: LJG-Mitt 1981/1, auch in: LJG-Mat 61-64
       
      Křešt'ané zaplesejte > Tschechische Kirchengesänge aus Lehners Messkanzional (JW II/10, Nr. 10)
       
      Kreutzersonate
      > Klaviertrio (JW X/22)
      > Streichquartett Nr. 1 (JW VII/8)
      J hat schon das Klaviertrio von 1908 mit dem Untertitel "angeregt durch L.N. Tolstojs Kreutzersonate" versehen; es blieb dann liegen und vergessen, bis er 1923 das Streichquartett Nr. 1 konzipierte und auf Skizzen des Trios zurückgriff. Der Untertitel wurde hier etwas verändert wieder verwendet: aus Anlass von Tolstojs 'Kreutzersonate'.
      Tolstojs Novelle "Kreutzersonate" (1889) handelt von einem Ehebruch, bei der es durch das Spiel von Beethovens "Kreutzersonate" zu einer Ehetragödie kommt.
      Beethoven hat die "Sonate für Klavier und Violine A-Dur op. 47" 1803 komponiert und Rodolphe Kreutzer gewidmet, deshalb "Kreutzersonate".
      Die niederländische Schriftstellerin Margriet de Moor (geb. 1941) hat 2001 ihren Roman "Kreutzersonate" publiziert, der von einem blinden Musikkritiker und einer Geigerin handelt und wo alle drei - Beethoven, Tolstoj und Janáček - miteinbezogen sind (dt übersetzt bei Hanser Verlag München 2002). Die engl. Übersetzung ist als Hörbuch erhältlich, seit Februar 2014 bei audible.de > TT 2)
TT 1 2008

4 Ausschnitte aus Tolstojs Erzählung "Kreutzersonate", rezitiert von Peter Matič, dazu das Klaviertrio JW X/22, das T.A. Körber nach dem gleichnamigen Streichquartett eingerichtet hat, gespielt vom Merlin Ensemble Wien (Martin Walch, Vl; Cyrille Tricoire, Vc; Till Alexander Körber, Klavier) und Beethovens "Kreutzersonate" op. 47, Live-Mitschnitt vom 22.2.2008 im RadioKulturhaus Wien, ORF CD 3051 "Kreutzersonate"

  2 2014 Hörbuch "The Kreutzer Sonata. A Novel" von Margriet de Moor, bei audible.de, 221 min, engl. gesprochen von Aaron Abano, ungekürzt, publ 14.02.2014
L 1 2004 Steltner, Ulrich: Europäisches Ereignis "Kreutzersonate". Beethoven - Tolstoj - Janáček. Band 30 von "Schriften des Collegium Europaeum Jenense", 87 Seiten, 2004, auch verlegt bei Palm&Enke 2004, 76 Seiten, Taschenbuch
       
      Kreuzpolka > Fünf mährische Tänze (JW V/6, Nr. 5)
       
      Kriegsgesang (1) (Válečná) ['waaletschnaa] (War song (1)) (JW IV/2)
      Chor für Männerstimmen
T     unbekannt (nach Proch-V, 11 stammt der Text von Vladimír Št'astný); Helf 330 zitiert den Text
K   1873 am 24.06. beendet, zur Fahnenweihe des Gesangsvereins > "Svatopluk" und zu dessen 5-jährigem Bestehen (Vogel 73, mit falschem Datum 26.07.)
A     unvollständig, nur letzte Seite, nicht dat, JA A 23.539
M     Kopie der Stimmen, nicht dat, aus Svatopluk-Archiv, JA A 13.502
ED     nicht publiziert
D     1 min 30 sec
UA   1873 05.07., Brünn
TT 1 1994 Prager Philh. Chor, Pavel Kühn; SUP CD
L 1 1939 Helf 331/a3 zwei Rezensionen vom 09.07.1873 in "Moravské orlice" und vom 21.08.1873 in "Dalibor"
      J soll sich im Jahre 1924 geäussert haben, dass dieser Gesang nicht von ihm stamme. Auch Tovačovský hat den gleichen Text vertont. Helfert zitiert aber zwei Rezensionen, welche die Urheberschaft belegen (L 1)
       
      Kriegsgesang (2) (Válečná) ['waaletschnaa] (War song (2)) (JW IV/3)
      Chor für Männerstimmen mit Trompete, drei Posaunen und Klavier "zur Fahnenweihe", nicht identisch mit JW IV/2, nur die Takte 1-3 stimmen überein, der Mittelteil ist neu und fugiert und in barocker Manier ausgeweitet
T     unbekannt, nicht ganz identisch mit dem Text zum > Kriegsgesang (1)
K   1873 am 26.06. beendet, Datum auf einer der Stimmen
A     P, dat 26.06.1873 "dokončeno dne 26. června 1873" (beendet am 26. Juni 1873), JA A 23.539
M     Abschrift, nicht dat, JA 23.461
ED     nicht publiziert
D     3 min 40 sec
UA   1873 05.07., Brünn, Besední dům, Svatopluk, Dirigent: LJ
WA   1874 06.09., Šlapanice, Svatopluk, Dirigent: LJ
TT 1 1994 Prager Philh. Chor, Pavel Kühn; SUP CD - der Chor singt hier einen anderen Text wie in JW IV/2
L 1 1939 Helf 331/a3 zwei Rezensionen vom 09.07.1873 in "Moravské orlice" und vom 21.08.1873 in "Dalibor"
      J soll sich im Jahre 1924 geäussert haben, dass dieser Gesang nicht von ihm stamme. Auch Tovačovský hat den gleichen Text vertont. Helfert zitiert aber zwei Rezensionen, welche die Urheberschaft belegen
     
Text bei Helfert dt Rohübersetzung Knaus
Na srdce zrádné at' kletba padne sláva vlasti přec neuvadne. Ins verräterische Herz möge der schwere Fluch fallen, der Ruhm des Heimatlandes nicht untergehen.
Budiž v nás Božích bojovníků duch. Es sei in uns Gotteskämpfern der Geist.
Ve svatém to spravedlivém boji at' všichni věrně k sobě stojí zradců chraň nás milostivy bůh.... In diesem heiligen, gerechten Kampf mögen alle treu zu sich selbst stehen, vor den Verrätern behüte uns gnädiger Gott...
       
      kriegsgesang
       
      Kristus, syn boží > Tschechische mehrstimmige Kirchengesänge aus dem Freiberger Kanzional (JW XII/5, Nr. 3)
       
      Kritische Gesamtausgabe der Werke von Leoš Janáček
      Am 50. Todestag von Leoš Janáček (12.8.1978) sind der Bärenreiter-Verlag Kassel und die EDITIO SUPRAPHON in Prag übereingekommen, die Herstellung der kritischen Gesamtausgabe an die Hand zu nehmen.Den Editionsrat bildeten zu Beginn Jiří > Vysloužil, Ctirad Kohoutek, Rudolf > Pečman, Theodora > Straková und Bohumír Štědroň. Deren Ziel war es, "unter Berücksichtigung und Vergleich aller möglichen Quellen ein optimales Notenbild zu erreichen, das so eindeutig wie möglich die kritisch festgesetzte authentische Gestalt der einzelnen Kompositionen wiedergibt und sich gleichzeitig dem Interpreten wie auch dem Leser übersichtlich und logisch darbietet". Geplant wurden 50 Bände, aufgeteilt in:
       
     
  Bereich Anzahl Bände Bis 01/2016 erschienen
Reihe A Bühnenwerke
11
1
Reihe B Kantaten
5
5
Reihe C Chöre
6
4
Reihe D Orchesterwerke
9
6
Reihe E Kammermusik (2x E/5!)
8
9
Reihe F Kompositionen für Soloinstrumente
2
3
Reihe G Einrichtungen von Volksliedern und -tänzen
3
1
Reihe H Studienwerke, Bearbeitungen, Fragmente
6
2
Reihe J neu: Liturgische Kompositionen
?
1
       
      Bisher (Juni 2012) sind erschienen:
     
1 F/1 Klavierkompositionen (*) 1978 BA 6841
2 D/7 Taras Bulba 1980 BA 6842
3 H/2 Einleitung zum Gesangsunterricht 1980 BA 6843
4 B/3 Die Schenke in den Bergen 1981 BA 6844
5 D/4 Lachische Tänze 1982 BA 6845
6 C/1 Männerchöre I 1983 BA 6847
7 D/6 Des Spielmanns Kind 1984 BA 6848
8 E/1 Kompositionen für Violine und Klavier * 1988 BA 6849
9 E/2 Komp. für Violoncello und Klavier * 1988 BA 6850
10 E/6 Die Jugend * 1990 BA 6854
11 F/2 Orgelkompositionen * 1992 BA 6852
12 B/1 Amarus 2000 Editio Bärenreiter H 7382 BA 6851
13 E/3 Streichquartett Nr. 1 * 2000 Editio Bärenreiter H 7775 BA 6855
14 E/5 Capriccio (gleiche Nr. wie 23!) * 2001 Editio Bärenreiter H 7826 BA 6856
15 B/4 Das ewige Evangelium 2002 Editio Bärenreiter H 7736 BA 6860
16 E/7 Concertino 2001 editio janáček H 0001
17 C/3 Frauenchöre 2002 editio janáček H 0002
18 D/1-1 Suite für Streicher 1877 2002 editio janáček H 0006
19 D/8 Blaník-Ballade 2002-03 editio janáček H 0007
20 D/1-2 Idylle für Streicher 1878 2003 editio janáček H 0008
21 E/4 Tagebuch eines Verschollenen 2004 editio janáček H 0009
22 G/2 Nationale Tänze aus Mähren, für Klavier 2005 editio janáček H 0011
23 E/5 Kinderreime (gleiche Nr, wie 14!) 2006 editio janáček H 0013
24 J/1 Liturgische Kompositionen 2007 editio janáček H 0012
25 C/4 Gemischte Chöre 1877-1899 2007 editio janáček H 0010
26 F/3 Fugen für Klavier 1879-1880 2008 editio janáček H 0016
27 E/4 Streichquartett Nr. 2 * 2009 Editio Bärenreiter H 7832 BA 6857
28 H/3 Die Donau, Sinfonie 1923-1928 2009 Editio Bärenreiter H 7950 BA 6861
29 C/2 Männerchöre II 2011 Bärenreiter Praha H 7840 BA 6858
30 B/5-I Glagolitische Messe 2011 Bärenreiter Praha H 7935 BA 6862
31 B/5-II Glag. M. "Fassung September 1927" * 2011 Bärenreiter Praha H 8020 BA 6863
32 A/5 Schicksal (Osud) 2016 Bärenreiter Kassel H 8038 BA 6562
      * ab 2006 auch Bärenreiter Urtext-Ausgabe (*) (Übersicht siehe unten)
      In Vorbereitung:
     
33   Schluck und Jau    
34        
35        
       
      Gleich vom ersten Band an wurde der neue Notentext kritisiert, vor allem drehte sich die Diskussion um die Vereinheitlichung der Vorzeichen und um die Angaben zu den Takt-Vorzeichnungen. Ebenso wurde die Kombination von kritischer Ausgabe mit einer Ausgabe für den praktischen Gebrauch teilweise abgelehnt. Die Diskussion wurde sehr intensiv geführt, am intensivsten wohl am Janáček-Kongress 1988 in St. Louis, wo vor allem Jarmil Burghauser die Ausgabe verteidigte. Im Jahre 1990 kam die Ausgabe ins Stocken, da die Umwälzungen in der ČSSR auch den kulturellen Institutionen grosse finanzielle und organisatorische Probleme bereitete. Ausserdem zeigte sich auch der Verlag Bärenreiter in Kassel enttäuscht über die Anzahl der Subskribenten. Die Leoš Janáček-Gesellschaft in Zürich bemühte sich 1991/92 um finanzielle Unterstützung über schweizerische Institutionen - ohne Erfolg, da es sich um kein schweizerisches Vorhaben handle.
      Die Weiterführung durch "editio janáček" in Brünn hat zwar zu preislich günstigeren Bänden geführt (einfachere Ausstattung), aber auch zu Komplikationen: die Reihe E "Kammermusik" umfasst nun zweimal die Nummern E/4 und E/5 mit dem "Tagebuch eines Verschollenen" von 2004 und dem "Capriccio" von 2001, Editio Bärenreiter BA 6856+57 und "Kinderreime" von 2006, editio janáček H 0013. Und von der "Glagolitischen Messe" liegen die gebräuchliche Version und die Wingfield-Version bei Editio Bärenreiter vor: 2011, H 7935 BA 6862 und H 8020 BA 6863. Die Studienpartitur der "Erstfassung (1927)" hrg. von Paul Wingfield ist 2009 bei Universal Edition Wien UE 34928 herausgekommen.
      Ab 2006 erscheinen "Bärenreiter Urtext"-Ausgaben, auf der Basis des Notensatzes der Krit. Gesamtausgabe, aber ohne kritischen Bericht und mit neuem oder neu redigiertem Vorwort:
     
1
  Auf verwachsenem Pfade I+II Bärenreiter Urtext 2006 BA 9502
2
  Streichquartett Nr. 1 Bärenreiter Urtext 2007 BA 9520
3
  Werke für Violine und Klavier Bärenreiter Urtext 2007 BA 9508
4
  Werke für Violoncello und Klavier Bärenreiter Urtext 2008 BA 9509
5
  Orgelwerke Bärenreiter Urtext April 2009 BA 9524
6
  Streichquartett Nr. 2 Bärenreiter Urtext April 2010 BA 9533
7
  Die Jugend, Bläsersextett Bärenreiter Urtext Juni 2010 BA 9528
8
  Capriccio für Klavier + Bläser Bärenreiter Urtext Nov. 2010 BA 9535
9
  Glagolitische Messe, "Fassung letzter Hand" > JGA B/5-I Bärenreiter Urtext April 2013 BA 6862-90
10   Tagebuch eines Verschollenen Bärenreiter Urtext 2016 BA 9575
       
L 1 1965 Flothuis, Marius: Über die Notwendigkeit einer kritischen Gesamtausgabe der Werke Leoš Janáčeks, in: Sammelband der Philh. Fakultät der Universität Brünn, hrg. von Jan Racek, Brünn 1965, S. 87-91
  2 1978 Burghauser, Jarmil: K problematice Janáčekova zápisu tónových víšek (Zur Problematik der Tonhöhenaufzeichnung bei Janáček) in opmus 5/6-1978, S. 149-152
  3 1979 Souborné kritické vydaní - Ediční zásady a směrnice k notační problematice klasiků 20. století (Kritische Gesamtausgabe - Editionsprinzipien und Richtlinien zur Notationsproblematik eines Klassikers des 20. Jahrhunderts), hrg. von Milan Šolc und Jarmil Burghauser, EdS, Prag 1979, tschech, 213 Seiten; Kurzfassung dt, EdS und Bärenreiter 1979, 27 Seiten
  4 1980 Flothuis, Marius: Zur Janáček-Gesamtausgabe - Nach dem Erscheinen des ersten Bandes. In: NZZ, Nr. 69, 22./23.3.1980
  5 1981 Stellungnahme Carl Dahlhaus in einem Brief an W. Rehm vom 07.06.1981 (Kopie von J. Burghauser) Sammlung Knaus
  6 1988 Burghauser, Jarmil: Janáčeks Beziehung zur musikalischen Notation. In: Musica Sept./Okt. 1988, S. 433-437, dt
  7 1988 Füssl, Karl Heinz: Neue Gedanken in der Musik von Leoš Janáček - Ihre Auswirkung in der Gesamtausgabe seiner Werke. In: Musica Sept./Okt. 1988, S. 426-431 dt
  8 1989 Burghauser, Jarmil: Zur Entstehung der Editionsrichtlinien für die Janáček-Gesamtausgabe. In: Festschrift W. Rehm, Bärenreiter Kassel 1989, S. 246-251
       
       
Was Zahl Jahr Křička, Jaroslav (1882 Kelč, Mähren - 1969)  
      tschech Komponist, war in der mährischen Walachei geboren, Professor am Konservatorium Prag ab 1920, führte am 05.02.1917 Janáčeks Kantate "Das ewige Evangelium" (JW III/8) auf (Ste-Gen, 192) und schrieb über Janáčeks Frauenchor "Kašpar Rucký" (IV/41) (Vogel, 301)
I 1 2003 Foto, in: Kožík, František: Po zarostlém chodničku (Auf verwachsenem Pfade), Prag 1967, Evropsky Literarni Klub 2003, Foto XV, Nr.1
       
      Křižový ['ggrschiischowii, sch=stimmlos] (Kreuztanz) > Kožich
       
      Křižkovský, Pavel ['pawel 'ggrschiischggofsggii] (09.01.1820 Holasice bei Troppau - 08.05.1885 Brünn)
      Augustinermönch und erzbischöflicher Konsistorialrat in Brünn und Olomouc (Olmütz), Komponist von geistlichen und tschechisch-nationalen Chören (vor Smetana!); gründete und leitete den philharmonischen Verein Brünn. Bekanntestes Werk: "Die Ertrunkene" (Utonulá). 
      Křížkovský hatte dem 11-jährigen Leoš ermöglicht, im Altbrünner Kloster als Stipendiat die Primarschule zu absolvieren. Dank dieses Freiplatzes wurde die kinderreiche Familie Janáček in Hukvaldy entlastet, was umso bedeutungsvoller war, als der Vater schon ein Jahr später (1866) starb - Leoš war 12 Jahre alt! Křížkovský übertrug dem jungen Leoš manchmal die Leitung des Klosterchores. 1869 verliess J die Klosterschule, kam aber schon 1872 als Nachfolger Křížkovskýs zurück in der Funktion als Leiter des Altbrünner Klosterchores. Obwohl Křížkovský das Talent von Leoš entscheidend gefördert hatte, blieb er ihm doch irgendwie fern: Křížkovský pflegte über sich nicht zu sprechen, um so weniger mit mir, dem Knaben; als ich heranwuchs, weilte er nicht in Brünn (seit dem Jahre 1872) und war nur bei Besuchen Zeuge meines öffentlichen Auftretens als Dirigent (L 1)
L 1 1902 Janáček, Leoš: Pavla Křížkovského význam v lidové hudbě moravské a v české hudbě vůbec (Pavel Křížkovskýs Bedeutung für die mährische Volksmusik und die tschechische Musik überhaupt), Feuilleton in "Český lid" 1902, 257-63; (JW XV/166); nicht in Lit!; dt Ue in MdL, 87-89
  2   Janáček, Leoš: Utonulá Pavla Křížkovského (Pavel Křížkovskys "Die Ertrunkene"), Feuilleton in "Hlídka" 1902, 270-275;(JW XV/167); Lit I, 283-289
  3 1925 Janáček, Leoš: O pomník Pavlu Křížkovskému (Zum Denkmal Paul Krížkovskýs) (JW XV/280), Lit I, 565; dt Ue in Feuill 121; hat Einwände gegen die Aufstellung des Denkmals unterhalb des Spilbergs 
  4 1955 BE 8
  5 1958 Vogel 55-69
  6 2006 Tyrr-Bio1, 69-76
I 1   Foto, in: Vogel 65
  2   Denkmal in Opava, von Jaroslava Lukešová
       
      Kroll-Oper
      In der Kroll-Oper in Berlin, wo Otto > Klemperer von 1927 bis zu deren Schliessung 1931 Direktor war, wurden die > "Sinfonietta" (JW VI/18) (1927, dirigiert von Klemperer) und > "Aus einem Totenhaus" (JW I/11) (1931, dirigiert von Fritz Zweig) aufgeführt. Den immer aufdringlicher werdenden Nationalsozialisten war das Programm zu wenig deutsch und zu modern.
L 1 1975 Curjel, Hans: Experiment Krolloper 1927-1931. Prestel Verlag München 1975, 504 Seiten mit Illustrationen
  2 1988 Heyworth, Peter: Otto Klemperer. Dirigent der Republik 1885-1933, Berlin 1988, dt. Teilausgabe, aus dem Engl von Monika Plessner, Originalausgabe "Otto Klemperer - his life and times. Vol. I 1885-1933", Cambridge University Press 1983
       
      Krombholc, Jaroslav (30.01.1918 Prag - 16.06.1983 Prag)
      tschech Dirigent, Schüler von Václav > Talich, der ihn auch 1940 an das Prager Nationaltheater holte (bis 1944); die erste Janáček-Oper dirigierte er in Plzeň (Pilsen), dann war er Operndirektor in Ostrava, 1945 kam er als Chefdirigent zurück nach Prag. Als Gastdirigent war er oft in England, auch mit Janáček-Opern: "Kát'a Kabanová" (JW I/8) in Edinburgh 1964.
TT 1 1959 Kát'a Kabanová, Orchester des Nat. theaters Prag, SUP LP st, CD publ 1993
I 1   obraz 63
       
      Kuba, Ludvík (16.04.1863 Prag - 30.11.1956)
      tschech Maler, Sammler von Volksliedern und Schriftsteller; studierte 1891-93 in Prag, 1894-95 in Paris und 1896-1904 in München, dann lebte er in Wien und kehrte 1911 nach Prag zurück. Im neuen Staat bekam er nach 1918 Unterstützung für seine Sammlertätigkeit durch Präsident Masaryk. 1929 erschien seine Volksliedersammlung in 15 Bänden. 1936 erhielt er den Dr.h.c. der Universität Prag.
L 1 1887 Janáček, Leoš: Slovanstvo ve svých zpěvech (Das Slawische in seinen Liedern), in "Hlídka literární" 1886 und 1887 (1. Version) und in "Hudební listy" 01.03.1887 (2. Version), auch in: Vysl 121-131; (JW XV/65); engl Ue (Ausschnitt) in Tyrr-Bio1, 341
  2 1953 Kuba, Ludvík: Cesty za slovanskou písní (Reisen zu den Slawischen Liedern), SNKHLU Prag 1953, 731 Seiten
       
      Kubelík, Rafael (29.06.1914 Býchory bei Kolín - 11.08.1996 Luzern)
      tschech Dirigent und Komponist, Sohn des Geigers Jan Kubelík, seit 1967 Schweizer Staatsbürger. Er studierte am Prager Konservatorium Komposition und Dirigieren. 1934-38 war er Dirigent bei der Tschech Philharmonie, 1939-41 Operndirektor in Brünn, wo er "Jenufa" einstudierte, dann ging er zurück zur Tschech Philharmonie. 1948, bei der Machtübernahme durch die Kommunisten, verliess er die Heimat, ging nach England und dann in die Schweiz (> L 3, > TT 1). 1950-63 war er Chef des Chicago Symphony Orchestra, 1951 dirigierte er in London (Sadler's Wells Opera) "Kát'a Kabanová" (abwechslungweise mit Charles Mackerras), dann wurde er musikalischer Leiter an der Covent Garden Opera (1955-58), wo er 1956 die "Jenufa" als englische EA herausbrachte. 1961-79 leitete er das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Als Komponist hat er zwei Opern geschrieben: "Veronika" (UA 1947 in Brünn) und "Cornelia Faroli" (UA 1972 in Augsburg), zwei Sinfonien, ein Konzert für Violine und Cello und drei Requiems; "Sequenzen" für Orchester (UA 1975 in Luzern).
      Kubelík hatte alle Werke, ausser "Capriccio", mit Janáček selbst durchgespielt, "Taras Bulba", "Kát'a Kabanová" und "Das schlaue Füchslein" sogar am Klavier - vierhändig (Aussage von R.Kubelík 1976 in einem Radio-Interview). Als erster hat er die Partitur von > "Aus einem Totenhaus" (JW I/11), von allen Zutaten gereinigt, konzertant in München (1961), Wien (1964) und Luzern (1965) aufgeführt, aber auch szenisch: in Hamburg (1972) und München (1976). Unmittelbar nach der "samtenen Revolution" im ahre 1989 kehrte der nach Prag zurück und leitete auf dem Altstädter Ring Smetanas "Mein Heimatland" mit den drei Philharmonien von Prag, Brünn und Bratislava. Kubelík lebte bis zu seinem Tod in der Schweiz.
       
     
1941 Jenufa, Brünn
1946 Sinfonietta, Tschech Philh. P, CD publ 2000
  Messe Es-Dur (JW IX/5), Tschech Philh. Chor (Vogel, 215; JW 284)
1951 Jenufa, Amsterdam
  Kát'a Kabanova, London, alternierend mit Charles Mackerras
1956 Jenufa, London, engl EA + TV-Produktion BBC
  Sinfonietta, Wiener Philh. P
1958 Sinfonietta, Royal Philh. Orchestra, P
1960 Glagolitische Messe, Luzern
1961 Aus einem Totenhaus, München, konzertant
1963 Tagebuch eines Verschollenen, P
1964 Aus einem Totenhaus, Wiener Festwochen, konzertant
  Glagolitische Messe, München (19.11.)
1965 Aus einem Totenhaus, Luzern IMF, konzertant
  Aus einem Totenhaus, London, Sadler's Wells, zus. mit Charles Mackerras
1970 Jenufa, München, szenisch, Regie: Rennert
  Sinfonietta, Sinf.orch.des Bayer.Rundfunks, P
1972 Aus einem Totenhaus, Hamburg, szenisch
  Jenufa, TV-Produktion mit Rennert
1976 Aus einem Totenhaus, München, szenisch
  Glagolitische Messe, München
1990 Smetana: Mein Heimatland, Tschech Philh., SUP 111 208 CD
       
L 1 1957 Rosenthal, H.: Pen Portrait: Rafael Kubelík. The Musical Times, London 1957, S. 606
  2 1958 Rosenthal, H.: Two Centuries of Opera at Covent Garden. The Musical Times, London 1958, S. 652ff
  3 1976 Interview mit Rafael Kubelík (Ursula Hübner) Bayer. Rundfunk, 12 min - Sammlung Knaus
  4 1988 Berke, Dieter: Reden wir nicht über Mozart - reden wir über Janáček - Dietrich Berke im Gespräch mit Rafael Kubelík. MUSICA 5/1988, 438-441; auch in: Saremba, Meinhard: LJ - Zeit - Leben - Werk - Wirkung. Bärenreiter Kassel 2001, 400-407
  5 1989 Lambert, Patrick: Leoš Janáček and T.G. Masaryk. In: T.G. Masaryk - Studies in Russia and East Europe, Vol. 3, Statesman and cultural force, London (MacMillan) 1989, 200-228, dt Ue Knaus - Sammlung Knaus
  6 2006 Ulm, Renate (hrg): Rafael Kubelíks "Goldenes Zeitalter", Bärenreiter/Bayerischer Rundfunk 2006, 132 Seiten mit Illustrationen und DVD Probenmitschnitt
TT 1 1944 Sinfonietta, Tschech Philh, HIS MASTERS VOICE, P; TESTAMENT CD, publ 2000 - - Booklet mit ausführlichen Informationen (von Patrick Lambert) zu Kubelíks Schwierigkeiten zur Zeiten der Nazi-Herrschaft und vor seinem definitiven Weggang aus seinem Heimatland 1948. Lambert hat eine grosse Biografie zu Tomaš G. Masaryk publiziert > L 5
  2 1946 Sinfonietta, Tschech Phil, DOCUMENTS, Portrait Kubelik, 4 CD, Booklet mit umfangreichem Portrait-Text, Autor ? - die Aufnahme ist eventuell identisch mit 1)
  3 1956 Sinfonietta, Wiener Philh, DECCA, LP m
  4 1958 Taras Bulba, Royal Philh Orchestra, HIS MASTERS VOICE, LP m + st
  5 1960 Glagolitische Messe, Ernst Häfliger, Schweiz. Festspielorchester, Luzerner Festwochenchor; nur Teile 4 und 5, RELIEF, CD m, publ 1988
  6 1963 Tagebuch eines Verschollenen, Ernst Häfliger, Tenor und Rafael Kubelík, Klavier, LP st; CD publ 1986
  7 1964 Glagolitische Messe, Sinf.orchester des Bayer. Rundfunks, DGG, LP st; CD publ 1989
  8 1970 Sinfonietta, Sinf.orchester des Bayer. Rundfunks, DGG, LP st; CD publ 1992
  9   Taras Bulba, Sinf.orchester des Bayer. Rundfunks, DGG, LP st; CD publ 1989
  10 1971 Capriccio, Mitg. des Sinf.orchesters des Bayer. Rundfunks, Rudolf Firkušný, Klavier, DGG, LP st; CD publ 1997
  11   Concertino, Mitgl. des Sinf.orchesters des Bayer. Rundfunks, Rudolf Firkušný, Klavier; DGG, LP st; CD publ 1997
  12 1976 Aus einem Totenhaus, München, dt gesungen, Originalschluss, Mitschnitt der Premiere am 15.01.1976 - Sammlung Knaus CD 591
       
      Kukač sedí na střešince > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 4)
       
      Kukačka
      Volksmusik-Arrangement für Klavier, für verschiedenen Werken verwendet
     
     
     
       
      Kulhánek, Jaroslav (1881-1938)
      Posaunist und Kopist, der in den 20er Jahren die mühsame Arbeit der Umschrift von Janáčeks schwer lesbaren Opern-Partituren "Das schlaue Füchslein" (JW I/9), "Die Sache Makropulos" (JW I/10) und "Aus einem Totenhaus" (JW I/11) auf sich nahm. Die Autografen enthielten schon sehr viele Änderungen, ausgekratzte Stellen oder Überschreibungen. Sobald die Abschrift fertig war, begann Janáček mit neuen Korrekturen. Weitere Kopisten: Václav > Sedláček, Josef > Štross,
       
      Kunc, Jan (27.03.1883 Doubravice, Mähren - 11.09.1976 Brünn)
      tschech Komponist, Kompositionsschüler von Janáček und Novák, besuchte das Lehrerseminar, studierte an der Brünner Orgelschule (1901-03) und am Prager Konservatorium; wurde bei der Umwandlung der von J gegründeten Brünner Orgelschule in ein Konservatorium dessen administrativer Leiter; er wurde also J vorgezogen.
      Die Verstimmung zwischen Kunc und J aber ist schon früher ausgelöst worden: Kunc hatte Janáčeks Idee, die Musiker in Kostümen der Mozart-Zeit auftreten zu lassen, im > "Klub der Kunstfreunde" als "Mummenschanz" abgetan, worauf J beantragte, ihn aus dem Klub auszuschliessen (Vogel, 226). Die vorübergehende Versöhnung (1909) führte Marie Calma herbei (Brod-Br, 136,a221). Kunc blieb aber Konkurrent von J, trotzdem aber auch sein Propagator. Als Komponist war er traditionell, seine Chorwerke sind meist virtuoser als jene von J. 
      Kunc schrieb 1911 den ersten umfassenden biografischen Aufsatz über J, in der Zschr "Hudební revue" (L 2); einen kurzen Text hatte er schon 1903 publiziert (L 1). Den gleichen sozialkritischen Text, den auch J verwendet hatte: "Sedmdesát tisíc" für Männerstimmen (Siebzigtausend), hat auch Kunc vertont.
      Brod an J: "Sie haben sich über den Verfasser dieses Essais (Jan Kunc) ungünstig ausgesprochen. Aber damals, als er diesen Essai schrieb, war er jedenfalls Ihr glühender Verehrer und kämpfte wie ein Löwe für Ihre Pastorkyňa, die damals in Prag noch unaufgeführt war. - Ich verdanke diesen beiden Artikeln jedenfalls eine Fülle von Material...Ich lese z.B. in dem Artikel eine ganze Menge von Kompositionen, von denen Sie mir gar nichts gesagt haben und die ich doch anführen muss, sonst würde man meiner Biographie Unvollständigkeit und Leichtsinn vorwerfen." (06.02.1924, Brod-Br, 136)
L 1 1903 Kunc, Jan: Leoš Janáček. In: Pelclovy Rozhledy, XIV, 1903-04, S. 491f
  2 1911 Kunc, Jan: Leoš Janáček. In: Hudební revue, März 1911, Nr. 3, S. 121-134 und April 1911, Nr. 4, S. 185-189
  3 1933 Kunc, Jan: Erinnerungen an die Premiere der Jenufa. In: Divadelní list zemského divadla v Brně (Theaterblatt des Landestheaters Brünn) IX. 1933/34, S. 78-80, auch BE, 96-97; vollständiger dt. Text in: Programmheft "Jenufa" 1955 der Deutschen Staatsoper Berlin (Sammlung Knaus)
  4 1942 Štědroň, Bohumír: Janáček und Kunc. In: Rhythmus VIII 1942/43, S. 90-94, auch in: BE, 384
I 1   Ste-Dok 80, Foto des jungen Jan Kunc
  2 1938 Štědroň, Bohumír: Janáček und Kunc. In: Rhythmus VIII 1942/43, S. 90-94, auch in: BE, 384
       
      Kundera, Ludvík (17.08.1891 Brünn - 12.05.1971 Brünn)
      tschech Pianist, Musikpädagoge, Vater des Schriftstellers Milan Kundera. Er hatte an der Karlsuniversität in Prag Musikwissenschaft studiert, Klavier in Brünn, später bei Alfred Cortot in Paris. Er war Sekretär des Konservatoriums in Brünn, später Professor für Musikwissenschaft, war 1933 Sekretär von Tomáš G. Masaryk. Kundera hat die Klavierauszüge der > "Glagolitischen Messe" (JW III/9) und der Oper > "Die Sache Makropulos" (JW I/10) herausgegeben. In den Zwanziger und Dreissiger Jahren trat er als Pianist auf, solistisch und als Kammermusiker.
TT 1 1948 Concertino (JW VII/11), ULTRAPHON P, SUP P
  2 1949 Capriccio (JW VII/12), SUP P, ETERNA P
L 1 1924 Kundera, Ludvík: Janáčkův klavírní sloh (Js Klavierstil) in: Hudební Rozhledy, 1924-25, S. 24
  2 1927 do. Janáčeks Stil. In: Der Auftakt, 1927, S. 279
  3 1928 do. Die Glagolitische Messe, in: Tempo VII, 1928
  4 1948 do. Janáčkova varhanická škola (Js Orgelschule) Olomouc 1948
  5   do. Janáček a Klub přátel umění (J und der Klub der Kunstfreunde), Olomouc 1948
  6   do. "Záhady" kolem Janáčkova Zápisníku zmizelého ("Geheimnisse" um Js Tagebuch eines Verschollenen) Rovnost, Brünn 1956, Erstdruck 1948
  7 1955 do. Janáčkova tvorba klavírní (Js Klavierwerk) in: Musikologie 1955, 306
  8 1958 do. K otázce interpretace Janáčkových děl (Die Interpretation von Js Werken) in: Koll58
  9   JUE-Br 264, 276
       
      Kundera, Milan (geb. 1929 Brünn)
      Sohn von Ludvík > Kundera, Schriftsteller, studierte Philosophie, Musik- und Filmwissenschaft, Klavier bei seinem Vater, Komposition bei Pavel Haas und Václav Kaprál. Er hielt 1967 die Eröffnungsrede am Schriftstellerkongress in Prag; nach dem Einmarsch der Warschaupakt-Truppen wurde er von der Film-Hochschule entlassen und durfte in der Tschechoslowakei nicht mehr publizieren, 1975 emigrierte er nach Frankreich, wo er seither lebt und publiziert - in franz Sprache! 1979 ist ihm die tschechoslowakische Staatsangehörigkeit aberkannt worden, 1980 erhielt er die franz Staatsbürgerschaft. Er lebte heute in Paris und Reykjavik. 2007 erhält der den Tschechischen Staatspreis für Literatur.
      In seinem Roman "Žert" (Der Scherz, 1967) hat er ein Kapitel über Volksmusik und Janáček eingefügt (L 3), im Film "The unbearable Lightness of Being" (1987, Philip Kaufmann) nach Kunderas Roman "Nesnesitelná lehkost byti" (Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins") spielt Musik von Janáček eine bedeutende Rolle: Ausschnitte aus dem "Märchen", "Auf verwachsenem Pfad", aus der "Violinsonate", aus "Capriccio", "Im Nebel", aus den beiden Streichquartetten und aus der "Idylle" werden in Bezug auf einzelne Szenen gesetzt. Janáčeks Musik bildet neben Bild und Text eine dritte Ebene, ohne die verschiedene Anspielungen nicht zu verstehen sind (vgl TT 1). Im Roman selbst wird Janáček zweimal erwähnt (L 1). In L 4 beklagt er die verspätete (und widerwillige) Anerkennung Js in Prag und verweist auf die dann vom Ausland her einsetzende Beschäftigung mit dessen Werk. In L 5 (Gespräch) wird vor allem der veraltete Lexikon-Artikel im "Larousse" kritisiert. 
       
TT 1 1988 The unbearable Lightness of Being, Original Soundtrack Recording, METRONOME 835 918, CD ADD
  2 2003 Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Allegro (= 3.Satz aus "Märchen"), Eckart Runge, VC; Jacques Ammon, Klavier, ARS MUSICI, CD
DVD 1 2003 Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Film von Philip Kaufmann, WARNER Z5 36226, DVD
L 1 1984 Kundera, Milan: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Roman 1984, dt. von Susanna Roth, 1987, S. 94, 112
  2 1988 Kundera, Milan: Situation de Janáček. In: L'avant scene, Nr. 107, Paris 1988, S. 99-103, original franz mit Notenbeispielen, dt von Susanna Roth, in: Salzburger Festspiele 1992, Programmheft, S. 183-192
  3 1990 Kundera, Milan: Der Scherz. Roman, dt Ue von Erich Bertleff, Kapitel IV/4, S. 130-135, abgedruckt in LJG-Mitt, Nr. 59 1990/2
  4 1992 Kundera, Milan: Über Janáček, aus Interview zum 80. Geburtstag von Milan Kundera, BR 1992, Sammlung Knaus CD 596
  5 1993 Kundera, Milan: Verratene Vermächtnisse. Essay. Hanser München Wien 1994, 127-136, 173-187, 235-242; original "Les Testaments trahis" Paris 1993
  6 2004 Kundera, Milan: Můj Janáček (Mein Janáček) - zwei Essays und ein Gespräch: Hledání přítomného času (Auf der Suche nach der verlorenen Gegenwart) - Liška bystrouška, drásavá idyla (Das schlaue Füchslein, herzzerreissende Idylle) - Nepravděpodobný osud (Ein unwahrscheinliches Schicksal - Gespräch), ATLANTIS Brünn 2004, 79 Seiten, tschech; der erste Essay ("Heldán....) ist in "Verratene Vermächtnisse" dt publiziert, S. 119-140  
  7 2011 Kundera, Milan: Eine Begegnung. Aus dem Französischen übersetzt von Uli Aumüller; Carl Hanser Verlag München 2011. Das 7. Kapitel "Meine erste Liebe" ist Leoš Janáček gewidmet, vor allem der Oper "Das schlaue Füchslein"; S. 149-166; originaler Titel "Une rencontre", Gallimard Paris 2009.
       
      Kunert, Maximilian (1877 Grossmeseritsch - ?)
      Pseudonym: M. Kurt; Dichter, Schriftsteller, im Hauptberuf Magistratsbeamter in Prostějov. Sein Einakter "Všichni tři" (Alle drei) war 1908 am Prager Nationaltheater aufgeführt worden. Seine sozialen Motive haben Js Interesse geweckt. Js Kantate > "Die Schenke in den Bergen" (Na soláni čarták) (JW III/7) basiert auf einem Text von Kunert, der 1908 in einer Gedichtsammlung in Ostrava erschienen war.
       
      Kurt, M.
      Pseudonym für > Kunert, Maximilian
       
      Kurz, Vilém ( ?)
      Klaviervirtuose und -lehrer, Vater von Ilona > Kurzova-Štěpánová, Lehrer von Rudolf > Firkušný
       
      Kurzová-Štěpánová (1899-1975)
      Pianistin, die Js > "Concertino" uraufführte (JW VII/11, 16.02.1926); sie spielte auch den Solopart am IGNM-Festival in Frankfurt, im Juni 1927. Sie war die Tochter von Vilém > Kurz, und Gattin des Pianisten und Musikologen Václav > Štěpán.
L 1 1927 BE 195-198
       
      Kvapil, Jaroslav (21.04.1892 Fryšták - 18.02.1958 Brünn)
      Schüler von Janáček an der Brünner Orgelschule, später von Max Reger in Leipzig. Dirigent der Brünner Beseda, führte Js > "Vater unser" (JW IV/29), > "Amarus" (JW III/6), > "Die Schenke in den Bergen" (JW III/7) und > "Das ewige Evangelium" (JW III/8) auf (19.10.1924). Am 5.12.1927 dirigierte er die UA der > "Glagolitischen Messe" (JW III/9) in Brünn, ebenso deren Aufführung am IGNM-Festival in Genf (09.04.1929) mit dem Orchestre de la Suisse romande, allerdings in einer vereinfachten Form
L 1   Kvapil, Jaroslav: Leoš Janáček ředitel varhanní školy (LJ - Direktor der Orgelschule) in: HR
  2 1979 Kvapil, Jaroslav: Janáček skladatel a beletrista (J - Komponist und Schriftsteller) in: opmus 5/79, S. 134
       
      Kvartet pro dvoje housle, violu a cello ('Listy důvěrné") > Streichquartett Nr. 2 (JW VII/13)
      Kvartet z podnětu L.N.Tolstého 'Kreutzerovy sonáty' > Streichquartett Nr. 1 (JW VII/8)
      Kvítí milodějné > Mährische Volkspoesie in Liedern (JW V/2, Nr. 7)
      Kyjový > Volkstänze in Mähren (JW VIII/10, Nr. 15)
       
      Kylián, Jiří (geb. 1947 Prag)
      tschech Choreograph, 1976-1990 Ballettdirektor des Nederlands Dans Theater; er schuf verschiedene Ballette auf Musik von J: "Rückkehr ins fremde Land" (1974 mit der "Sonate 1.X.1905", dem Paralipomena-Allegro aus "Auf verwachsenem Pfade" (JW VIII/17, Nr. 14) und dem Andante aus "Im Nebel" (JW VIII/22)), "Sinfonietta" (1978), "Glagolitische Messe" (1979) und "Auf verwachsenem Pfade" (1980).
L 1 1988 Programmheft "Rückkehr ins fremde Land", Wien 1988 mit biografischen Angaben - Sammlung Knaus
I 1 1988 Porträt-Foto, in L 1)
       
      Kyselková, Františka
      Brünner Ethnografin, die mit J im Bereich des Volksliedes zusammenarbeitete. Aus ihrer Sammlung stammen die > "Fünf mährischen Tänze" (JW V/6), worunter auch die "Kreuzpolka" (Nr. 5). Von ihr sind zwei Tonaufnahmen erhalten, wo sie über ihre Tätigkeit als Sammlerin spricht (TT 1 - Rundfunkaufnahme an ihrem 85. Geburtstag - 25.03.1950)
TT 1 1998 Nejstarší zvukové záznamy moravského a slovenského lidovího zpěvu (Die ältesten Tonaufnahmen von mährischen und slowakischen Volksgesängen) (aus der folkloristischen Tätigkeit von Leoš Janáček und seinen Mitarbeitern), CD mit umfangreichem Textbuch und zahlreichen Fotos, publ Janáček Stiftung Brünn 1998, Track 2 + 7
L 1 1998 Nejstarší zvukové záznamy moravského a slovenského lidovího zpěvu (Die ältesten Tonaufnahmen von mährischen und slowakischen Volksgesängen) (aus der folkloristischen Tätigkeit von Leoš Janáček und seinen Mitarbeitern) publ Janáček Stiftung Brünn 1998, S. 98
I 1   Foto, in TT 1, 84
  2   Faksimile einer Handschrift aus ihrer Sammlung, in TT 1, 89
       
      Kytice z národních pisní moravských > Blumenstrauss aus mährischen Volksliedern (JW XIII/1)
      Kytice z národních pisní moravských, slovenských a českých > Blumenstrauss aus mährischen, slowakischen und böhmischen Volksliedern (JW XIII/2)
       
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